Deutschland installiert 2025 24.800 Industrieroboter – Rückgang um 8 %
Laut dem IFR-Jahresbericht World Robotics 2026 gingen 2025 in deutschen Fabriken 24.800 neue Industrieroboter in Betrieb, acht Prozent weniger als im Vorjahr. Der Anteil der Automobilindustrie sank von 40 % im Jahr 2020 auf 23 %, die Roboterproduktion in Deutschland fiel um 24 %, die Exporte um 37 %. China installierte 354.000 Einheiten.
Das verarbeitende Gewerbe in Deutschland hat 2025 insgesamt 24.800 neue Industrieroboter installiert – acht Prozent weniger als im Vorjahr. Das geht aus dem Jahresbericht World Robotics 2026 der International Federation of Robotics (IFR) hervor. Deutschland bleibt damit Europas größter Robotikmarkt, koppelt sich aber deutlich von der Dynamik in China, den USA und Indien ab.
Auf Deutschland entfallen 41 % aller neu installierten Industrieroboter in der Europäischen Union (EU-27). Der EU-Markt insgesamt schrumpfte 2025 um 11 %, berichtet ingenieur.de – der deutsche Rückgang fiel damit schwächer aus als der regionale Durchschnitt. Weltweit liegt Deutschland bei den jährlichen Installationen auf Rang fünf, hinter China, den USA, Japan und der Republik Korea. Zwischen 2020 und 2025 legten die Installationen hierzulande im Schnitt nur um 2 % pro Jahr zu. 2024 wurden laut IFR-Zahlen, die kettner-edelmetalle.de anführt, rund 27.000 Einheiten neu in Betrieb genommen.
Die Autobranche bremst am stärksten
Die Automobilindustrie blieb 2025 mit 5.800 neuen Einheiten der größte Abnehmer in Deutschland. Ihr Anteil an den nationalen Installationen sank jedoch von 40 % im Jahr 2020 auf 23 %. Die IFR führt das auf Elektrofahrzeuge zurück, deren Absatz hinter den Erwartungen blieb, sowie auf nationale und internationale politische Unsicherheiten, die die Hersteller dazu veranlassten, Investitionsprojekte zurückzustellen und Kapazitäten neu zu justieren. Bei der Pkw-Produktion liegt Deutschland weltweit auf Platz fünf.
Auch andere Abnehmerbranchen gingen zurück:
- Metallverarbeitende Industrie: 5.300 installierte Einheiten, minus 13 %, Marktanteil 21 %
- Chemie- und Kunststoffindustrie: 3.000 installierte Einheiten, minus 5 %, Marktanteil 12 %
„Die industrielle Automation in Deutschland ist auf hohem Niveau“, sagt IFR-Präsidentin Jane Heffner. Der Absatzrückgang von 8 % im Jahr 2025 sei „hauptsächlich auf die sinkende Nachfrage aus dem verarbeitenden Gewerbe zurückzuführen“.
Produktion und Export wandern näher an die Kunden
Die Angebotsseite gab stärker nach als die Nachfrage. Die Produktion von Industrierobotern in Deutschland erreichte 23.700 Einheiten – ein Minus von 24 %. In den vergangenen Jahren sind zwar neue Anbieter auf den deutschen Markt gekommen, deren Impulse konnten die Einbußen durch die Umstellung auf eine dezentrale Produktion aber nicht ausgleichen. Mit dieser Strategie streben die Hersteller an, möglichst nah an den jeweiligen lokalen Märkten zu fertigen.
Die Exporte von Industrierobotern aus Deutschland gingen 2025 um 37 % auf 15.100 Einheiten zurück. Neben der Verlagerung der Produktion nennt die IFR die große Zahl internationaler Roboteranbieter, die Deutschland als europäische Vertriebszentrale nutzen. Die schwache Nachfrage in Europa drückt derzeit sowohl die Re-Exporte in andere europäische Märkte als auch die Importe in deutsche Vertriebszentren.
China baut den Vorsprung aus
China installierte 2025 rund 354.000 Industrieroboter, ein Plus von 20 % im Jahresvergleich. Der Anteil an den weltweiten Implementierungen stieg damit auf 59 %, der Vorjahresrekord wurde um fast 60.000 Einheiten übertroffen. Chinesische Hersteller kamen auf 195.000 installierte Einheiten, ein Zuwachs von 15 % und ein heimischer Marktanteil von 55 % im Jahr 2025 gegenüber 57 % im Jahr 2024. Laut kettner-edelmetalle.de wurden in China bereits 2024 insgesamt 295.000 Roboter installiert – mehr als die Hälfte aller neuen Roboter weltweit und knapp elfmal so viel wie im deutschen Markt desselben Jahres; damals verkauften chinesische Hersteller im Heimatmarkt erstmals mehr als die ausländische Konkurrenz.
Die Vereinigten Staaten überholten Japan und wurden zum zweitgrößten Markt. Die Installationen wuchsen laut ingenieur.de um 12 % auf fast 38.500 Einheiten – der dritthöchste Wert in der Geschichte dieser Statistik; kettner-edelmetalle.de nennt vorläufige IFR-Zahlen von plus elf Prozent auf rund 38.000 Einheiten. Japan fiel mit 36.219 Einheiten (minus 19 %) auf Rang drei. Die Republik Korea installierte 30.000 Einheiten (minus 1 %) und blieb viertgrößter Markt. Indien belegte mit fast 10.500 Einheiten (plus 15 %) Rang sechs; seit 2020 wuchsen die Installationen dort im Schnitt um 27 % pro Jahr.
In Amerika ging Mexiko um 7 % auf weniger als 5.200 Einheiten zurück – das dritte Jahr des Abschwungs in Folge. Kanada legte um 5 % auf fast 4.000 Einheiten zu. Brasilien installierte fast 4.300 Einheiten, ein Plus von 38 %; die dortige Automobilindustrie kam auf fast 2.100 Einheiten und damit auf ein Plus von 212 %, das die IFR höchstwahrscheinlich auf Investitionen chinesischer Automobilhersteller zurückführt.
Ausblick bis 2029
Der weltweite Betriebsbestand an Industrierobotern stieg 2025 um 9 % auf einen Rekord von 5 Millionen Einheiten – mehr als doppelt so viel wie vor sieben Jahren. Die jährlichen Installationen legten um 11 % auf mehr als 600.000 neue Einheiten zu. Die IFR erwartet für 2026 einen Anstieg um 9 % auf 655.000 Einheiten und bis 2029 einen Wert von 806.000 Einheiten.
In Deutschland dürfte die Nachfrage 2026 erneut zurückgehen; erst ab 2027 rechnen Experten wieder mit steigenden Installationszahlen. Das größte Potenzial sieht die IFR bei kleinen und mittleren Unternehmen: bedienerfreundliche Roboter, die weniger Programmierkenntnisse erfordern, kostengünstige Modelle sowie „Robot-as-a-Service“-Geschäftsmodelle (RaaS), die die Gesamtbetriebskosten senken.