DR Kongo startet Riz Bumba mit Produktionsziel von 250.000 Tonnen Reis bis 2030
Die Demokratische Republik Kongo hat in der Provinz Mongala ein fünfjähriges Programm für die Reiswirtschaft gestartet. Bis 2030 sollen fast 30.000 Erzeuger unterstützt, sieben Verarbeitungsanlagen aufgebaut und 250.000 Tonnen Reis produziert werden.
Reisprogramm startet in Mongala
Die Regierung der Demokratischen Republik Kongo hat das Projekt „Riz Bumba, Loso na Biso“ am 16. Juli in Bumba in der Provinz Mongala offiziell gestartet, berichtet Le Quotidien. Das auf fünf Jahre angelegte Vorhaben soll eine wettbewerbsfähige und nachhaltige lokale Reiswirtschaft entwickeln, das inländische Angebot erhöhen und die Abhängigkeit des Landes von Reisimporten schrittweise verringern.
Dem Programm gingen Konsultationen voraus, die der stellvertretende Premierminister und Wirtschaftsminister Daniel Mukoko Samba im Oktober 2025 in Bumba führte. Gespräche mit Landwirten, Unternehmen, lokalen Behörden und Vertretern der Zivilgesellschaft ergaben, dass die Wiederbelebung des Reissektors für die nationale Produktion und die wirtschaftliche Entwicklung Mongalas Priorität haben soll.
Öffentliche Finanzierung und private Umsetzung
Das Wirtschaftsministerium legt die strategische Ausrichtung fest, während der Wirtschaftliche Regulierungsfonds FOREC finanzielle Unterstützung bereitstellt. Mit der operativen Umsetzung wurde die Société Rizicole de Bumba, kurz SRB S.A.U., beauftragt. Sie ist eine Tochtergesellschaft von Plantations et Huileries du Congo, PHC S.A. Das Modell verbindet staatliche Finanzierung und Koordination mit der Infrastruktur, Betriebserfahrung und lokalen Präsenz von PHC.
Mehrere Ministerien übernehmen Aufgaben in verschiedenen Teilen der Wertschöpfungskette. Das Ministerium für Landwirtschaft und Ernährungssicherheit soll das an die Erzeuger ausgegebene Saatgut zertifizieren und während des gesamten Produktionszyklus technische Beratung leisten. Das Ministerium für ländliche Entwicklung unterstützt die Sanierung landwirtschaftlicher Zubringerstraßen für Abholung und Abtransport der Ernte. Das Ministerium für Infrastruktur und öffentliche Arbeiten überwacht die technische Qualität der Straßenarbeiten.
Ziele für Produktion und Verarbeitung
Riz Bumba läuft von 2026 bis 2030 und soll fast 30.000 zugelassene Partnererzeuger einbinden. Vorgesehen sind sieben Anlagen zur Reisverarbeitung und eine Zielproduktion von 250.000 Tonnen bis 2030. Das Programm soll damit Anbau, Verarbeitung und Vermarktung verbinden, statt ausschließlich die landwirtschaftliche Erzeugung zu steigern.
Die Regierung erwartet mehrere Tausend direkte und indirekte Arbeitsplätze. Die Einkommen der teilnehmenden Erzeuger könnten nach ihrer Schätzung um 20% bis 25% steigen. Der Ausgangsbericht nennt weder das Projektbudget noch das derzeitige Produktionsniveau oder jährliche Etappenziele bis 2030.
Frauen und junge Landwirte im Fokus
Frauen sollen 40% der direkt Begünstigten stellen, junge Menschen 35%. Damit will das Projekt ländliches Unternehmertum, Beschäftigung und den Generationswechsel in der Landwirtschaft fördern und zugleich die Basis kommerzieller Reiserzeuger verbreitern.
Der Erfolg hängt nicht allein von Saatgut und Anbau ab. Die Straßensanierung entscheidet darüber, ob Rohreis effizient zu den sieben geplanten Verarbeitungsanlagen gelangt. Zertifizierung und technische Betreuung werden Erträge und Qualität beeinflussen. Werden Produktion, Logistik und Verarbeitung gleichzeitig ausgebaut, könnte mehr lokal verarbeiteter Reis auf den kongolesischen Markt gelangen und die Importabhängigkeit sinken. Das tatsächliche Ergebnis hängt von der Umsetzung zwischen 2026 und 2030 sowie von der Wettbewerbsfähigkeit des erzeugten Reises ab.