Consumer Reports weist in allen 52 getesteten Reisprodukten anorganisches Arsen nach
Consumer Reports hat laut der griechischen Publikation ekriti.gr in allen 52 untersuchten Reisprodukten anorganisches Arsen nachgewiesen. Naturreis enthielt durchschnittlich 80 % mehr als weißer Reis derselben Sorte, während Basmati-, Jasmin- und Sushireis die niedrigsten Konzentrationen aufwiesen.
Arsen in sämtlichen Produktkategorien nachgewiesen
Consumer Reports hat in einer neuen Laboranalyse in allen 52 untersuchten Reisprodukten anorganisches Arsen nachgewiesen, wie die griechische Publikation ekriti.gr berichtet. Die Auswahl umfasste weißen Reis und Naturreis, Basmati-, Jasmin- und Sushireis sowie Mikrowellen-Fertiggerichte. Der vorliegende Bericht nennt weder Messwerte einzelner Produkte noch bestimmte Marken mit den höchsten Belastungen.
Die Ergebnisse rücken ein seit Langem bekanntes Thema der Lebensmittelsicherheit erneut in den Fokus von Reiserzeugern, Mühlen, Herstellern verpackter Lebensmittel und Händlern. Anorganisches Arsen wird in dem Bericht als krebserregend bezeichnet. Der Nachweis in jeder Probe bedeutet jedoch nicht, dass alle Produkte gleich belastet waren: Die Konzentrationen unterschieden sich deutlich nach Reistyp und Anbauregion.
Naturreis mit der höchsten durchschnittlichen Belastung
Naturreis enthielt im Durchschnitt 80 % mehr anorganisches Arsen als weißer Reis derselben Sorte, berichtet ekriti.gr. Arsen sammelt sich in der äußeren Kleieschicht, die bei Naturreis erhalten bleibt, bei der Herstellung von weißem Reis aber durch Schleifen und Polieren entfernt wird. Die ernährungsbezogene Positionierung von Naturreis ist deshalb mit einem Sicherheitsaspekt verbunden, den Verarbeiter und Händler klar kommunizieren müssen.
Basmati-, Jasmin- und Sushireis wiesen unter den getesteten Typen durchgehend die niedrigsten Konzentrationen auf. Die verfügbare Quelle veröffentlicht jedoch weder konkrete Messwerte noch Grenzwerte, Ursprungsländer oder eine Rangliste namentlich genannter Marken. Einkäufer sollten daraus daher nicht ableiten, dass jedes Produkt dieser Kategorien dasselbe Risikoprofil besitzt.
Auch eine Bio-Zertifizierung verhinderte das Auftreten von Arsen nicht. Laut ekriti.gr kann das Element bereits im Boden vorhanden sein, teilweise infolge des früheren Einsatzes arsenhaltiger Pestizide, und anschließend auf natürlichem Weg von der Pflanze aufgenommen werden. Reis kann aus Boden und Wasser überfluteter Felder bis zu zehnmal mehr Arsen aufnehmen als andere Getreidearten. Neben Anbaustandards sind daher Feldbedingungen und Beschaffungsregion relevant.
Verarbeitung und Zubereitung können die Belastung senken
Der Bericht empfiehlt nicht, Reis vollständig vom Speiseplan zu streichen. Die Belastung könne durch geeignete Zubereitung um bis zu 75 % reduziert werden: Reis gründlich unter fließendem Wasser spülen, in einem Verhältnis von sechs Teilen Wasser zu einem Teil Reis kochen und überschüssiges Wasser anschließend abgießen. Zudem könnten einzelne Reisgerichte durch Quinoa, Bulgur oder Hirse ersetzt werden.
Diese Methoden haben auch wirtschaftliche Bedeutung. Bei Mikrowellengerichten und anderen Convenience-Produkten bestimmt der Hersteller die Zubereitung vor dem Verkauf. Rezeptur und Verarbeitung könnten deshalb stärker geprüft werden als Kochhinweise auf Packungen mit trockenem Reis. Händler und Gastronomieeinkäufer dürften zudem genauere Angaben zu Sorte, Herkunft und Analysen verlangen, vor allem bei Naturreis und als Bio vermarkteten Produkten.
Für die internationale Reiswirtschaft sind die Ergebnisse vor allem ein Reputations- und Qualitätssicherungsthema; sie belegen keine einheitliche Belastung sämtlicher Produkte. Die großen Unterschiede zwischen Sorten und Anbaugebieten erhöhen die Bedeutung von Tests und Rückverfolgbarkeit. Ohne markenspezifische Messwerte erlaubt der Bericht jedoch nur Vergleiche nach Reistyp und Produktionsherkunft, nicht nach einzelnen Unternehmen.