Deutschlands Tierarzneimittelmarkt wächst 2025 um 4,7% – Impfstoffe legen stark zu
Der deutsche Tierarzneimittelmarkt erreichte 2025 laut Bundesverband für Tiergesundheit 1,098 Milliarden €. Impfstoffe wuchsen um 11,3%, während Antiparasitika mit 199,7 Millionen € nahezu stagnierten.
Markt bleibt über 1 Milliarde €
Der deutsche Tiergesundheitsmarkt wuchs 2025 um 4,7% auf geschätzte 1,098 Milliarden € und lag damit im zweiten Jahr in Folge über der Milliardengrenze. Nach Angaben des Bundesverbands für Tiergesundheit (BfT) wurde das Wachstum vor allem von der Krankheitsvorsorge getragen, insbesondere im Nutztiersegment.
Pharmazeutische Spezialitäten blieben die größte Produktgruppe. Der Umsatz stieg um 4,9% auf 485,7 Millionen €, was einem Marktanteil von 44,2% entspricht. Zur Kategorie gehören unter anderem Arzneimittel zur Schmerzkontrolle sowie gegen Haut- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Schmerztherapeutika erzielten 129,1 Millionen € Umsatz, ein Plus von 4,3%. Präparate gegen Hauterkrankungen wuchsen um 8,0% auf 65,4 Millionen €, Mittel gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 8,2% auf 37,4 Millionen €. Der BfT führt die Nachfrage im Kleintiersegment teilweise auf die regelmäßige Versorgung älterer Haustiere zurück.
Impfstoffe wachsen deutlich schneller als Antiparasitika
Impfstoffe entwickelten sich unter den großen Segmenten am stärksten. Der Umsatz stieg um 11,3% auf 264,8 Millionen €, ihr Marktanteil erreichte 24,1%. Laut Verband förderte die Seuchenlage bei Rindern die Ausgaben für Prävention, während Pferdehalter sensibler auf das zunehmende Vorkommen des West-Nil-Virus reagierten.
Antiparasitika legten dagegen nur um 0,3% auf 199,7 Millionen € zu. Ihr Marktanteil sank von 19% im Jahr 2024 auf 18,1%. Damals hatte das Segment 199,1 Millionen € umgesetzt. Die Erlöse mit Parasitenmitteln blieben somit nahezu stabil, während Impfstoffe und Spezialitäten schneller expandierten.
Der Umsatz mit Antiinfektiva ging um 0,5% auf 147,8 Millionen € zurück, entsprechend einem Marktanteil von 13,4%. Der BfT sieht darin einen Hinweis auf fest verankerte Regeln für den verantwortungsvollen Einsatz und ein kontinuierliches Monitoring in der tiermedizinischen Versorgung.
Seuchendruck stärkt die Prävention
Die Tierseuchensituation in Deutschland blieb 2025 angespannt. Der BfT verwies auf Ausbrüche der Maul- und Klauenseuche, einen massiven Seuchenzug der hochpathogenen aviären Influenza ab dem Herbst sowie anhaltende Fälle von Afrikanischer Schweinepest und Blauzungenkrankheit. Im europäischen Umfeld traten außerdem Lumpy Skin Disease, Newcastle Disease und Epizootische Hämorrhagie auf.
Aus Sicht des Verbands sprechen diese Ausbrüche für eine stärkere Ausrichtung der Tierseuchenbekämpfung auf Prävention. Die Tötung großer Tierbestände sei wirtschaftlich und gesellschaftlich zunehmend schwer tragbar. Das Impfstoffwachstum spiegelt daher sowohl den unmittelbaren Seuchendruck als auch das Ziel wider, Verluste vor einer Ausbreitung in den Beständen zu begrenzen.
Das Verhältnis zwischen Klein- und Nutztiersegment blieb mit 60,6% zu 39,4% weitgehend unverändert. Gleichzeitig erschwerten Probleme beim Bezug von Ausgangsstoffen von Lieferanten außerhalb Europas die Versorgung. Für Hersteller und Veterinärlieferanten zeigen die Zahlen einen wachsenden Markt, dessen einzelne Segmente jedoch immer stärker von Impfstoffverfügbarkeit, externen Bezugsquellen und der Seuchenpolitik bestimmt werden.