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Dürre könnte Kasachstans Weizenernte um 30 % senken und China-Geschäft begrenzen

Kasachstans Weizenernte könnte nach extremer Hitze und Dürre auf 13–13,5 Millionen Tonnen sinken. Steigende Inlandspreise und ein Mangel an niedrigeren Qualitätsklassen gefährden die Futtermehlproduktion und geplante Lieferungen nach China.

Dürre könnte Kasachstans Weizenernte um 30 % senken und China-Geschäft begrenzen

Ernteprognose sinkt auf 13–13,5 Millionen Tonnen

Kasachstans Weizenernte könnte gegenüber dem langjährigen Durchschnitt um 30 % auf 13–13,5 Millionen Tonnen zurückgehen, nachdem ungewöhnliche Hitze und Dürre die Bestände in wichtigen Anbauregionen geschädigt haben. Das berichtete Pravda.ru unter Berufung auf das Agrarmedium ElDala.kz. Im Jahr 2025 wurden 19,3 Millionen Tonnen geerntet. Der erwartete Rückgang würde die für Mühlen, Futtermittelhersteller und Exporteure verfügbare Getreidemenge deutlich verringern.

Die schwersten Schäden wurden in den Gebieten Karaganda, Pawlodar und Abai sowie im Süden des Gebiets Akmola gemeldet. Nach Daten von Kazhydromet, die in dem Bericht genannt werden, lagen die Temperaturen von Mai bis Juli um 1–5 Grad Celsius über dem Normalwert. Im August herrschte in weiten Teilen Kasachstans schwere Dürre.

Hitze während der Blüte drückt die Erträge

Landwirte, die ihren Weizen in der ersten Maihälfte ausgesät hatten, erlebten während der Blüte Temperaturen von 40 Grad Celsius. Die Hitze störte die Bestäubung und führte verbreitet zu leeren Ähren, wodurch die erntefähige Getreidemenge unmittelbar sank.

Früh ausgesäte Felder erzielten 10–12 Dezitonnen je Hektar, gegenüber einem üblichen Niveau von 20 Dezitonnen je Hektar. In Betrieben mit weniger entwickelter Agrartechnik fielen die Erträge auf 7 Dezitonnen je Hektar. Die von den Medien zitierten Fachleute erwarten im Landesdurchschnitt höchstens 14–15 Dezitonnen je Hektar. Die Zahlen sprechen für ein landesweites Problem, das die nationale Versorgungsbilanz beeinflussen kann.

Preise steigen, Qualitätsstruktur verschiebt sich

Im Norden Kasachstans zeigen sich bereits Anzeichen eines knapperen Angebots. Weizen der dritten Klasse wird für 90.000 Tenge je Tonne gehandelt. Hi-pro-Getreide mit mehr als 30 % Gluten kostet bis zu 130.000 Tenge je Tonne. Für Verarbeiter und Händler, die kasachisches Getreide benötigen, steigen damit die Beschaffungskosten.

Gleichzeitig setzt günstigeres russisches Getreide die Märkte in Kasachstan und anderen Teilen Zentralasiens unter Druck. Käufer können zwischen teurerem einheimischem Weizen und preiswerteren Importen aus Russland wählen. Dieser Wettbewerb könnte weitere Preissteigerungen bei kasachischem Weizen begrenzen, belastet aber die heimischen Landwirte, deren Erntemengen bereits gesunken sind.

Mangel an niedrigeren Klassen belastet China-Pläne

Die Dürre hat auch die Zusammensetzung der Ernte verändert. Weizen der vierten und fünften Klasse ist Berichten zufolge kaum verfügbar, weil das Getreide dieser Saison einen ungewöhnlich hohen Glutengehalt aufweist. Der höhere Proteingehalt kann den Wert von Mahlweizen stützen, doch den Herstellern von Futtermehl fehlt dadurch günstigeres Ausgangsmaterial.

Diese Unternehmen hatten Futtermehlexporte von bis zu 3 Millionen Tonnen nach China geplant. Die kleinere Ernte und das begrenzte Angebot geeigneter Rohware gefährden dieses Ziel. Die Hersteller müssen möglicherweise um knapperes Getreide konkurrieren, alternative Rohstoffe einsetzen oder Preise bezahlen, die vom höherwertigen Nahrungsweizen bestimmt werden. Für chinesische Käufer zählt deshalb nicht nur die Gesamtgröße der kasachischen Ernte, sondern auch die Fähigkeit der Verarbeiter, genügend Getreide der benötigten Klasse für die geplanten Verkäufe zu beschaffen.

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