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Coal India und HURL prüfen Projekt für Harnstoff aus Kohlevergasung

Coal India und Hindustan Urvarak & Rasayan haben eine unverbindliche Absichtserklärung zur Prüfung einer Harnstoffanlage auf Basis von Kohlevergasung unterzeichnet. Das Vorhaben könnte Indiens heimische Düngemittelproduktion und die Kohlenachfrage erhöhen, doch Kapazität, Standort, Investition und Zeitplan sind noch offen.

Coal India und HURL prüfen Projekt für Harnstoff aus Kohlevergasung

Unternehmen beginnen Gespräche über Kohle-Harnstoff

Coal India Limited und Hindustan Urvarak & Rasayan Limited, kurz HURL, haben eine unverbindliche Absichtserklärung unterzeichnet, um die Entwicklung einer Harnstoffanlage auf Basis von Kohlevergasung zu prüfen. Business Standard berichtete über die Vereinbarung zwischen Indiens größtem Kohleproduzenten und einem etablierten einheimischen Düngemittelhersteller. Die Unternehmen nannten bislang weder die geplante Kapazität noch Standort, Investitionsbedarf oder Bauzeitplan.

Der unverbindliche Charakter bedeutet, dass die Vereinbarung einen Rahmen für die Projektprüfung schafft, aber keine endgültige Investitionsentscheidung darstellt. Noch ungeklärt sind laut den veröffentlichten Angaben unter anderem Herkunft und Qualität der Kohle, Vergasungstechnologie, Finanzierung, Produktabnahme und Betriebsverantwortung. Technische und wirtschaftliche Studien müssen zeigen, ob daraus ein bindender Vertrag entsteht.

HURL verfügt über eine bestehende Produktionsbasis

HURL wurde am 15. Juni 2016 von Coal India, NTPC und Indian Oil als Hauptinitiatoren sowie der Fertilizer Corporation of India und der Hindustan Fertilizer Corporation gegründet. Das Unternehmen betreibt reaktivierte Düngemittelwerke in Gorakhpur, Sindri und Barauni. Laut dem Jahresbericht von Coal India produzieren die drei erdgasbasierten Anlagen jeweils 4.000 Tonnen Harnstoff pro Tag. Im Geschäftsjahr 2024-25 stellte HURL 3,30 Millionen Tonnen neem-beschichteten Harnstoff her und erzielte einen Umsatz von ₹15.909,70 Crore.

Das vorgeschlagene Projekt würde eine weitere Rohstoffroute in das Portfolio von HURL aufnehmen. Bei der Kohlevergasung wird Kohle in Synthesegas umgewandelt, das anschließend als Ausgangsstoff für Ammoniak und Harnstoff dienen kann. HURL erhielte damit eine mögliche Grundlage für zusätzliche Kapazität mit einem heimischen Rohstoff. Coal India könnte Kohle in einer höherwertigen industriellen Anwendung jenseits der direkten Verbrennung einsetzen.

Ein Referenzprojekt existiert, die Umsetzung bleibt entscheidend

Coal India ist über Talcher Fertilizers Limited bereits an der Wertschöpfungskette für Harnstoff aus Kohle beteiligt. Nach Angaben des indischen Kohleministeriums ist das Talcher-Projekt für jährlich 1,27 Millionen Tonnen Harnstoff ausgelegt und wird auf ₹19.062,22 Crore veranschlagt. Das Ministerium beschreibt Kohlevergasung als Verfahren zur Herstellung von Synthesegas und Folgeprodukten wie Ammoniak, Harnstoff, Ammoniumnitrat und Methanol. Talcher bietet damit einen Bezugspunkt, ohne dass bisher feststeht, ob das neue Projekt dessen Größe oder Auslegung übernehmen soll.

Die wirtschaftliche Bedeutung für Indiens Düngemittelbranche hängt davon ab, ob die Anlage Harnstoff zuverlässig und zu wettbewerbsfähigen Kosten liefern kann. Heimische Kohle könnte die Abhängigkeit von importiertem Gas und Dünger verringern. Vergasungsanlagen benötigen jedoch viel Kapital, komplexe Technik sowie eine verlässliche Kohleaufbereitung und Logistik. Umweltgenehmigungen, Wasserbedarf, Emissionskontrolle und die Behandlung fester Rückstände beeinflussen ebenfalls die Auslegung. Bis eine Machbarkeitsstudie vorliegt und Kapital verbindlich zugesagt wird, bleibt die Vereinbarung eine Option für künftige Kapazität und kein bestätigtes zusätzliches Angebot.

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