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Deutschland bei Roboterdichte auf Rang drei, doch KMU hinken hinterher

Deutschland kommt auf 449 Industrieroboter je 10.000 Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe und liegt damit hinter Südkorea und Singapur. Die Nutzung bleibt jedoch ungleich verteilt, während schwächere Autoaufträge und die Konjunktur die Branche belasten.

Deutschland bei Roboterdichte auf Rang drei, doch KMU hinken hinterher

Deutschland hält 40% des EU-Roboterbestands

Ende 2024 arbeiteten 278.900 Industrieroboter in deutschen Fabriken, 4% mehr als ein Jahr zuvor, berichtet Leipziginfo.de unter Berufung auf Daten der International Federation of Robotics und des Statistischen Bundesamts. Damit entfielen etwa 40% aller Fabrikroboter in der Europäischen Union auf Deutschland. Im Laufe des Jahres 2024 wurden rund 27.000 neue Einheiten installiert, der zweithöchste jemals in Deutschland erfasste Jahreswert.

Die Roboterdichte erreichte 449 Einheiten je 10.000 Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe. Höhere Werte verzeichneten nur Südkorea und Singapur mit bis zu 818 Einheiten; Japan folgte Deutschland mit 446. Der EU-Durchschnitt lag bei 231, der globale Mittelwert bei 132. Bei den jährlichen Installationen belegte Deutschland Rang fünf und stand für etwa 5% des weltweiten Neugeschäfts. Asien vereinte 74% der globalen Installationen von 2024 auf sich, Europa 16%.

Heimische Produktion sinkt mit der Autonachfrage

Deutsche Hersteller produzierten 2024 insgesamt 31.200 Industrieroboter, 10% weniger als 2023. Das entsprach 6% des weltweiten Bedarfs. Der Rückgang fiel mit schwächeren Bestellungen der Automobilindustrie zusammen, traditionell größter Kunde der Roboteranbieter. Die Branche orderte nur 6.900 Einheiten und damit 25% weniger als im Vorjahr. Fahrzeughersteller reduzierten ihre Installationen um 15% auf 4.300, Zulieferer um 34% auf 2.700.

Der Fahrzeugbau stellte damit 26% der deutschen Neuinstallationen. Das Ergebnis war das schwächste seit 15 Jahren, auch wenn sich aus einem einzelnen Jahr kein dauerhafter Nachfragerückgang ableiten lässt. Kurzfristig treffen die Zahlen jedoch Anbieter, die Kapazitäten und Vertrieb stark auf Automobilhersteller und Komponentenproduzenten ausgerichtet haben.

Großunternehmen bleiben den KMU weit voraus

Die jüngste amtliche Aufschlüsselung nach Unternehmensgröße stammt aus dem Jahr 2020. Damals nutzten 19% der deutschen Industrieunternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten Roboter. Bei Betrieben mit mindestens 250 Mitarbeitern lag der Anteil bei 53%, bei mittleren Unternehmen bei 27% und bei kleinen Betrieben lediglich bei 9%. Somit produzierten 91% der kleinen Hersteller weiterhin ohne Roboter.

Die Wirtschaftlichkeit bleibt eine zentrale Hürde. Das Mittelstand-Digital-Zentrum wertet eine Amortisationszeit von weniger als vier Jahren als starkes Argument für den Einstieg. Unsichere Einsparungen, eine geringe Auslastung und hohe Anpassungskosten sprechen gegen den Kauf. Kollaborierende Roboter können Unternehmen ohne eigene Automatisierungsabteilung den Zugang erleichtern. Weltweit wurden 2024 rund 64.500 Cobots installiert, 12% mehr als im Vorjahr; ihr Marktanteil lag bei knapp 12%.

Schwache Konjunktur trübt den kurzfristigen Ausblick

Der Fachkräftemangel bleibt ein Argument für die Automatisierung, obwohl laut Leipziginfo.de belastbare Studien zur Größenordnung dieses Zusammenhangs in Deutschland fehlen. Das Institut der deutschen Wirtschaft berechnete für 2025 insgesamt 369.516 unbesetzte Fachkräftestellen. Ein Drittel der offenen Positionen für Qualifizierte konnte nicht besetzt werden, obwohl die Lücke gegenüber dem Vorjahr um 24,1% schrumpfte. Kleine und mittlere Unternehmen waren überproportional betroffen.

Der VDMA erwartet, dass der Umsatz der deutschen Robotik- und Automationsbranche 2025 um 10% auf 14,5 Milliarden Euro sinkt. Bei automatisierten Komplettlösungen wird ein Rückgang um 15% auf 7,7 Milliarden Euro prognostiziert, weil geopolitische Spannungen Investitionen verzögern und der Wettbewerb aus Asien zunimmt. Weltweit rechnet die International Federation of Robotics 2025 mit rund 575.000 Neuinstallationen und bis 2028 mit mehr als 700.000 pro Jahr. Deutschland startet technologisch stark in diesen wachsenden Markt, doch die heimische Entwicklung hängt wesentlich davon ab, ob kleinere Hersteller Automatisierungsprojekte finanzieren und wirtschaftlich rechtfertigen können.

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