← Zurück zu den Nachrichten

Dürre stützt niederländische Zwiebelpreise bei schwächeren Ernteaussichten

Dürre, Pflanzenkrankheiten und die Aussicht auf unterdurchschnittliche Erträge stützen die niederländischen Zwiebelpreise. Der Handel um 0,25 € zieht an, doch Exporteure benötigen weiterhin ein für Auslandskunden akzeptables Preisniveau.

Dürre stützt niederländische Zwiebelpreise bei schwächeren Ernteaussichten

Trockenheit verändert die Angebotsaussichten

Am niederländischen Zwiebelmarkt mehren sich die Signale für festere Preise, da die Dürre das Erntepotenzial in wichtigen Anbaugebieten mindert. Machiel Boons, Makler bei Uienradar, sagte gegenüber FreshPlaza, das Marktumfeld habe sich seit seiner Einschätzung Mitte April deutlich verändert. Damals sah er kurzfristig nur wenige positive Faktoren, hielt aber vier Monate später eine andere Lage für möglich.

Am stärksten betroffen ist der Südwesten der Niederlande, doch auch die nördlichen Anbaugebiete spüren die Trockenheit. Der Norden blieb von den extremen Temperaturen zu Sommerbeginn verschont, erhielt jedoch wenig Niederschlag, und die Wachstumsbedingungen waren im jüngsten Monat ungünstig. Boons bezeichnete den Markt vor allem in Woche 32 als träge. Seitdem steigen die Preise leicht von Woche zu Woche, während der Handel an Intensität gewinnt.

Kurzfristig könnte das Angebot dennoch zunehmen. Zahlreiche Partien im Südosten sollten innerhalb weniger Tage nach der Marktaktualisierung geerntet werden und zusätzliches Material auf den Markt bringen. Diese Mengen könnten den Preisanstieg vorübergehend bremsen, beseitigen aber nicht die Sorgen über die landesweiten Erträge und das später für Lagerung und Export verfügbare Volumen.

Krankheiten gefährden vermarktbare Mengen

Ein weiteres Risiko ist die Qualität. Nach Angaben von Boons berichten Käufer über eine beträchtliche Zahl von Partien mit Fusarium und bakterieller Fäule. Probleme, die bei Kulturen zur Saatguterzeugung auftreten, könnten später in der Saison auch bei Steckzwiebeln sichtbar werden, erklärte er. Boons ist allerdings nicht direkt im Zwiebelsaatgutmarkt tätig.

Hohe Temperaturen und umfangreiche Bewässerung könnten den Krankheitsdruck zusätzlich beeinflusst haben. Die Entwicklung muss beobachtet werden, weil Fäulnis selbst bei zunächst akzeptablen Felderträgen die vermarktbare Menge verringern kann. Für Verarbeiter und Exporteure beeinträchtigen Qualitätsprobleme außerdem die Lagerfähigkeit, erhöhen Sortierverluste und reduzieren die Menge, die Kundenspezifikationen erfüllt.

Laut Boons wurde ein ordentliches Volumen unter 0,25 € gehandelt. Zunächst kauften Spekulanten, später stiegen auch Verarbeiter zu diesem Preis ein. Das Niveau hat sich als psychologische Schwelle erwiesen: Oberhalb davon sind mehr Verkäufer bereit, Bestände freizugeben. Die Handelsaktivität nimmt damit zu, ein dauerhaftes Preisband hat sich jedoch noch nicht herausgebildet.

Der Export setzt dem Preisanstieg Grenzen

FreshPlaza zufolge sieht Boons in dieser Saison belastbare Gründe für teurere Zwiebeln, anders als bei den nahezu jährlich wiederkehrenden Preiserwartungen. Eine langfristige Prognose gab er nicht ab. Entscheidend ist, auf welchem Niveau sich Erzeuger und Verarbeiter sowie Exporteure und deren Kunden einigen. Die Niederlande sind stark vom Zwiebelexport abhängig. Ein knappes Inlandsangebot stützt die Preise daher nur, solange ausländische Käufer das Niveau akzeptieren.

Boons verglich die Lage mit 2018, als zu Beginn seines zweiten Jahres als Zwiebelmakler bereits ein außergewöhnlicher Markt erkennbar war. Das aktuelle Klima sei noch trockener, und dieses Jahr sei das wärmste der vergangenen fünf Jahre. Dennoch erwartet er landesweit bessere Erträge als 2018, weil Bewässerung heute weiter verbreitet ist und sich der Anbau weniger stark auf Gebiete konzentriert, in denen keine Bewässerung möglich ist.

Rekordernten erwartet Boons trotzdem weder in den Niederlanden noch in großen Teilen Europas. Damit ist die Angebotsbasis für festere Preise stärker als in einer gewöhnlichen Saison. Wie weit die Preise tatsächlich steigen, hängt von den Erntemengen, krankheitsbedingten Verlusten und der Kaufbereitschaft der Exportkunden bei höheren niederländischen Notierungen ab.

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.