COFCO verschifft erste große Ladung brasilianischen Sorghums nach China
COFCO hat die erste große Ladung brasilianischen Sorghums nach China verschifft. Die Partie verließ das Terminal des Konzerns im Hafen von Santos an Bord der Guoyuan 26 und soll den Hafen Nansha in Guangzhou nach rund 45 Tagen erreichen. Für August werden brasilianische Sorghum-Exporte von mehr als 400.000 Tonnen erwartet, überwiegend mit Ziel China.
COFCO, Chinas größter staatlicher Lebensmittel- und Agrarkonzern, hat die erste große Ladung brasilianischen Sorghums nach China verschifft und damit einen neuen Exportkanal für brasilianische Anbieter geöffnet. Die Partie verließ das COFCO-Terminal im Hafen von Santos an Bord des Schiffes Guoyuan 26 und soll den Hafen Nansha in Guangzhou nach rund 45 Tagen erreichen, wie das Unternehmen in einer von Naftika Chronika zitierten Mitteilung erklärte.
Von Santos nach Nansha
Der Verschiffung vorausgegangen sind die ersten Genehmigungen, die Brasilien im vergangenen Jahr für die Ausfuhr von Sorghum und Trockenschlempe nach China erhalten hat. Diese Freigaben räumten die regulatorische Hürde aus dem Weg; mit dieser Ladung wird der Kanal erstmals in kommerziellem Maßstab genutzt, mit konkretem Schiff, Ladeterminal und Löschhafen.
„Die Öffnung des chinesischen Marktes schafft neue kommerzielle Möglichkeiten für brasilianisches Sorghum und verbindet die Produktion mit einem strategischen Verbrauchermarkt“, sagte Luiz Noto, Leiter des Bereichs Getreide und Ölsaaten von COFCO in Brasilien.
Eine Reise von etwa 45 Tagen ist für Futtergetreide lang und prägt die Organisation des Geschäfts. Partien müssen deutlich vor der Löschung bepreist und platziert werden, und die Verfügbarkeit von Schiffsraum wird Teil der Margenrechnung statt eines logistischen Details. Über die Terminalkapazität in Santos ist COFCO an beiden Enden der Kette präsent: bei der Beschaffung in Brasilien und bei der Distribution in Südchina.
August-Programm über 400.000 Tonnen
Die Mengen hinter der ersten Ladung sind bereits beachtlich und stark auf ein Ziel konzentriert.
- Die für August geplanten brasilianischen Sorghum-Exporte werden nach jüngsten, von Naftika Chronika zitierten Schätzungen 400.000 Tonnen überschreiten, wobei China den größten Teil der Verschiffungen aufnimmt.
- Für August sind sechs Schiffe mit Sorghum-Ladung für China vorgesehen.
- Vier dieser sechs Schiffe dürften auf COFCO entfallen.
Diese Konzentration ist für die Preisbildung relevant. Zwei Drittel des angekündigten August-Programms laufen über einen einzigen staatlichen Käufer, der zugleich ein wichtiger Distributor im Zielmarkt ist. Für brasilianische Erzeuger kommt damit ein zusätzliches Gebot neben den bestehenden Absatzwegen für Futtergetreide hinzu; für konkurrierende Exporteure und Handelshäuser entsteht eine Referenz, an der sie sich messen lassen müssen, wenn sie an dieselben Schiffsslots wollen.
Warum China Sorghum kauft
China ist ein bedeutender Sorghum-Verbraucher und setzt das Getreide vor allem als Futtermittel sowie als Ausgangsstoff für Baijiu ein, die traditionelle chinesische Spirituose. Beide Nachfragearten verhalten sich unterschiedlich: Der Futterbereich folgt den relativen Kosten der Futtergetreide und wechselt schnell zwischen Herkünften und Substituten, während die Nachfrage der Brennereien an bestimmte Korneigenschaften gebunden und wenig preiselastisch ist. Eine neue Herkunft muss sich deshalb sowohl bei der Qualität als auch bei den Kosten frei Bestimmungshafen bewähren, bevor sie fester Bestandteil der Einkaufsprogramme wird.
Für Brasilien ist Sorghum in einem von Soja und Mais dominierten Getreidekomplex bislang eine Nebenkultur; der Zugang zum größten Importmarkt verschafft ihr einen Absatzkanal, den sie zuvor nicht hatte. Die Genehmigungen des Vorjahres umfassten auch Trockenschlempe, ein Koppelprodukt der Maisethanol-Produktion, sodass über denselben regulatorischen Weg ein zweiter Warenstrom entstehen kann. Zu beobachten ist nun, ob die Exportprogramme im September und Oktober das August-Niveau halten, ob neben dem COFCO-Terminal in Santos weitere Umschlaganlagen einsteigen und wie sich die Kosten brasilianischen Sorghums frei Bestimmungshafen gegenüber den bisherigen Herkünften chinesischer Käufer darstellen, sobald die ersten Schiffe in Nansha löschen.