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Deutsche EDS bestätigt Schließung der größten Handelsdruckerei Rumäniens in Ghimbav

Die deutsche Druckgruppe Euro-Druckservice schließt ihr Werk in Ghimbav im Kreis Brașov zum 31. Dezember 2026 endgültig und gibt damit die größte Handelsdruckerei Rumäniens auf. Der 2008 nach einer Investition von 20 Millionen Euro eröffnete Betrieb beschäftigt 84 Menschen und wies zuletzt einen Nettoverlust von 5,5 Millionen Lei aus.

Deutsche EDS bestätigt Schließung der größten Handelsdruckerei Rumäniens in Ghimbav

Die deutsche Gruppe Euro-Druckservice (EDS), Eigentümerin der größten Handelsdruckerei Rumäniens, hat bestätigt, dass sie ihr Werk in Ghimbav im Kreis Brașov zum 31. Dezember 2026 endgültig schließt. Die Bestätigung folgt auf eine frühere Meldung von Profit.ro; die offizielle Mitteilung des Unternehmens gab BizBrașov wieder.

Das Werk wurde 2008 nach einer Investition von 20 Millionen Euro eröffnet und entwickelte sich zum größten Handelsdruckbetrieb des Landes. Spezialisiert ist es auf Rollenoffsetdruck, Druckvorstufe und Logistikdienstleistungen für hohe Auflagen von Katalogen und Werbebroschüren. Die 84 Beschäftigten wurden bereits über die Beendigung ihrer Arbeitsverhältnisse informiert.

Sinkende Nachfrage, steigende Kosten

EDS begründet die Entscheidung mit der anhaltend rückläufigen Nachfrage im Handelsdruck und dem deutlichen Anstieg der Betriebskosten in Rumänien. Die Konzernleitung verwies laut BizBrașov auf unverhältnismäßige Erhöhungen der Energietarife und der Personalkosten sowie auf die beschleunigte Verteuerung der Rohstoffe, allen voran des Papiers.

Der Vergleich, den das Management zieht, ist ausdrücklich relativ: Die Kostenbasis in Ghimbav ist nicht nur gestiegen, sie ist schneller gestiegen als an den übrigen Werken des europäischen Netzes. Papier und Energie sind die beiden dominierenden variablen Kostenblöcke im Großauflagen-Offsetdruck. Wächst der Kostenabstand zwischen Schwesterwerken, entscheidet er darüber, wohin eine Gruppe ihre Auflagen intern vergibt. Den Rückzug aus Rumänien bezeichnet EDS als Teil einer Optimierung der Produktionskapazitäten im europäischen Netzwerk.

Umsatz rückläufig, Ergebnis im Minus

Die jüngsten Jahreszahlen der rumänischen Tochter zeigen den Druck im Markt. Die von BizBrașov genannten Kennzahlen:

  • Der Umsatz sank auf 90,97 Millionen Lei nach 101,98 Millionen Lei im Vorjahr, ein Rückgang von rund 11%.
  • Das Unternehmen rutschte vom Gewinn in einen Nettoverlust von 5,5 Millionen Lei.
  • Alle 84 Beschäftigten des Werks in Ghimbav haben ihre Kündigung erhalten.

Der Schließungstermin 31. Dezember 2026 lässt den Kunden gut drei Monate, um die für 2027 geplanten Auflagen neu zu vergeben. Katalog- und Prospektkampagnen werden Monate im Voraus beauftragt, sodass dieser Zeitrahmen direkt auf die Planung der Handelsaktionen des kommenden Jahres trifft.

Ein Netz aus vier Ländern

EDS wird seit 2022 vom tschechischen Investmentfonds Jet Investment kontrolliert und beschäftigt insgesamt mehr als 1.300 Menschen. Nach der Schließung in Ghimbav betreibt die Gruppe weiterhin Druckereien in Deutschland, Tschechien, Polen und Ungarn.

In Rumänien bleibt allein das Vertriebsbüro in Bukarest. Diese Struktur deutet darauf hin, dass EDS den rumänischen Markt weiter beliefern will, künftig jedoch aus Produktionsstandorten in anderen Ländern Mitteleuropas. Aus bisheriger Inlandsproduktion wird damit grenzüberschreitender Handel mit Druckerzeugnissen.

Folgen für den rumänischen Druckmarkt

Ende 2026 verliert das Land seine größte Handelsdruckkapazität. Die heute in Ghimbav gefertigten Auflagen müssen entweder bei kleineren inländischen Druckereien oder bei Werken im Ausland platziert werden, mit zusätzlichem Transport und längeren Durchlaufzeiten in einem zeitkritischen Geschäft. Kleine Auflagen können inländische Betriebe am ehesten übernehmen; die größten Katalog- und Broschürenaufträge dürften das Land verlassen.

Die Entscheidung zeigt zugleich, wie eine Gruppe mit Alternativstandorten innerhalb der Europäischen Union die Kostenunterschiede bei Energie, Löhnen und Papier bewertet. Da die Nachfrage im Handelsdruck weiter schrumpft, ist ein Wiederaufbau der wegfallenden Kapazität in Rumänien auf absehbare Zeit unwahrscheinlich.

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