Südkoreas größte Kastanienregion startet zehnjährigen Branchenumbau
Die Provinz Süd-Chungcheong plant ein Zehnjahresprogramm gegen die Alterung von Erzeugern und Bäumen sowie gegen Bodenversauerung. Die Strategie verbindet Produktion, Nachwuchsgewinnung, Verarbeitung, Vertrieb und praxisnahe Forschung.
Drei Belastungen gefährden die Produktion
Die Provinz Süd-Chungcheong, auf die mehr als die Hälfte der südkoreanischen Kastanienproduktion entfällt, bereitet einen zehnjährigen Umbau der Branche vor. Das Programm richtet sich gegen drei zentrale Belastungen: alternde Erzeuger, überalterte Kastanienbäume und zunehmend saure Böden. Klimawandel und sinkende Produktivität verschärfen die Lage zusätzlich.
Nach Angaben der Chungcheong Times veranstaltete die Provinzregierung am 28. September eine Beratung in ihrem Verwaltungssitz. Mehr als 50 Personen nahmen teil, darunter Gouverneur Park Soo-hyun, Professoren, Fachleute sowie Vertreter der Forstbehörden und Forstgenossenschaften aus Gongju, Buyeo und Cheongyang und des koreanischen Verbands der Kastanienerzeuger.
Die Beteiligten behandelten die Schwierigkeiten als zusammenhängendes Branchenproblem, das einzelne Betriebe nicht allein lösen können. Asia Times bezeichnete Kastanien aus Chungnam als wichtiges regionales Erzeugnis und als Symbol für die Stellung der südkoreanischen Forstwirtschaft.
Vier Bereiche bilden das Erneuerungsprogramm
Die Strategie umfasst Produktion und Infrastruktur, junge Forstwirte und Arbeitskräfte, Vertrieb und Verarbeitung sowie Politik und Forschung. Geplant sind Hilfen für die schrittweise Erneuerung alter Baumbestände und die Verbesserung der Böden. Auch die Mechanisierung von Mähen, Pflanzenschutz und Ernte wird als Antwort auf den Arbeitskräftemangel geprüft.
Im Personalbereich sollen junge Forstwirte gewonnen und Betriebsübergaben durch Mentoren begleitet werden. Neue Bäume allein stabilisieren die Produktion nicht, wenn erfahrene Betreiber ohne Nachfolger ausscheiden. Eine geregelte Nachfolge kann Wissen erhalten und jungen Betrieben den Zugang zu bestehenden Produktionsstrukturen erleichtern.
Für die nachgelagerten Stufen sind gemeinsame Sortier-, Lager- und Verarbeitungsanlagen sowie höherwertige Marken vorgesehen. Gemeinsame Infrastruktur könnte Qualität und Warenbehandlung vereinheitlichen und Alternativen zum Verkauf unverarbeiteter Kastanien schaffen. Angaben zu Budget, Kapazitäten, Projektfristen oder Einkommenszielen wurden jedoch nicht veröffentlicht.
Forschung soll sich an den Betrieben orientieren
Der vierte Bereich umfasst die Verbreitung klimaangepasster Sorten sowie mehr Feldversuche und angewandte Forschung. Produktion, Personal, Vertrieb und Forschung sollen als Kreislauf zusammenarbeiten. Hwang Myung-soo, Berater des koreanischen Verbands der Kastanienerzeuger, stellte bei dem Treffen praxisbezogene Vorschläge vor.
Park kündigte an, Hinweise der Erzeuger in die Provinzpolitik aufzunehmen. Entscheidend ist für die Betriebe, wie schnell Bäume erneuert, Böden verbessert und arbeitsintensive Prozesse mechanisiert werden. Verarbeiter und Händler werden auf stabilere Mengen und Qualitäten achten. Der Zehnjahreshorizont lässt Zeit für die Koordinierung, doch ohne Finanzierungs- und Leistungsziele bleibt der tatsächliche Umfang offen.