Chinesischer Marktzugang treibt Brasiliens Sorghumproduktion an
Brasiliens Sorghumproduktion ist laut den von Notícias Agrícolas zitierten Conab-Daten um 20 % gestiegen, im Bundesstaat Maranhão sogar um 115 %. Nach Abschluss des Exportprotokolls rechnet die Branche in diesem Jahr mit 30 Schiffsladungen für China.
China eröffnet einen neuen Absatzkanal
Brasilien baut die Produktion und Verschiffung von Sorghum aus, nachdem das Getreide Zugang zum chinesischen Markt erhalten hat. Für eine Kultur, die im Inland überwiegend als Tierfutter eingesetzt wird, entsteht damit ein neuer großer Absatzkanal. Der brasilianische Verband der Mais- und Sorghumproduzenten Abramilho erwartet im laufenden Jahr Exporte im Umfang von 30 Schiffsladungen nach China, berichtete Notícias Agrícolas.
Die Prognose folgt rund ein Jahr nach dem Besuch einer Delegation der chinesischen Zollhauptverwaltung GACC, die Abramilho in Brasilien empfangen hatte. Chinesische Fachleute besichtigten landwirtschaftliche Betriebe in Uberlândia im Bundesstaat Minas Gerais und informierten sich dort über den Anbau. Zudem prüften sie in Aufbereitungsanlagen die Sicherheits- und Qualitätsverfahren für Exportware. Die Mission sollte die notwendigen Schritte zum Abschluss des Exportprotokolls für brasilianisches Sorghum voranbringen.
Laut Abramilho legte in der Woche der Mitteilung im August ein weiteres Schiff mit brasilianischem Sorghum nach China ab. Der Verband wertete die Lieferung als Beleg dafür, dass das Getreide international an Bedeutung gewinnt. Angaben zur Ladungsmenge, zum Preis oder zu den beteiligten Häfen enthielt der Bericht nicht.
Maranhão führt das Produktionswachstum an
Die brasilianische Sorghumproduktion ist nach Daten der staatlichen Versorgungsgesellschaft Conab, die Notícias Agrícolas anführte, um 20 % gestiegen. Maranhão verzeichnete mit einem Plus von 115 % einen der stärksten Zuwächse. Die Zahlen deuten darauf hin, dass die Landwirte auf breitere Absatzmöglichkeiten reagieren, darunter die chinesische Nachfrage und zusätzliche Anwendungen im Heimatmarkt.
Branchenverbände stellten die Expansion bei der Veranstaltung Conexão Sorgo Brasil in Imperatriz im Bundesstaat Maranhão heraus. Beteiligt waren Abramilho, Aprosoja Maranhão, CropLife, die Nationale Union für Maisethanol, Inpasa, Coreva sowie Embrapa Milho e Sorgo. Thema war auch ein Gesetz zur Einführung eines nationalen Sorghumtages. Laut Notícias Agrícolas wurde der Entwurf angenommen und geht nun zur Prüfung an den Senat.
Wettbewerb auf den Futter- und Energiemärkten
Der größte Teil des in Brasilien angebauten Sorghums dient der Tierernährung. In Futtermischungen gilt es als wichtigster Ersatz für Mais und bietet einen vergleichbaren Nährwert. Damit ist das Getreide für Geflügel-, Schweine- und Rinderhalter relevant, wenn die Verfügbarkeit oder Wirtschaftlichkeit von Mais nachlässt. Weitere Einsatzfelder sind Silage, Ethanol, Bioenergie und Lebensmittel wie Mehl, Flocken und glutenfreie Erzeugnisse.
Die agronomischen Eigenschaften erleichtern den Anbau in Regionen und Zeitfenstern, in denen andere Getreidearten größeren Risiken ausgesetzt sind. Sorghum verträgt Wassermangel, eignet sich für späte Aussaattermine, steht unter vergleichsweise geringem Schädlings- und Krankheitsdruck und kommt mit weniger fruchtbaren Böden zurecht. Abramilho nennt zudem niedrigere Produktionskosten als Vorteil. Landwirte können damit ihre Zweitfruchtstrategie diversifizieren, während Futtermittel- und Ethanolanlagen eine zusätzliche Rohstoffquelle erhalten.
Der chinesische Marktzugang ergänzt diese inländische Basis um Exportnachfrage. Werden die erwarteten 30 Schiffsladungen tatsächlich verschickt, erhalten Erzeuger und Händler einen größeren Absatzkanal. Zugleich tritt brasilianisches Sorghum in China direkter gegen andere Futtergetreide an. Da die Quelle keine Prognosen zu Fläche, Tonnage oder Preisen nennt, hängt die Marktwirkung von den tatsächlichen Ladungsgrößen und davon ab, ob die Branche Chinas Qualitäts- und Pflanzenschutzanforderungen dauerhaft erfüllen kann.