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Düngemittelpreise in Europa schießen hoch und bedrohen die Ernte 2027

Stickstoffdünger ist in Europa laut dem polnischen Verband FBZPR binnen eines Jahres um 53% teurer geworden, Phosphatdünger um 29%. Die Landwirte erwarten 2027 Ertragsrückgänge von 10-15%, sobald die vor CBAM angelegten Vorräte aufgebraucht sind.

Düngemittelpreise in Europa schießen hoch und bedrohen die Ernte 2027

Die Düngemittelpreise in Europa sind im vergangenen Jahr stark gestiegen, und Landwirtschaftsverbände warnen, der Kostenschock könnte die Ernteerträge 2027 um bis zu 15% senken. Das meldet der polnische Föderationsverband landwirtschaftlicher Erzeugerverbände (FBZPR).

Unter Berufung auf Daten, die Anfang Juli der Arbeitsgruppe „Getreide" von COPA-COGECA — dem europäischen Dachverband der Bauerngewerkschaften und Genossenschaften — vorgelegt wurden, erklärt der FBZPR, dass Stickstoffdünger im Jahresvergleich um 53% teurer wurde, Phosphatdünger um 29%.

Was die Preise treibt

Laut farmer.pl stiegen die beiden Nährstoffgruppen aus unterschiedlichen Gründen. Die Phosphatpreise begannen im März mit dem Ausbruch des Krieges am Persischen Golf zu steigen. Stickstoffdünger hatte sich schon früher verteuert — getrieben vom CO2-Grenzausgleichsmechanismus der EU (CBAM), der Grenz-CO2-Abgabe der Union, die inzwischen auch Düngemittelimporte erfasst. Für eine Betriebsmittelkette, die weiterhin stark von importierten Nährstoffen abhängt, schlagen beide Schocks direkt auf die Betriebskosten durch.

Warum 2027 der kritische Punkt ist

Der FBZPR erklärt, eine vorläufige Analyse deute darauf hin, dass die Düngerkrise die diesjährige Ernte nicht wesentlich beeinträchtigen werde. In Erwartung zusätzlicher CBAM-Kosten hätten die Landwirte im November und Dezember des Vorjahres Vorräte angelegt. Diese Reserven reichten jedoch nicht für eine weitere Saison, weshalb die realen Folgen zur Ernte 2027 zu erwarten seien.

Eine COPA-COGECA-Umfrage unter Mitgliedsorganisationen aus 14 Ländern ergab, dass zwei Drittel der Befragten Probleme mit der Düngerverfügbarkeit 2027 befürchten. Die Landwirte erwarten im kommenden Jahr durchschnittliche Ertragsrückgänge von 10-15%, darunter rund 12% bei Winterweizen und 14-16% bei Kartoffeln, Mais und Raps — Kulturen, die zusammen einen Großteil der europäischen Getreide- und Ölsaatenexporte tragen.

In Frankreich ist die Belastung bereits sichtbar: Eine gesonderte Umfrage ergab, dass 81% der Landwirte um die Ernte 2027 besorgt sind und 71% keine Düngervorräte für die kommende Saison haben.

Die Antwort Brüssels

Am häufigsten forderten die Landwirte niedrigere Kosten für Düngerimporte, finanzielle Unterstützung und regulatorische Flexibilität. Im Mai legte die Europäische Kommission einen Düngemittel-Aktionsplan vor, der finanzielle Hilfen für Landwirte, eine deutliche Aufstockung der Agrarreserve, einen neuen Liquiditätsmechanismus und mehr Flexibilität im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik vorsieht. Der Plan umfasst zudem langfristige Schritte zur Stärkung der EU-Düngemittelproduktion, zur Verringerung der Importabhängigkeit und zur breiteren Nutzung organischer und biobasierter Dünger. Im Juni schlug die Kommission ein Hilfspaket von 540 Millionen Euro für die von der Krise betroffenen Landwirte vor.

Justyna Jasińska, Präsidentin des polnischen Verbands der Getreideerzeuger, begrüßte den Plan als Schritt in die richtige Richtung, betonte aber, dass ohne eine systemische Lösung für die durch CBAM verursachten Kosten kaum von einer dauerhaften Verbesserung die Rede sein könne. Der Verband werde weiter darauf drängen, die Stimme der polnischen Getreideerzeuger in der Debatte hörbar zu machen.

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