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Côte d’Ivoire setzt umstrittenen Kakaopreis für 2026/27 auf 1.200 CFA-Franc fest

Côte d’Ivoire hat für 2026/27 Erzeugerpreise von 1.200 CFA-Franc je Kilogramm Kakao und 1.300 CFA-Franc je Kilogramm Kaffee festgelegt. Die Kakaoverbände bewerten den Preis unterschiedlich, während die Regierung auf schwächere Weltmarktpreise reagiert und Rückverfolgbarkeit sowie lokale Verarbeitung vorantreibt.

Côte d’Ivoire setzt umstrittenen Kakaopreis für 2026/27 auf 1.200 CFA-Franc fest

Kakaopreis fällt auf 1.200 CFA-Franc zurück

Côte d’Ivoire hat den Erzeugerpreis für Kakao zum Start der Haupternte 2026/27 am 1. September 2026 auf 1.200 CFA-Franc, rund 1,8 €, je Kilogramm festgesetzt. Der Kaffeepreis beträgt laut AllAfrica 1.300 CFA-Franc je Kilogramm. Landwirtschaftsminister Bruno Koné Nabagné gab die Preise während der zehnten Nationalen Kakao- und Schokoladentage in Port-Bouët bekannt, die vom 1. bis 3. September stattfanden.

Der Eröffnungspreis für Kakao liegt unter dem Niveau der beiden vorangegangenen Saisons, berichtete RFI. Als die internationalen Notierungen 2025 hoch waren, eröffnete die Regierung die Saison mit 2.800 CFA-Franc je Kilogramm. In der Zwischenernte ab März sank der Preis auf 1.200 CFA-Franc, ein Rückgang um fast 60 %. Die neue Haupternte übernimmt damit das niedrigere Preisniveau, statt zum früheren Aufschlag zurückzukehren.

Erzeugerorganisationen sind uneinig

Unter den Erzeugervertretern löste die Entscheidung gegensätzliche Reaktionen aus. Moussa Koné, Präsident der Nationalen Landwirtschaftsgewerkschaft für Fortschritt in Côte d’Ivoire, Synap-CI, bezeichnete den Preis als inakzeptabel und rief Landwirte dazu auf, vorhandene Bohnen nicht übereilt zu verkaufen. Seine Gewerkschaft sei zu einer Konfrontation mit dem staatlichen Branchenregulierer, dem Kaffee-Kakao-Rat, bereit.

Die landwirtschaftliche Branchenorganisation für Kaffee und Kakao vertrat eine zurückhaltendere Position. Ihr Generaldirektor Mé Kouakou sagte RFI, man habe sich einen höheren Preis gewünscht, halte 1.200 CFA-Franc angesichts der internationalen Marktlage jedoch für vertretbar. Der staatliche Preisbildungsmechanismus berücksichtige die Weltmarktpreise. Bei einer Erholung des internationalen Marktes hoffe die Organisation auf eine Anpassung.

Der Streit betrifft mehr als die Einkommen der Landwirte. Côte d’Ivoire liefert laut RFI 40 % der weltweiten Kakaoproduktion; die Kultur steht für 17 % des nationalen Bruttoinlandsprodukts und sichert den Lebensunterhalt von rund 5 Millionen Menschen. AllAfrica nennt mehr als 1,2 Millionen Kakaobauern. Da der Staat den Ankaufspreis festlegt und ein Teil der Bohnen im Voraus verkauft wird, wirken sich Veränderungen der Weltmarktnotierungen anders auf den Binnenmarkt aus als in vollständig liberalisierten Märkten.

Rückverfolgbarkeit und Verarbeitung werden ausgebaut

Koné führte die Vermarktungsprobleme der vergangenen Saison vor allem auf den starken Einbruch und die hohe Schwankungsbreite der internationalen Kakaopreise zurück. Betroffen gewesen seien Landwirte, Verarbeiter, Genossenschaften, Finanzinstitute und der Kaffee-Kakao-Rat. Regierung und Regulierungsbehörde hätten Maßnahmen ergriffen, um Lagerbestände abzubauen und die Verluste der Erzeuger zu begrenzen. Umfang und Kosten wurden in den vorliegenden Quellen nicht genannt.

Mit der neuen Saison tritt außerdem das Nationale Rückverfolgbarkeitssystem vollständig in Kraft. Erzeugerkarten sind nun bei der Vermarktung von Kakao vorgeschrieben. Damit sollen die Erlöse aus dem offiziellen Preis direkt bei den Landwirten ankommen und die Transparenz der Branche steigen. Die Reform reagiert zugleich auf internationale Anforderungen an Qualität, Nachhaltigkeit und Rückverfolgbarkeit.

Im Rahmen des Nationalen Entwicklungsplans 2026–2030 will die Regierung Betriebe modernisieren, Erträge steigern, Landrechte besser absichern und die Einkommen der Erzeuger erhöhen. Zudem soll mehr Kakao im Land zu Butter, Pulver, Kakaomasse und Schokolade für internationale Märkte verarbeitet werden. Dem stehen Klimawandel, alternde Plantagen, die Swollen-Shoot-Krankheit, Bodendegradation, illegaler Goldabbau, geringe Mechanisierung und eingeschränkter Finanzierungszugang entgegen, besonders bei jungen Landwirten. Bei einem Erzeugerpreis von 1.200 CFA-Franc muss das regulierte System nun zeigen, ob es die Beteiligung der Bauern sichern und zugleich Investitionen sowie lokale Wertschöpfung ermöglichen kann.

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