COFCO eröffnet mit 69.000 Tonnen großvolumige Sorghumroute von Brasilien nach China
COFCO International hat 69.000 Tonnen brasilianisches Sorghum von Santos nach Guangzhou verschifft. Die erste großvolumige Lieferung eröffnet brasilianischen Erzeugern Zugang zur chinesischen Futter- und Baijiu-Industrie und schafft eine Alternative zu US-Ware.
Erste Großladung verlässt Santos
COFCO International hat 69.000 Tonnen brasilianisches Sorghum nach China verschifft und damit die erste großvolumige Handelsroute für das Getreide zwischen beiden Ländern eröffnet. Das Schiff verließ den Hafen Santos in Richtung Guangzhou. Laut Globo Rural soll die Ladung ihr endgültiges Ziel in etwa 45 Tagen erreichen.
Das Getreide wurde am Terminal Export COFCO, kurz TEC, verladen und soll im Hafen Nansha in Guangzhou gelöscht werden. COFCO Trading übernimmt nach Angaben von Brasil 247 den Vertrieb auf dem chinesischen Markt. Das Unternehmen gab die Transaktion am Donnerstag, dem 20. August, bekannt und bestätigte damit einen Anfang August veröffentlichten Bericht von Reuters.
Der Lieferung ging im Januar eine Testsendung voraus, mit der Brasilien erstmals seit 2014 wieder Sorghum nach China exportierte. Die damalige Menge passte in einen einzigen Container. Die neue Schüttgutladung hebt das Geschäft von einem Markttest auf ein kommerziell relevantes Niveau.
Neuer Absatzkanal für brasilianische Erzeuger
China verwendet Sorghum hauptsächlich als Tierfutter, wo es andere Futtergetreide wie Mais ersetzen kann. Zudem dient es als Rohstoff für Baijiu, eine traditionelle chinesische Spirituose. Forbes Brasil beziffert den chinesischen Markt auf jährlich 5,5 Millionen bis 10 Millionen Tonnen. Brasilianische Anbieter erhalten damit Zugang zu einer bedeutenden Nachfragebasis.
Luiz Noto, Leiter des brasilianischen Getreide- und Ölsaatengeschäfts von COFCO, erklärte in einer Unternehmensmitteilung, der Zugang zu China schaffe zusätzliche Vermarktungsmöglichkeiten für brasilianische Landwirte und verbinde die heimische Erzeugung mit einem wichtigen Verbrauchermarkt. Die Lieferung erweitere außerdem die Palette der Agrarrohstoffe, die COFCO aus Brasilien an strategische Auslandsmärkte vermarktet.
Weitere brasilianische Sorghumladungen nach China sind laut Brasil 247 bereits in Schiffsfahrplänen aufgeführt. Solche Planungen garantieren noch keine dauerhaften Handelsmengen. Sie deuten aber darauf hin, dass auf die Abfertigung in Santos weitere Massenguttransporte folgen könnten.
Wettbewerb mit Mais und US-Sorghum
Brasilianisches Sorghum konkurriert sowohl mit Mais in Futtermischungen als auch mit etablierten ausländischen Sorghumlieferanten. Die Zulassung brasilianischer Anbieter gibt chinesischen Käufern eine zusätzliche Bezugsquelle neben den USA. Brasil 247 berichtete, dass die US-Ausfuhren von Sorghum nach China während des Handelskonflikts von 2025 zurückgingen.
Für chinesische Futtermittelhersteller erhöht ein weiteres Herkunftsland die Flexibilität, wenn Preise, Frachtraten oder politische Bedingungen bestehende Lieferketten belasten. Für brasilianische Erzeuger hängt der Erfolg davon ab, ob sie exportfähige Mengen bündeln und nach Inlandstransport, Terminalumschlag und Seefracht wettbewerbsfähige Preise anbieten können.
Die Route erweitert zugleich eine Agrarhandelsbeziehung, die bisher von deutlich größeren brasilianischen Lieferungen von Sojaprodukten und Rindfleisch geprägt ist. Sorghum bleibt ein kleinerer Warenstrom. Die Ladung von 69.000 Tonnen zeigt jedoch, dass die Lieferkette das Getreide über ein großes Massengutterminal direkt nach Südchina bringen kann.
Abwicklung entscheidet über Fortsetzung
Ankunft und Verteilung der ersten Ladung werden Qualitätseinhaltung, Logistik und Nachfrage chinesischer Nutzer erstmals im größeren Maßstab prüfen. Händler dürften außerdem weitere Schiffsfahrpläne und das Preisverhältnis zwischen Sorghum und Mais beobachten, um die Chancen eines regelmäßigen Geschäfts zu bewerten.
COFCO verbindet bei dem neuen Korridor das Verladeterminal, den internationalen Transport und den Vertrieb in China. Kommen weitere Lieferungen zustande, erhalten brasilianische Erzeuger einen zusätzlichen Absatzkanal in einem großen Markt, während chinesische Käufer Brasilien in ihr Portfolio von Sorghumherkünften aufnehmen können.