Chinesische Marken gewinnen im tschechischen E-Automarkt mit Plug-in-Hybriden an Boden
Batterieelektrische Autos und Plug-in-Hybride erreichten im August zusammen 13,91 % der tschechischen Pkw-Neuzulassungen. Chinesische Marken führten das Plug-in-Hybrid-Ranking an und legten auch bei reinen Elektroautos zu.
Anteil aufladbarer Fahrzeuge nähert sich 14 %
Batterieelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride kamen im August zusammen auf 13,91 % der Neuzulassungen von Pkw in Tschechien. Das zeigen Daten des tschechischen Automobilimporteurverbands SDA, über die České noviny berichtete. Reine Elektroautos erreichten einen Marktanteil von 8,45 %, Plug-in-Hybride kamen auf 5,46 %.
Die Werte setzen den im Jahresverlauf beobachteten Anstieg elektrifizierter Fahrzeuge fort. Kommerziell handelt es sich um unterschiedliche Segmente: Batterieautos fahren ausschließlich elektrisch, während Plug-in-Hybride ein aufladbares elektrisches System mit einem Benzin- oder Dieselmotor verbinden. Ihr gemeinsamer Anteil von annähernd 14 % zeigt dennoch, dass extern aufladbare Fahrzeuge zu einem relevanten Bestandteil des tschechischen Neuwagenmarkts geworden sind.
Škoda behauptet klare Führung bei Elektroautos
Der heimische Hersteller Škoda blieb im August die führende Marke bei batterieelektrischen Autos und registrierte 569 Fahrzeuge. Das war mehr als das Fünffache des Volumens von Mercedes-Benz auf Rang zwei mit 107 Zulassungen. Volkswagen belegte den dritten Platz, wobei die Quelle keine konkrete Zulassungszahl nannte.
Der Vorsprung von Škoda zeigt, dass der Aufstieg chinesischer Hersteller den etablierten Marktführer bei reinen Elektroautos bislang nicht verdrängt hat. Unterhalb von Škoda ist der Wettbewerb jedoch stärker zersplittert. Chinesische Marken gewinnen sowohl bei Batterieautos als auch bei Plug-in-Hybriden Volumen und erhöhen damit den Druck auf europäische Hersteller, die um Kunden außerhalb der dominierenden heimischen Marke konkurrieren.
Chinesische Marken führen bei Plug-in-Hybriden
Omoda/Jaecoo erreichte nach SDA-Angaben im August mit 123 Zulassungen den ersten Platz im tschechischen Plug-in-Hybrid-Ranking. Škoda folgte mit 96 Fahrzeugen, Ford mit 92. Damit lag eine chinesische Automobilgruppe in einer schnell wachsenden Antriebskategorie vor etablierten europäischen und US-amerikanischen Wettbewerbern.
Auch weitere chinesische Hersteller steuerten relevante Stückzahlen bei. BYD registrierte 45 batterieelektrische Autos und 73 Plug-in-Hybride. Chery kam auf 63 Plug-in-Hybride, Leapmotor auf 58 Batterieautos und 16 Plug-in-Hybride. Die Zahlen verdeutlichen, dass sich die chinesische Präsenz weder auf eine einzige Marke noch auf eine einzige Antriebstechnologie beschränkt.
Für europäische Autohersteller geht die Herausforderung damit über den Wettbewerb um reine Elektroautos hinaus. Chinesische Gruppen nutzen sowohl Batterieautos als auch Plug-in-Hybride für den Eintritt in den tschechischen Markt. So erreichen sie auch Käufer, die elektrisch fahren möchten, aber noch nicht vollständig von Ladeinfrastruktur abhängig sein wollen. Für Händler und Importeure macht das wachsende Angebot lokale Vertriebsnetze, Werkstattservice und Markenbekanntheit wichtiger. Der Zulassungsmix vom August zeigt, dass sich der Wettbewerbsdruck zunächst in einzelnen elektrifizierten Segmenten verschärft und nicht gleichmäßig über den gesamten Pkw-Markt verteilt.