Holzpelletpreis in Deutschland steigt um 6,2 % auf 454,21 Euro pro Tonne
Der durchschnittliche Holzpelletpreis in Deutschland lag im September 2026 bei 454,21 Euro/t und damit 12,5 % über dem 12-Monats-Durchschnitt von 403,63 Euro/t sowie 35,6 % über dem Vorjahresmonat. Das Deutsche Pelletinstitut verweist auf die geringere Verfügbarkeit von Sägespänen infolge der schwachen Baukonjunktur sowie auf gestiegene Personal- und Transportkosten. Wärme aus Pellets kostet aktuell 9,08 Ct/kWh und bleibt rund 48 % günstiger als Heizöl.
Der durchschnittliche Preis für Holzpellets in Deutschland ist im September 2026 auf 454,21 Euro/t gestiegen, ein Plus von 6,2 % gegenüber dem Vormonat. Das berichtet sbz-online.de unter Berufung auf die monatliche Preisreihe des Deutschen Pelletinstituts (DEPI). Das Septemberniveau liegt 12,5 % über dem 12-Monats-Durchschnitt von 403,63 Euro/t und 35,6 % über dem September 2025, für den das DEPI 335,04 Euro/t ermittelt hatte.
Der Preisanstieg fällt laut Bericht für die Sommermonate ungewöhnlich deutlich aus, in denen Käufer ihre Lager üblicherweise zu saisonal niedrigeren Preisen vor der Heizperiode füllen. Als Vergleichsbasis für die 6,2 % nennt derselbe Bericht im Fließtext Juli 2026, im Vorspann den Vormonat.
Sägespäne sind der Engpass
Das DEPI führt den Anstieg unter anderem auf die derzeit geringere Verfügbarkeit von Sägespänen zurück, dem wichtigsten Rohstoff für die Pelletproduktion. Wegen der schwachen Baukonjunktur ist der Einschnitt in den Sägewerken deutlich reduziert, entsprechend weniger Späne fallen für die Pelletwerke an. Gleichzeitig sind weitere Kosten etwa für Personal und Transport gestiegen, so das DEPI.
Für Käufer und Händler ist dieser Mechanismus entscheidend, weil er außerhalb des Wärmemarktes liegt. Sägespäne sind ein Nebenprodukt: Die Pelletproduktion folgt der Schnittholzproduktion und nicht der Brennstoffnachfrage. Ein höherer Pelletpreis zieht deshalb von sich aus keinen zusätzlichen Rohstoff in den Markt, die Entspannung hängt an der Bautätigkeit.
Wärmekosten und Vergleich mit Heizöl
Wärme aus Pellets, die zum DEPI-Preis im September 2026 gekauft wurden, kostet 9,08 Ct/kWh. Der Bericht nennt als Vergleichswert 6,70 Ct/kWh für August 2025. Auch nach der Verteuerung bleibt ein Preisvorteil gegenüber einem aktuellen Heizöleinkauf von rund 48 %, bei einer Vergleichsbasis mit einem auf den Heizwert bezogenen Jahresnutzungsgrad von 1,0.
Das aktuelle Preisniveau liegt dem Bericht zufolge über dem der vergangenen beiden Jahre. Die Kombination aus wachsendem Abstand zu fossilen Brennstoffen und steigenden absoluten Kosten prägt sowohl die laufenden Ausgaben bestehender Anlagen als auch die Amortisationsrechnung neuer Pelletheizungen.
Was die DEPI-Reihe abbildet
Der DEPI-Pelletpreis wird seit 2011 im Monatsrhythmus veröffentlicht, bis Juni 2020 vom Deutschen Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV). Er bezeichnet den Durchschnittspreis in Deutschland für 1 t Holzpellets der Qualitätsklasse ENplus A1 der jeweiligen Abnahmemenge, bei Lieferung im Umkreis von 50 km, inklusive aller Nebenkosten und Mehrwertsteuer, deutschlandweit und in drei Regionen. Beim DEPV ist zusätzlich ein Pelletpreis für Lieferverträge netto abrufbar.
- Der bundesweite Kennwert bezieht sich auf eine Abnahmemenge von 6 t.
- Für größere Mengen von 26 t werden die Konditionen gesondert ausgewiesen.
- Neben dem Bundesdurchschnitt werden regionale Unterschiede veröffentlicht.
- Der 12-Monats-Durchschnitt von 403,63 Euro/t wird nicht vom DEPI ausgewiesen, sondern von der TGA+E-Redaktion als arithmetisches Mittel aus dem Berichtsmonat und den elf vorhergehenden Monaten berechnet.
Einordnung gegenüber dem Hoch 2021/2022
Vom Höchststand der letzten Energiekrise ist das Niveau weit entfernt. Zum Winteranfang 2021/22 hatte ein starker Preisauftrieb begonnen: Im Oktober 2021 lag der DEPI-Pelletpreis bei einer Abnahme von 6 t mit 248 Euro/t noch im gewohnten Bereich, sprang dann im November 2021 auf 267 Euro/t und im Dezember 2021 auf 303 Euro/t. Zuvor hatten sich konventionelle Brennstoffe und Rohstoffe allgemein deutlich verteuert.
Nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar 2022 lag der DEPI-Pelletpreis von Juli 2022 bis Dezember 2022 über 500 Euro/t. Der höchste 6-t-Lieferpreis wurde für September 2022 mit 763,76 Euro/t angegeben. Gemessen daran bewegen sich 454,21 Euro/t im September 2026 näher am Vorkrisenpfad, doch das Plus von 35,6 % im Jahresvergleich zeigt eine erneute Verknappung auf der Rohstoffseite, deren Ursachen nicht in den Gas- und Ölmärkten liegen.