El-Niño-Dürre halbiert Indonesiens erwartete Zuckerrohrernte
Eine extreme, mit El Niño verbundene Dürre betrifft nahezu alle Zuckerrohranbaugebiete Indonesiens und könnte die Ernte auf 50 % des Potenzials drücken. Die Anbaukosten auf Plantagen- oder Forstflächen sind auf 65 Millionen Rupiah je Hektar gestiegen, während Zuckerfabriken früh geerntetes Rohr nicht schnell genug aufnehmen können.
Dürre bedroht Zuckerrohr in ganz Indonesien
Extreme El-Niño-Bedingungen haben in nahezu allen indonesischen Zuckerrohranbaugebieten eine schwere Dürre ausgelöst. Die Landwirte stehen damit zugleich unter dem Druck sinkender Erträge und steigender Produktionskosten. Harian Disway berichtet, dass die knappe Wasserversorgung die Feldvorbereitung und Pflanzenpflege verteuert und dem Sektor hohe finanzielle Verluste drohen.
Soemitro Samadikoen, Vorsitzender des indonesischen Verbands der Zuckerrohrbauern APTRI, erklärte, die Wasserkrise könne den Erzeugern erhebliche Verluste bringen. Die Landwirte rechnen nur noch mit 50 % des möglichen Erntevolumens. Damit steht deutlich weniger Zuckerrohr zur Verfügung, um die Investitionen in Pflanzung und Pflege jedes Hektars zu decken.
Kosten steigen auf 65 Millionen Rupiah je Hektar
Nach Angaben von Soemitro sind die Betriebskosten für Zuckerrohr auf Plantagenflächen oder Flächen des staatlichen Forstunternehmens Perhutani auf 65 Millionen Rupiah je Hektar gestiegen. Auf bewässertem Reisland liegen die normalen Kosten dagegen zwischen 50 Millionen und 55 Millionen Rupiah. Der Abstand verdeutlicht die zusätzliche Belastung der Betriebe in Gebieten, in denen Wasser schwerer oder nur zu höheren Kosten verfügbar ist.
Die Notbewässerung verursacht weitere Ausgaben. In Madiun kostet gemietetes Wasser für ein einmaliges Bewässern eines Hektars Zuckerrohr Berichten zufolge 1 Million Rupiah. Muss der Vorgang wiederholt werden, steigt das finanzielle Risiko der Landwirte weiter, obwohl die Dürre gleichzeitig die voraussichtliche Erntemenge verringert.
Eine Ernteprognose von 50 % des Potenzials bei Kosten von bis zu 65 Millionen Rupiah je Hektar bedroht die Margen der Betriebe. Direkt betroffen sind die Erzeuger, doch eine kleinere Ernte könnte auch die Rohstoffversorgung der Zuckerfabriken verringern und die inländische Lieferkette für Kristallzucker belasten. Die Quelle nennt weder eine nationale Produktionsprognose noch eine Schätzung für ein mögliches Zuckerdefizit.
Frühe Ernte führt zu Engpässen in den Fabriken
Die Bauern versuchen, das Zuckerrohr schnell zu schneiden, bevor die Pflanzen absterben oder weiter austrocknen. Die Zuckerfabriken verfügen jedoch nicht über genügend Kapazität, um das gesamte angelieferte Rohr gleichzeitig anzunehmen. Soemitro zufolge bleiben große Mengen in Warteschlangen liegen, weil die Werke ausgelastet sind. Diese Verzögerungen schaffen ein weiteres Risiko für Betriebe, die den verbliebenen Wert ihrer dürregeschädigten Felder sichern wollen.
APTRI fordert die Regierung auf, den Höchstverkaufspreis HET für Kristallzucker im Einzelhandel zu überprüfen. Die Bauern wollen eine freie Preisbildung am Markt, um höhere Pflanzkosten und Ausgaben für die Notbewässerung auszugleichen. Eine Überprüfung müsste die Verluste der Erzeuger gegen Verbraucherpreise und die Bedürfnisse der heimischen Verarbeiter abwägen. Harian Disway nennt weder eine Reaktion der Regierung noch Einzelheiten einer möglichen Preisänderung.
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