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Deutsche Recyclingkartonhersteller fordern erneut höhere Preise

Anbieter von Recyclingkarton könnten in Deutschland noch vor Ende 2026 erneut höhere Preise fordern, berichtet EUWID. Der bestätigte Stillstand zweier Folbb-Werke nimmt dem Frischfaserkartonmarkt rund 245.000 Tonnen Jahreskapazität, während europaweit weiterhin genügend Kapazitäten vorhanden sind.

Deutsche Recyclingkartonhersteller fordern erneut höhere Preise

Recyclingqualitäten stehen vor neuen Preisgesprächen

Deutsche Anbieter von Recyclingkarton könnten noch vor Ende 2026 eine weitere Preiserhöhung verlangen, obwohl der europäische Kartonmarkt insgesamt weiterhin Überkapazitäten aufweist. Laut EUWID schließen Marktteilnehmer neue Preisgespräche sowohl für GD 2 als auch für Graukarton nicht aus.

Diese Forderungen stehen im Gegensatz zur Lage bei Frischfaserkarton. Einkäufer und Verarbeiter sehen in Deutschland und anderen Teilen Europas weiterhin ausreichende Kapazitäten. Der Ausfall zweier Werke dürfte deshalb keinen breiten physischen Engpass auslösen. Die unmittelbaren Folgen werden vielmehr von Sorte, Lieferant und Liefertermin abhängen.

Folbb-Schließungen beseitigen 245.000 Tonnen Kapazität

Anfang September stand im deutschen Markt fest, dass die beiden Kartonfabriken von Folbb nicht wieder anlaufen werden. Nach Angaben von EUWID entfallen damit im GC-Markt rund 245.000 Tonnen Jahreskapazität. Branchenvertreter halten diese Menge für zu gering, um die bestehenden Überkapazitäten in Deutschland und Europa deutlich abzubauen, aber für groß genug, um einzelne Marktbereiche zu belasten.

Vor allem die Schließung der Kartonfabrik in Baiersbronn kam für Marktteilnehmer überraschend. Kunden des Standorts müssen kurzfristig alternative Lieferanten finden. Nach Einschätzung von Branchenkreisen sind genügend Ersatzkapazitäten vorhanden. Ein Lieferantenwechsel kann dennoch neue Materialfreigaben, angepasste Produktionspläne und veränderte Liefervereinbarungen erfordern.

Die Lieferzeiten bilden den deutlichsten operativen Engpass. Deutsche Verarbeiter berichteten EUWID, dass die Fristen für GC 2 weiterhin lang seien. Rechnerisch freie Kapazität bedeutet daher nicht automatisch kurzfristig verfügbares Material, besonders wenn Käufer bestimmte Qualitäts-, Mengen- oder Terminvorgaben erfüllen müssen.

Preisaussichten unterscheiden sich nach Segment

Die Werksschließungen verengen das Angebot an Frischfaserkarton, ohne den allgemeinen Kapazitätsüberhang zu beseitigen. Hersteller könnten in Verhandlungen mit Kunden profitieren, die schnell Ersatzmengen benötigen. Die anhaltenden Überkapazitäten begrenzen ihre Position jedoch im Gesamtmarkt. Verarbeiter mit mehreren Lieferanten können die Störung leichter auffangen als Unternehmen, die von den geschlossenen Werken abhängig waren.

Recyclingkarton folgt einer eigenen Preisentwicklung. Mögliche neue Forderungen für GD 2 und Graukarton zeigen, dass Anbieter noch in diesem Jahr Spielraum für weitere Verhandlungen sehen. EUWID nennt weder die Höhe noch den genauen Zeitpunkt einer möglichen Anhebung. Auch einzelne Hersteller hinter den Forderungen werden im Ausgangsmaterial nicht genannt. Käufer werden deshalb beobachten, ob formelle Ankündigungen folgen und ob sich die Forderungen in Verträgen durchsetzen lassen.

Für Karton- und Faltschachtelhersteller ist nicht die gesamte europäische Kapazität entscheidend, sondern die rechtzeitige Verfügbarkeit der benötigten Sorte. Der Wegfall von 245.000 Tonnen verändert die Beschaffungsströme, während lange Lieferzeiten für GC 2 einzelne Marktbereiche angespannt halten können. Parallel könnten neue Preisgespräche bei Recyclingkarton die Materialkosten der Verarbeiter auch ohne allgemeinen Mangel erhöhen.

Vollständige Marktanalyse

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