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Deutsche Papierindustrie verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 keine Trendwende

Produktion und Umsatz der deutschen Papier- und Zellstoffindustrie sind im ersten Halbjahr 2026 weiter gesunken. Verpackungspapiere und -pappen blieben mit 6,4 Millionen Tonnen die größte Sparte, verzeichneten aber kein Wachstum.

Deutsche Papierindustrie verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 keine Trendwende

Produktion und Umsatz bleiben unter Druck

Der deutschen Papier- und Zellstoffindustrie ist im ersten Halbjahr 2026 keine Trendwende gelungen. Nach den von EUWID Verpackung veröffentlichten Zahlen des Verbands Die Papierindustrie sank die Gesamtproduktion gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 1,4% auf 9,4 Millionen Tonnen. Der Branchenumsatz ging mit einem Minus von 7,1% auf 6,9 Milliarden Euro deutlich stärker zurück.

Die unterschiedliche Entwicklung von Produktionsmenge und Umsatz weist auf anhaltenden Druck auf den Erlös je verkaufter Tonne hin. Die Papierindustrie führte die Entwicklung auf die schwache deutsche Konjunktur zurück, die sowohl Nachfrage als auch Preise belastete. Für Papierhersteller, Verarbeiter und Zulieferer zeigen die Zahlen, dass weitgehend stabile physische Mengen nicht ausreichen, um die nominalen Verkäufe zu sichern.

Verpackungssparte hält Produktion bei 6,4 Millionen Tonnen

Papier, Karton und Pappe für Verpackungszwecke blieben mengenmäßig die größte Sparte der Branche. In den ersten sechs Monaten 2026 belief sich die Produktion auf 6,4 Millionen Tonnen und damit auf mehr als 67% der gesamten deutschen Papier- und Zellstoffproduktion. Anders als die Gesamtbranche verzeichnete das Segment gegenüber dem entsprechenden Zeitraum 2025 weder Wachstum noch Rückgang.

Diese stabile Entwicklung verschafft Verpackungsherstellern eine vergleichsweise stärkere Position, stellt aber noch keine Erholung dar. Verpackungssorten standen für mehr als zwei Drittel der deutschen Produktion und verhinderten damit einen stärkeren Rückgang des Gesamtvolumens. Zugleich zeigt die Stagnation, dass die Nachfrage von Konsumgüterherstellern, Einzelhändlern, Logistikunternehmen und Industriekunden nicht für eine Expansion ausreichte.

Verband fordert schnellere Reformen

Die Papierindustrie sieht die Konjunkturschwäche nicht als einzigen Belastungsfaktor. Der Verband verwies auch auf schlechter werdende Standortbedingungen in Deutschland und forderte die Politik auf, angekündigte Reformen ohne Verzögerung umzusetzen. Zu seinen Prioritäten gehören ein schnellerer Netzausbau, eine leistungsfähigere Infrastruktur und deutlich beschleunigte Genehmigungsverfahren.

Verbandspräsident Hans-Christoph Gallenkamp erklärte, die wirtschaftspolitischen Reformen müssten Fahrt aufnehmen, und warnte vor einem weiteren Jahr des Stillstands. Er bekräftigte die Bereitschaft der Unternehmen zur Transformation in Richtung Klimaneutralität, verwies jedoch auf häufig fehlende Voraussetzungen. Gallenkamp warnte zudem, zusätzliche Auflagen könnten unter den aktuellen Bedingungen Investitionen gefährden und die Deindustrialisierung beschleunigen.

Investitionsspielraum bleibt begrenzt

Die Forderungen nach Netzausbau und schnelleren Genehmigungen spiegeln die kapital- und energieintensive Produktion der Branche wider. Werke, die Modernisierungen, Energieprojekte oder emissionsärmere Technologien planen, benötigen verlässliche Infrastruktur und kalkulierbare Genehmigungsfristen. Sinkende Umsätze erschweren solche Investitionsentscheidungen selbst bei stabiler Produktion von Verpackungsmaterialien.

Für Marktteilnehmer sprechen die Halbjahreszahlen für anhaltende Vorsicht und nicht für eine kurzfristige Kapazitätsänderung. Verpackungspapiere und -pappen bleiben die zentrale Mengenbasis der deutschen Industrie, während die Gesamtbranche weiter schrumpft. Eine dauerhafte Erholung hängt von einer stärkeren Nachfrage, besseren Preisen und den vom Verband genannten Standortbedingungen ab.

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