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Deutschland treibt CO2-Exporte zur Speicherung in Dänemark und den Niederlanden voran

Deutschland hat mit Dänemark und den Niederlanden Absichtserklärungen zum grenzüberschreitenden Transport und zur Offshore-Speicherung von abgeschiedenem CO2 unterzeichnet. Exportmengen, verfügbare Kapazitäten und Finanzierung sind noch nicht vereinbart.

Deutschland treibt CO2-Exporte zur Speicherung in Dänemark und den Niederlanden voran

Deutschland schafft einen politischen Rahmen

Deutschland bereitet den Export von abgeschiedenem Kohlendioxid zur dauerhaften Speicherung unter dem Meeresboden in Dänemark und den Niederlanden vor. Laut IWR unterzeichnete das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie am 6. Oktober 2026 beim ersten Strategischen Dialog des Carbon Management Forums in Berlin zwei Absichtserklärungen mit den Ländern. Staatssekretär Frank Wetzel unterschrieb für Deutschland.

Die Erklärungen sollen grenzüberschreitende Transport- und Speicherlösungen fördern, nennen jedoch weder Exportmengen und Speicherstandorte noch reservierte Kapazitäten oder Finanzierungsmodelle. Aus den veröffentlichten Angaben geht auch nicht hervor, ob sie die für einzelne Exporte erforderlichen zwischenstaatlichen Vereinbarungen nach Artikel 6 des Londoner Protokolls darstellen. Deutschland erweiterte Ende 2025 mit der Novelle des Kohlendioxid-Speicherungs- und -Transportgesetzes den Rechtsrahmen. Das Gesetz unterstützt CO2-Infrastruktur und geologische Speicherung, schließt die Nutzung des erfassten Netzes für CO2 aus der Kohleverstromung jedoch aus.

Verfügbare Kapazitäten bleiben begrenzt

Das niederländische Projekt Porthos soll frühestens in der zweiten Hälfte 2027 in Betrieb gehen und jährlich rund 2,5 Millionen Tonnen CO2 speichern. Die Kapazität ist für Anlagen von Air Liquide, Air Products, ExxonMobil und Shell im Hafen Rotterdam vorgesehen. Eine Zuteilung an deutsche Exporteure wurde nicht angekündigt.

Dänemark eröffnete das Speicherprojekt Greensand am 18. September 2026 offiziell. Die erste kommerzielle Phase ist für bis zu 400.000 Tonnen pro Jahr ausgelegt, vorwiegend aus dänischen Biomethananlagen. Die Betreiber nennen langfristig ein Ausbaupotenzial von 4 Millionen bis 8 Millionen Tonnen jährlich, haben aber keine Kapazität für deutsches CO2 fest zugesagt. Dänemark und die Niederlande schlossen bereits 2023 eine Vereinbarung über grenzüberschreitende CO2-Transporte. Norwegen baut ebenfalls Speicherinfrastruktur für Emissionen europäischer Industriestandorte auf.

Transport, Kosten und industrielle Nachfrage

CCS ist vor allem für schwer vermeidbare Emissionen etwa aus der Zement- und Kalkproduktion vorgesehen. Das CO2 muss am Industriestandort abgetrennt, gereinigt, verdichtet und für den Transport aufbereitet werden. Anschließend kann es durch spezielle Pipelines fließen oder unter Druck verflüssigt und in Tanks per Schiff transportiert werden. Am Ziel führen Leitungen zu Bohrungen, die das CO2 tief unter dem Meeresboden in poröse Gesteinsschichten pressen, darunter erschöpfte Gaslagerstätten und salzwasserführende Sandsteinformationen. Wegen möglicher Umweltrisiken durch Leckagen sind geologische Prüfungen und eine langfristige Überwachung notwendig.

Die mögliche deutsche Nachfrage ist weiterhin ungewiss. Im Klimaszenario CARETarget geht das Umweltbundesamt für 2045 von einer jährlichen Abscheidung und Speicherung von 16,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten aus fossilen und weiteren Quellen sowie 9,1 Millionen Tonnen aus biogenen Quellen aus. Dies sind Szenariowerte und keine vereinbarten Exportmengen. Das Amt fordert Vorrang für die Emissionsvermeidung und will CCS auf langfristig unvermeidbare Restemissionen begrenzen.

Auch die Finanzierung ist ungeklärt. Abscheideanlagen, Pipelines, Schiffe, Terminals und Speicher erfordern erhebliche Investitionen, doch die Erklärungen verteilen die Kosten nicht zwischen Industrie und Staat und nennen keine öffentlichen Garantien. Das Ministerium erarbeitet einen Aktionsplan Carbon Management, der unter anderem auf Vorschlägen des im Mai 2026 gegründeten Forums mit rund 200 Beteiligten aus mehr als 120 Organisationen beruht. Vier Arbeitsgruppen behandeln CO2-Quellen, Transport, Speicherung und Nutzung; eine Taskforce entwickelt Vorschläge zur Senkung von Investitionsrisiken. Bis verbindliche Kapazitäts-, Transport- und Finanzierungsverträge vorliegen, geben die Erklärungen eine politische Richtung vor, schaffen aber noch keinen betriebsbereiten Exportweg.

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