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Côte d’Ivoire meldet Abschluss des Kakaoankaufs, Erzeuger fordern Prüfung

Côte d’Ivoires Kakaoregulierer erklärt den Ankauf von 100.000 Tonnen blockierter Bohnen für 280 Milliarden CFA-Francs für beendet. Erzeugerverbände bezweifeln die Transparenz des Programms und verlangen vor Beginn der nächsten Kampagne eine unabhängige Prüfung.

Côte d’Ivoire meldet Abschluss des Kakaoankaufs, Erzeuger fordern Prüfung

Regulierer erklärt Programm über 100.000 Tonnen für beendet

Côte d’Ivoires Kaffee- und Kakaorat CCC hat nach eigenen Angaben eine staatlich finanzierte Aktion zum Ankauf von 100.000 Tonnen Kakao abgeschlossen. Die Bohnen waren infolge einer schweren Störung des Binnenmarktes liegen geblieben. Der Streit mit den Erzeugerorganisationen ist damit nicht beendet: Sie berichten weiterhin von Tausenden Tonnen in den Lagern der Genossenschaften und stellen die Durchführung des Programms infrage.

Wie RFI berichtete, teilte der CCC am Mittwoch, dem 5. August, mit, das Ankaufprogramm habe sein Ziel erreicht und sei abgeschlossen. Nach Angaben des Regulierers wurden dafür 280 Milliarden CFA-Francs beziehungsweise rund 426 Millionen € freigegeben und bereitgestellt. Die Bohnen sollten zum staatlich festgelegten Erzeugerpreis von 2.800 CFA-Francs je Kilogramm gekauft werden.

Die Beträge passen rechnerisch zusammen: Die gesamte Zuweisung entspricht dem Kauf von 100.000 Tonnen zu 2.800 CFA-Francs je Kilogramm. Erzeugerorganisationen beklagten jedoch wiederholt Verzögerungen und mangelnde Transparenz. In ihren jüngsten Forderungen aus der Vorwoche verlangten sie eine unabhängige Prüfung der öffentlichen Mittel, die zum Abbau der Lagerbestände eingesetzt wurden.

Schwächere Exporte ließen Bohnen und Lastwagen feststecken

Die Intervention folgte auf eine Krise zu Jahresbeginn, als sich Kakao wegen langsamerer Exporte in den Lagern stapelte. Hunderte Lastwagen wurden am Eingang des Hafens von Abidjan aufgehalten und durften ihre Säcke wegen eines fehlenden Dokuments nicht entladen. Weiter oben in der Lieferkette konnten auch Erzeuger und Genossenschaften ihren Kakao weder verkaufen noch abtransportieren.

Die Störung traf einen Sektor, der laut RFI 14 % des Bruttoinlandsprodukts von Côte d’Ivoire ausmacht und 5 Millionen Menschen eine Lebensgrundlage bietet. Weil die Bohnen nicht durch die Lieferkette bewegt werden konnten, blieben Teile der vom Kakao abhängigen Bevölkerung ohne Einkommen. Der Staat verpflichtete sich daraufhin, die blockierten Bestände aufzukaufen und den Markt zu entlasten.

Die Schwierigkeiten setzten ein, nachdem die Weltmarktpreise für Kakao Ende 2024 Höchststände erreicht hatten und ab Mitte 2025 stark fielen. Gleichzeitig stieg der administrierte Kakaopreis in Côte d’Ivoire im Oktober auf den Rekordwert von 2.800 CFA-Francs je Kilogramm. Die Differenz zwischen schwächeren internationalen Preisen und dem festen Inlandspreis erhöhte den Druck auf das Vermarktungs- und Exportsystem.

Vertrauensfrage bleibt vor der neuen Kampagne offen

Sieben Gewerkschaftsdachverbände des Kakaosektors erklärten in der Woche vor der CCC-Mitteilung, dass noch Tausende Tonnen bei Genossenschaften lagerten. Diese Darstellung widerspricht der Position des Regulierers, seine Verpflichtung vollständig erfüllt zu haben. Der CCC verwies in seiner Reaktion auf das Verhalten angeblich böswilliger Personen; eine unabhängige Bestätigung der Ergebnisse enthält das von RFI veröffentlichte Material nicht.

Die Spannungen zwischen Regulierer und Branchenvertretern bestanden bereits vor Abschluss des Ankaufprogramms. Im Februar stellte der CCC Strafanträge wegen Verleumdung gegen zwei Gewerkschaftsvertreter, die vor dem Risiko unverkäuflicher Kakaobestände gewarnt hatten. Der Rechtsstreit und die aktuelle Forderung nach einer Prüfung zeigen ein weitergehendes Glaubwürdigkeitsproblem zwischen staatlichen Stellen und Erzeugerorganisationen.

Die nächste Kakaokampagne soll am 1. September und damit 1 Monat früher als üblich beginnen. Der vorgezogene Start könnte Côte d’Ivoire nach einem schwierigen Jahr den Übergang in die neue Saison erleichtern. Offen bleibt jedoch, ob sämtliche blockierten Bestände tatsächlich geräumt wurden. Unabhängig bestätigte Angaben zu Ankaufsmengen und Zahlungen würden Erzeugern, Genossenschaften, Exporteuren und Verarbeitern Klarheit über die verbliebene physische Ware und die Finanzlage der Marktteilnehmer verschaffen.

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