Deutsche Post betreibt 40.000 elektrische Zustellfahrzeuge in Deutschland
Die Deutsche Post hat ihre elektrische Zustellflotte in Deutschland auf 40.000 Fahrzeuge ausgebaut und verfügt über 44.400 Ladepunkte. Damit wird die Elektrifizierung von einem reinen Fahrzeugkauf zu einem integrierten Betriebsmodell aus Ladeleistung, erneuerbarem Strom und langfristiger Infrastrukturplanung.
Elektrische Zustellflotte erreicht 40.000 Fahrzeuge
Die Deutsche Post setzt in der Zustellung in Deutschland inzwischen 40.000 Elektrofahrzeuge ein. Nach Angaben des Unternehmens ist dies die weltweit größte elektrische Flotte eines Postunternehmens in einem einzelnen Markt. Die Zahl wurde anlässlich des internationalen Green Postal Day bekannt gegeben und markiert einen weiteren Schritt von Deutscher Post und DHL zur Senkung der Emissionen in der deutschen Zustellung.
Nach Angaben von elektroauto-news.net stehen für die Fahrzeuge 44.400 Ladepunkte zur Verfügung. Die Deutsche Post erklärt, dass der Ladestrom zu 95 % aus erneuerbaren Quellen stammt. Fahrzeugzahl, Ladeinfrastruktur und Strombeschaffung zeigen, dass das Vorhaben die Pilotphase verlassen hat: Elektrofahrzeuge gehören inzwischen zum regulären Betrieb auf der letzten Meile.
Infrastruktur wird zum Kern der Flottenbeschaffung
Für Betreiber gewerblicher Flotten zeigt der deutsche Ausbau, dass Elektrifizierung weit über den Fahrzeugkauf hinausgeht. Lademöglichkeiten an den Depots, Netzanschlüsse, Stromverträge, Einsatzplanung und Wartungskapazitäten müssen gemeinsam erweitert werden. Die Deutsche Post verfügt über mehr Ladepunkte als elektrische Zustellfahrzeuge. Das unterstreicht, wie wichtig die Verteilung der Ladeinfrastruktur auf die Betriebsstandorte ist, statt lediglich jeden einzelnen Ladepunkt maximal auszulasten.
Die Flotte schafft zugleich einen bedeutenden Referenzmarkt für Hersteller elektrischer Nutzfahrzeuge, Ladeausrüster und Anbieter von Energiemanagementsystemen. Großkunden bieten planbare Nachfrage, verlangen jedoch hohe Verfügbarkeit, einheitliche Ladestandards und ein flächendeckendes Servicenetz. Nikola Hagleitner, Vorständin Post & Paket Deutschland, erklärte, die Elektrifizierung sei Teil der langfristigen Unternehmensstrategie und werde durch die wachsende Kundennachfrage nach nachhaltigen Logistiklösungen gestützt.
Der Fernverkehr bleibt das schwierigere Segment
Im schweren Transport ist die Elektrifizierung der Deutschen Post weniger weit fortgeschritten. Für den Paket- und Brieftransport nutzt das Unternehmen derzeit 50 E-Lkw sowie 570 Lkw mit Bio-CNG-Antrieb. Tobias Meyer, Vorstandsvorsitzender der DHL Group, bezeichnete die Dekarbonisierung des Fernverkehrs und der Luftfracht als nächste Aufgabe der Branche. Dort gelten andere Betriebsbedingungen als in der städtischen Zustellung, darunter größere Entfernungen, höhere Lasten und eine stärkere Abhängigkeit von externer Infrastruktur.
Die an der International Post Corporation beteiligten Postunternehmen haben ihre jährlichen Gesamtemissionen gegenüber dem Referenzjahr 2008 bereits um 41 % gesenkt. Das gemeinsame Branchenziel sieht eine Reduzierung um 50 % bis 2030 vor. Als wesentliche Treiber gelten erneuerbare Energien in Posteinrichtungen und die schrittweise Umstellung der Zustellflotten auf alternative Antriebe.
Kunden verlangen messbare Emissionsdaten
Eine IPC-Befragung unter 2.500 E-Commerce-Händlern in 19 Ländern, darunter Deutschland, Frankreich, die USA und China, ergab, dass 70 % die Nachhaltigkeitsleistungen der Postunternehmen positiv bewerten. Emissionsärmere Zustellung wird damit zunehmend zu einem Faktor bei der Auswahl des Dienstleisters, besonders für Händler, die die Umweltauswirkungen ihrer Auftragsabwicklung dokumentieren müssen.
Auch die Emissionsmessung wird auf die Ebene einzelner Sendungen verlagert. Dreizehn Postunternehmen haben den IPC Carbon Footprint Calculator eingeführt, der die Emissionen einzelner Pakete entlang der gesamten Transportkette erfasst. Für 95 Millionen Sendungen liegen bereits Daten vor. Die Einbindung weiterer Unternehmen könnte eine gemeinsame Vergleichsmethode für den CO2-Fußabdruck grenzüberschreitender Lieferungen schaffen und den Druck erhöhen, überprüfbare Daten statt allgemeiner Flottenziele vorzulegen.