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CPC-Stopp legt Rumäniens Abhängigkeit von kasachischem Rohöl offen

Der Ausfall kasachischer Rohöllieferungen über das CPC-System betrifft eine Quelle, die fast 63 % der rumänischen Ölimporte deckt. Regierung und Kraftstoffbranche prüfen die Bestände, während Raffinerien, Dieselversorgung und Zapfsäulenpreise unter Druck geraten.

CPC-Stopp legt Rumäniens Abhängigkeit von kasachischem Rohöl offen

Rumänien prüft Bestände nach CPC-Unterbrechung

Die rumänische Regierung und die Kraftstoffbranche bewerten ihre Vorräte, nachdem das System des Caspian Pipeline Consortium am Schwarzmeerterminal kein kasachisches Rohöl mehr angenommen hat. Damit ist Rumäniens wichtigste externe Ölquelle ausgefallen. Die Sorgen um die Versorgung der Raffinerien, die Verfügbarkeit von Diesel und weitere Preissteigerungen an den Tankstellen nehmen zu.

G4Media berichtete, dass sich Vertreter von Tankstellenunternehmen, Kraftstoffmarktbetreibern und Energieministerium am Donnerstag um 17:00 Uhr treffen sollten. Staatssekretär Cristian Bușoi und Ministeriumsgeneralsekretär Sorin-Dumitru Elisei nahmen demnach an der Beratung über die aktuelle Lage und die verfügbaren Kraftstoffbestände teil.

Rumänien importiert nach von Jurnalul zitierten Marktdaten rund 77 % seines Rohölbedarfs. Fast 63 % dieser Einfuhren stammen aus Kasachstan. Damit hat etwa die Hälfte des in rumänischen Raffinerien verarbeiteten Öls kasachischen Ursprung. Diese Konzentration macht den Markt besonders anfällig, falls die Unterbrechung länger dauert, als kommerzielle und strategische Vorräte überbrücken können.

Eine 1.500 Kilometer lange Route unter Druck

Die etwa 1.500 Kilometer lange CPC-Pipeline verbindet Ölfelder im Westen Kasachstans mit dem Seeterminal im russischen Noworossijsk. Von dort wird das Rohöl per Tanker zu internationalen Kunden transportiert. Kasachstan exportiert rund 80 % seiner Ölproduktion über diese Infrastruktur. 2024 beförderte die Pipeline etwa 63 Millionen Tonnen Rohöl, davon 55 Millionen Tonnen aus Kasachstan.

Jurnalul berichtete unter Berufung auf Informationen von Bloomberg, dass der Lieferstopp keine freiwillige politische Entscheidung Kasachstans war. Nach wiederholten Angriffen auf Tanker im Schwarzmeerraum stellte das CPC-Terminal die Annahme von Öl ein. Obwohl sich das Terminal in Russland befindet, ist das Rohöl als kasachischen Ursprungs zertifiziert und fällt deshalb nicht unter die westlichen Sanktionen gegen Moskau nach dem Einmarsch in die Ukraine.

Unmittelbar betroffen sind vor allem die rumänischen Raffinerien. Petromidia, die von Kasachstans nationaler Ölgesellschaft kontrolliert wird, verarbeitet fast ausschließlich kasachisches Rohöl, das über den Hafen Midia eintrifft. Auch die Petrobrazi-Raffinerie von OMV Petrom nutzt Öl aus Kasachstan, ergänzt die Mengen aber durch Lieferungen anderer Herkunft über Constanța.

Hohe Dieselimporte verschärfen das Risiko

Diesel bildet die größte Schwachstelle des Marktes. Der Ökonom Adrian Negrescu sagte Antena 3 CNN, dass Importe 80 % des rumänischen Dieselverbrauchs decken. Die Behörden sollten seiner Ansicht nach zunächst die Bestände überprüfen und die Versorgung im Inland sichern, nötigenfalls durch einen Stopp der Kraftstoffexporte. Steuersenkungen könnten einen physischen Mangel nicht beheben.

Ein vom früheren Energieminister Bogdan Ivan angekündigter Gesetzentwurf sieht vor, die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe von 21 % auf 19 % zu senken, die Verbrauchsteuer auf Standarddiesel zu reduzieren und eine formelle Marktkrisenregelung wieder einzuführen. AUR forderte das Parlament ebenfalls zu einer Senkung der Kraftstoffmehrwertsteuer auf. Von G4Media zitierte Eurostat-Daten weisen Rumänien mit einem durchschnittlichen Anstieg von 23 % als das EU-Land mit dem drittstärksten Kraftstoffpreiszuwachs aus.

Alternatives Rohöl könnte laut Jurnalul aus Aserbaidschan, Norwegen oder Libyen kommen. Ein Lieferantenwechsel würde jedoch zusätzliche Zeit und Logistikkosten erfordern. Die Dauer des CPC-Ausfalls entscheidet damit darüber, ob die Störung durch Bestandsmanagement aufgefangen werden kann oder sich zu einem breiteren Versorgungsengpass entwickelt. Raffinerien, Händler und große Dieselkunden in Rumänien und Südosteuropa beobachten nun sowohl die Schwarzmeerroute als auch die Entscheidungen der Regierung zu Vorräten, Steuern und Kraftstoffexporten.

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