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CME plant Sorghum-Basis-Futures für den Getreidemarkt der Great Plains

CME Group will den Handel mit Sorghum-Basis-Futures vorbehaltlich der regulatorischen Prüfung am 24. August 2026 aufnehmen. Der physisch erfüllte CBOT-Kontrakt bildet die Preisdifferenz zwischen Sorghum und Mais ab und nutzt ein Netz von Silos in Kansas.

CME plant Sorghum-Basis-Futures für den Getreidemarkt der Great Plains

Ein Kontrakt für den Sorghum-Mais-Spread

CME Group plant Sorghum-Basis-Futures und schafft damit für Erzeuger, Getreidehändler, Futtermittelkäufer und Biokraftstoffproduzenten ein eigenes Instrument zur Absicherung von Veränderungen im Preisverhältnis zwischen Sorghum und Mais. Der Handelsstart ist vorbehaltlich der regulatorischen Prüfung für den 24. August 2026 vorgesehen. Die Kontrakte werden am Chicago Board of Trade notiert und unterliegen den CBOT-Regeln.

Der Kontrakt bildet die Differenz zwischen Sorghum- und Maispreisen ab, statt als eigenständige, vom breiteren Getreidemarkt losgelöste Benchmark zu dienen. Beide Getreidearten werden als Tierfutter und als Rohstoff für Ethanol verwendet. Laut CME folgt Sorghum über längere makroökonomische Zyklen meist dem Maispreis. Geopolitische Ereignisse und regionale Angebotsveränderungen können diese Beziehung jedoch stören.

Aufschläge und Abschläge senden unterschiedliche Signale

Ein Aufschlag von Sorghum gegenüber Mais zeigt nach Angaben der CME gewöhnlich, dass internationale Nachfrage den Sorghumpreis anhebt. Ein starker Abschlag kann inländische Käufer dazu bewegen, günstigeren Sorghum in Futtermischungen einzusetzen. Diese Schwankungen erzeugen für Erzeuger und Silobetreiber in den Great Plains ein Basisrisiko, selbst wenn sie Mais-Futures bereits zur Absicherung des allgemeinen Getreidepreisrisikos nutzen.

Der neue Kontrakt soll genau diesen Spread isolieren. Ein Erzeuger, der mit einem sinkenden Sorghum-Aufschlag rechnet, könnte die Veränderung absichern. Ein Silo, Exporteur, Futtermittelhersteller oder Ethanolproduzent könnte je nach Beschaffungsrisiko die Gegenposition übernehmen. Die Absicherung beseitigt weder Produktionsrisiken noch lokale Transportkosten oder sämtliche Unterschiede zwischen dem Kassagebot am Hof und dem lieferbaren Markt. Ihr Nutzen hängt davon ab, wie eng lokale Preise dem Kontrakt folgen und ob der Handel genügend Tiefe für kostengünstige Ein- und Ausstiege entwickelt.

Das Liefernetz in Kansas verankert den Markt

Die Futures werden physisch erfüllt. Das Getreide kann per Lkw oder Bahn aus einem Netz von Silos in Kansas, dem größten Sorghum produzierenden US-Bundesstaat, ausgelagert werden. Dafür wird das bestehende Liefersystem für Kansas City Hard Red Winter Wheat genutzt. Diese Regelung stellt eine vorhandene Logistikinfrastruktur bereit, konzentriert den lieferbaren Markt aber klar auf Kansas. Erzeuger und Käufer in anderen Teilen der Great Plains müssen Frachtunterschiede und das Verhältnis ihrer lokalen Basis zu den Lieferpunkten in Kansas berücksichtigen.

Liquidität ist der entscheidende kommerzielle Test. CME meldete für das zweite Quartal 2026 ein Rekordvolumen von 2,1 Millionen Agrarkontrakten. Das offene Interesse bei Mais-Futures und -Optionen erreichte mit 4,1 Millionen Kontrakten ebenfalls einen Rekord. Das Quartalsvolumen war mit 695.000 Kontrakten das zweithöchste der Geschichte. Diese Zahlen zeigen die Größe des angrenzenden Agrarderivatemarktes, garantieren aber keine Aktivität im neuen Sorghum-Produkt. Erst die Beteiligung von Silos, Händlern, Exporteuren und Verbrauchern entscheidet, ob kontinuierliche Geld- und Briefkurse zu praktikablen Transaktionskosten entstehen.

Folgen für Erzeuger und Getreidekäufer

Sorghum-Erzeuger könnten zwei bislang häufig verbundene Entscheidungen trennen: die Absicherung der allgemeinen Richtung der Getreidepreise über Mais-Futures und die Steuerung des sorghumspezifischen Auf- oder Abschlags. Käufer erhielten eine direktere Möglichkeit, Futter- oder Verarbeitungsmargen zu schützen, wenn Exportnachfrage, regionales Angebot oder Biokraftstoffverbrauch Sorghum vom Maispreis lösen.

Der Kontrakt kann die Preistransparenz verbessern, beseitigt aber nicht die Basisunsicherheit. Die physische Erfüllung kann Futures und Kassamarkt verbinden, während das Netz in Kansas einen definierten Konvergenzmechanismus schafft. Die geografische Konzentration der Lieferung und eine zunächst unsichere Liquidität könnten die Relevanz für manche Standorte begrenzen. Für die Ergebnisse der Erzeuger ist deshalb nicht allein der Start entscheidend, sondern die dauerhafte kommerzielle Nutzung nach dem 24. August.

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