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Edison, EDF und Nuward wollen Italiens ersten Kleinreaktor bis 2035 in Betrieb nehmen

Edison, EDF und Nuward wollen ab 2030 eine erste Serie von 10 kleinen modularen Reaktoren in Europa entwickeln und bis 2035 die erste Nuward-Anlage in Italien in Betrieb nehmen. Eine von Corriere della Sera zitierte Studie beziffert das Marktpotenzial auf 46 Milliarden Euro, falls neue Kernkraft 2050 rund 10 % des italienischen Strombedarfs deckt.

Edison, EDF und Nuward wollen Italiens ersten Kleinreaktor bis 2035 in Betrieb nehmen

Ein Reaktor mit 400 MWe für Italien

Edison, EDF und Nuward haben einen Plan für den Einsatz einer neuen Generation kleiner modularer Reaktoren in Europa vorgestellt. Die erste Nuward-Anlage in Italien soll bis 2035 in Betrieb gehen. Corriere della Sera zufolge steht ein Reaktor mit einer elektrischen Leistung von 400 MWe im Zentrum des Vorhabens. Er ist für den italienischen, französischen und übrigen europäischen Markt sowie für mögliche internationale Kunden vorgesehen.

Die Unternehmen wollen ab 2030 eine erste Serie von 10 kleinen modularen Reaktoren in Europa entwickeln. Frankreich und Italien bilden den Schwerpunkt, während auch Polen, Belgien und Finnland Interesse bekundet haben. Die Partner möchten die industrielle Zusammenarbeit auf ganz Europa ausweiten. Edison gehört zu 100 % dem französischen Strom- und Kernenergiekonzern EDF. Damit ist das italienische Projekt direkt mit einem erfahrenen Kernkraftbetreiber verbunden.

Prozesswärme zusätzlich zum Strom

Der Nuward-Reaktor ist für die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme ausgelegt. Damit kommt er für Industriegebiete, Chemiecluster, Häfen, Fernwärmenetze und große Rechenzentren infrage. In Italien könnte eine Anlage Strom in einer Größenordnung erzeugen, die dem Verbrauch von mehr als 1 Million Haushalten entspricht. Gleichzeitig könnte sie emissionsarme Wärme liefern und einen erheblichen Teil des industriell genutzten Erdgases ersetzen.

Nach Angaben von Nuward kombiniert die Technologie aktive und passive Sicherheitssysteme. Die kompakten Abmessungen, der geringe Flächenbedarf und der niedrigere Wasserverbrauch könnten Standorte in der Nähe von Industrieanlagen und großen Verbrauchszentren ermöglichen. Das wäre für Abnehmer interessant, die verlässlich Strom und Prozesswärme benötigen. Jede Anlage bliebe jedoch von Standortwahl, Genehmigung und dem Aufbau eines italienischen Regulierungsrahmens abhängig.

Der Reaktor kann außerdem MOX-Brennstoff verwenden, der aus der Wiederaufarbeitung bereits eingesetzten Kernbrennstoffs entsteht. Laut Projektbeschreibung sinken dadurch der Bedarf an Natururan sowie das Volumen und die Radiotoxizität der endgültig zu lagernden nuklearen Abfälle. EDF und Nuward haben bereits eine Joint Early Review mit 8 europäischen Aufsichtsbehörden eingeleitet. Der frühe Austausch kann gemeinsame technische Fragen aufzeigen, ersetzt aber keine nationalen Genehmigungsverfahren.

Ein potenzieller Markt von 46 Milliarden Euro

Die wirtschaftliche Perspektive beruht auf einem deutlich größeren italienischen Kernenergieprogramm. The European House Ambrosetti untersuchte ein Szenario, in dem neue Kernkraftwerke 2050 rund 10 % des italienischen Strombedarfs decken. Dabei könnten 20 Anlagen eine Leistung von bis zu 6,8 GW bereitstellen und einen potenziellen Markt von 46 Milliarden Euro schaffen. Die Studie rechnet mit 14,8 Milliarden Euro zusätzlicher Wertschöpfung und 117.000 Arbeitsplätzen.

Für diesen Markt reicht die Reaktortechnik allein nicht aus. Italien benötigt Regeln für Genehmigungen, Sicherheitsaufsicht, Standorte, Abfallentsorgung und Projektfinanzierung sowie gesellschaftliche und politische Akzeptanz. Die industrielle Vorbereitung läuft bereits: Im Juni 2026 unterzeichneten EDF, Nuward und Edison mit italienischen Unternehmen wie Aipe, Atb Riva Calzoni, Saipem, Simic, Tectubi Raccordi, Walter Tosto und Webuild eine Interessenerklärung. Die Firmen könnten Aufträge in einer europäischen Lieferkette erhalten. Das Zieljahr 2035 hängt jedoch von regulatorischen Entscheidungen und einem pünktlichen Start der ersten Reaktorserie ab 2030 ab.

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