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Côte d’Ivoire prüft unverkaufte Kakaobestände nach Senkung des Erzeugerpreises

Côte d’Ivoires Branchenorganisation für Kaffee und Kakao bringt Marktteilnehmer in Duékoué zusammen, nachdem der Erzeugerpreis von 2.800 auf 1.200 CFA-Franc je Kilogramm gesunken ist. Im Mittelpunkt stehen Restbestände, strittige Exportdokumente und die Koordinierung mit Ghana.

Côte d’Ivoire prüft unverkaufte Kakaobestände nach Senkung des Erzeugerpreises

Kakaobranche trifft sich in Duékoué

Die ivorische landwirtschaftliche Branchenorganisation für Kaffee und Kakao, OIA Café-Cacao, veranstaltet in Duékoué im Westen des Landes einen nationalen Branchentag. Das Treffen folgt auf mehrere Monate mit Spannungen im Kakaosektor und findet mehr als drei Monate nach Beginn der Zwischenernte statt.

Auf einer Pressekonferenz am 20. Juli erklärte die Organisation, die Lage normalisiere sich schrittweise, wie RFI berichtete. Der Erzeugerpreis ist von 2.800 CFA-Franc je Kilogramm in der Haupternte auf 1.200 CFA-Franc in der Zwischenernte gefallen. Dieser Abstand prägt den Streit darüber, welcher Qualitätsklasse verbliebene Bohnen zugeordnet und zu welchem Preis sie gekauft werden sollen.

Zuteilung mindert einen Teil des Bestandsdrucks

OIA-Sprecher Aubin Blondé Doua sagte, die Zuteilung von 23.000 Tonnen Kakao an die Organisation habe den Absatz verbliebener Bestände aus der Haupternte erleichtert. Dadurch seien die Schwierigkeiten einiger Erzeuger nach Störungen bei Transport und Verkauf der Bohnen zurückgegangen.

Ein Teil der Blockaden gehe zudem auf Versäumnisse mancher Inhaber von Konnossementen zurück, die für den Export der Kakaobohnen benötigt werden. Berichten zufolge sind mehr als 150 Konnossemente betroffen, wobei die zugehörigen Mengen nicht wie zugesagt geliefert worden sein sollen. Damit rücken Vertragserfüllung und Warenklassifizierung in den Mittelpunkt der Branchenprüfung.

Bohnenqualität bestimmt den Preis

Nach Angaben Douas weisen Bohnen der Haupternte gewöhnlich 95 bis 100 Stück je 100 Gramm auf. Partien mit 130 oder 135 Bohnen je 100 Gramm gehören demnach zur Zwischenernte und können nicht zum Haupterntepreis von 2.800 CFA-Franc je Kilogramm gekauft werden. Lieferanten, deren Ware die Spezifikationen der Haupternte erfüllte, seien zu diesem Preis bezahlt worden.

Einige Genossenschaften geben jedoch an, weiterhin unverkaufte Bestände aus der Haupternte zu halten. Ein Vertreter eines Gewerkschaftsdachverbands sagte RFI, viele Genossenschaften hätten ihren Kakao für 1.200 CFA-Franc je Kilogramm verkauft. Sie hätten den Preis der Zwischenernte akzeptiert, um wenigstens einen Teil ihres Geldes zu erhalten. OIA Café-Cacao bezeichnet diese Fälle als Einzelfälle und führt weitere Gespräche mit der Regulierungsbehörde, dem Kaffee- und Kakaorat.

Côte d’Ivoire und Ghana stimmen Vermarktung ab

Die nationale Bestandsaufnahme folgt auf eine gemeinsame Initiative von Côte d’Ivoire und Ghana, die zusammen 60% der weltweiten Kakaoproduktion stellen. Am 16. Juni 2026 kündigten die Präsidenten Alassane Ouattara und John Dramani Mahama an, die Kakaopreise zu harmonisieren und die Vermarktungskalender anzugleichen.

Der ivorische Kaffee- und Kakaorat und Ghanas Cocobod sollen sich künftig bei der Preisfestsetzung abstimmen. Außerdem beginnen die Vermarktungskampagnen beider Länder gleichzeitig am 1. September. Die Maßnahmen sind als koordinierte Antwort auf stark schwankende Weltmarktpreise gedacht, während das Treffen in Duékoué die unmittelbaren Fragen zu Beständen, Dokumenten, Qualität und Zahlungen an Erzeuger behandelt.

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