Coca-Cola und Arca Continental Lindley investieren 1 Milliarde $ in Peru
Coca-Cola Perú und Arca Continental Lindley wollen über fünf Jahre 1 Milliarde $ in die Modernisierung und Erweiterung von Produktion, Betrieb, Vertrieb und Marktversorgung investieren. Hinzu kommen ein Wasserprojekt in Pucusana und Hilfsmaßnahmen bei Folgen des Küsten-El-Niño.
Fünfjähriges Ausbauprogramm
Coca-Cola Perú und der Abfüller Arca Continental Lindley werden in den kommenden fünf Jahren 1 Milliarde $ in Peru investieren. Das Geld ist für den Ausbau und die Modernisierung der Produktions-, Betriebs- und Marktinfrastruktur vorgesehen. Capital.es und Bolsamanía bezifferten den Gegenwert des Programms auf 865,6 Millionen €.
Bekannt gegeben wurde das Vorhaben bei einem protokollarischen Besuch der neuen peruanischen Präsidentin Keiko Fujimori im Werk der Unternehmen in Pucusana südlich von Lima. Die vorliegenden Angaben enthalten weder einen jährlichen Investitionsplan noch Kapazitätsziele oder eine Aufteilung auf Fertigung, Logistik und kommerzielle Anlagen. Als Schwerpunkte werden jedoch Produktion, kommerzielle Aktivitäten und Vertrieb genannt.
Für die peruanische Getränkelieferkette bedeutet das Programm Ausgaben, die über reine Fabrikausrüstung hinausgehen. Investitionen in Vertrieb und Marktversorgung können Lager, Fahrzeugflotten, Lieferrouten und Produktverfügbarkeit betreffen. Eine modernisierte Produktion kann den Abfüller besser auf Nachfrageänderungen vorbereiten. Ein neues Werk, konkrete Produktionslinien oder zusätzliche Arbeitsplätze wurden nicht angekündigt.
Kapazitäten in Produktion und Vertrieb
Enrique Pérez Barba, Executive Director von Arca Continental Lindley, erklärte, die Investition bestätige das langfristige Vertrauen des Unternehmens in Peru. Laut der von Capital.es zitierten Mitteilung will der Abfüller seine Produktions-, Vertriebs- und kommerziellen Fähigkeiten stärken und profitabel sowie nachhaltig wachsen.
Für Zulieferer und Wettbewerber setzt die Zusage einen bedeutenden fünfjährigen Maßstab für Kapitalausgaben im peruanischen Markt für alkoholfreie Getränke. Verpackungshersteller, Logistiker, Anlagenlieferanten und Einzelhändler könnten profitieren, sobald Projekte in Beschaffung und Bau übergehen. Nicht genannt wurden jedoch die betroffenen Getränkekategorien, der erwartete Produktionszuwachs und die jeweilige Finanzierung durch Coca-Cola Perú und Arca Continental Lindley.
Wegen der Größe des Programms wird die Umsetzung zum entscheidenden Bewertungspunkt. Investoren und Marktteilnehmer müssen auf Genehmigungen einzelner Projekte, Bauzeitpläne und veröffentlichte Kapazitätserweiterungen achten. Erst daraus wird hervorgehen, ob die Mittel vor allem betriebliche Engpässe beseitigen, die geografische Reichweite erhöhen oder spürbare neue Getränkekapazitäten schaffen.
Wasserinfrastruktur und Klimahilfe
Neben den kommerziellen Investitionen werden die Unternehmen in Pucusana eine Trinkwasser- und Abwasseranlage für mehr als 31.000 Menschen errichten. Capital.es und Bolsamanía beziffern die Kosten auf 291 Millionen Soles beziehungsweise 74,5 Millionen €. Die Berichte lassen offen, ob dieser Betrag in dem Gesamtprogramm von 1 Milliarde $ enthalten ist.
Coca-Cola Perú und Arca Continental Lindley wollen zudem gemeinsam mit den zuständigen Behörden Maßnahmen gegen die Folgen des Küsten-El-Niño unterstützen. David Peñalver, Geschäftsführer von Coca-Cola Perú, kündigte 2 Millionen Liter Wasser und 150.000 Decken aus recycelten PET-Flaschen für betroffene Familien an.
Damit verbindet die Ankündigung das Investitionsprogramm mit zwei unmittelbaren Betriebsfaktoren der Getränkeindustrie: verlässlicher Wasserversorgung und klimabedingten Störungen. Für Hersteller und Distributoren hängt der kommerzielle Effekt davon ab, wie schnell aus dem Fünfjahresplan produktive Anlagen werden. Für die Bevölkerung sind das Wasserprojekt in Pucusana und die für mögliche Folgen des Küsten-El-Niño vorgesehenen Hilfsgüter zunächst konkreter.