← Zurück zu den Nachrichten

China testet Kautschuk-Löwenzahn in Xinjiang als Alternative zu Lieferungen aus Südostasien

Chinesische Forscher haben aus Taraxacum kok-saghyz in Xinjiang Naturkautschuk gewonnen und im Juli 2026 aus einer Tonne getrockneter Wurzeln 40 kg extrahiert. Das Projekt könnte die Versorgung des weltweit größten Kautschukverbrauchers diversifizieren, liegt aber noch weit unter industriellem Maßstab.

China testet Kautschuk-Löwenzahn in Xinjiang als Alternative zu Lieferungen aus Südostasien

Pilotprojekt in Xinjiang liefert messbare Mengen

Chinesische Forscher testen einen in Xinjiang heimischen Kautschuk-Löwenzahn als mögliche Alternative zu importiertem Naturkautschuk. Die Pflanze Taraxacum kok-saghyz wächst auf salz- und alkalihaltigen Böden am Fuß des Tianshan-Gebirges und bildet Latex in ihren Wurzeln. Nach Angaben von Soha, das sich auf die South China Morning Post beruft, erntete das Forschungsteam im Juli 2026 auf einer rund 1,3 Hektar großen Versuchsfläche eine Tonne getrocknete Wurzeln und gewann daraus 40 kg Naturkautschuk.

Die erste Menge ist gering, doch der Versuch hat einen durchgängigen Weg vom Anbau bis zur Extraktion geschaffen. Im Juli 2026 errichteten die Forscher gemeinsam mit der Beijing University of Chemical Technology und dem Shihezi Vocational Technical College eine Pilotanlage. Das Team der Chinesischen Akademie der Wissenschaften entwickelte außerdem eine Forschungskette für Pflanzenverbesserung, Züchtung, Anbautechnik, Nebenprodukte und Kautschukgewinnung.

Hoher Verbrauch trifft auf begrenzte Eigenproduktion

China verbrauchte 2025 laut dem Quellenmaterial rund 7 Millionen Tonnen Naturkautschuk und damit mehr als 40% der weltweiten Menge. Die heimische Produktion deckte weniger als 20% des Bedarfs. Die Automobilindustrie und der Reifenexport stützen die Nachfrage und machen die Hersteller stark von importierten Rohstoffen abhängig.

Ein Bericht von SunSirs vom Januar 2026 bezifferte Chinas Naturkautschukimporte von Januar bis November 2025 auf 5,8716 Millionen Tonnen. Das waren 16,98% mehr als im Vorjahreszeitraum. Thailand war der größte Lieferant. Südostasien produziert rund 70% des weltweiten Naturkautschuks, vor allem in Thailand, Indonesien, Vietnam und Malaysia.

Naturkautschuk ist ein wichtiger Rohstoff für Reifen, Kabel, medizinische Handschuhe, Dichtungen für die Luft- und Raumfahrt, Schuhe und Spielzeug. Reuters wies 2014 darauf hin, dass Straßen- und Luftverkehr weiterhin auf Eigenschaften pflanzlichen Kautschuks angewiesen seien, die synthetische Materialien nicht nachbilden konnten. Der aus Löwenzahnwurzeln gewonnene Kautschuk besitzt nach Aussage von Zhang Jichuan, Professor an der Beijing University of Chemical Technology, dieselbe Molekülstruktur wie Kautschuk vom brasilianischen Kautschukbaum sowie vergleichbare Elastizität, Abriebfestigkeit und Reißfestigkeit.

Kurzer Anbauzyklus, aber die Skalierung steht noch aus

Kautschukbäume benötigen sechs bis sieben Jahre bis zur ersten Ernte. Kautschuk-Löwenzahn kann dagegen innerhalb eines Jahres gesät, geerntet und verarbeitet werden, sagte die Agrarfachfrau Zhang Yan. Auch dichter Anbau und vollständige Mechanisierung seien möglich. Jungpflanzen vertragen Temperaturen bis minus 5 Grad Celsius, ausgewachsene Pflanzen überleben bis minus 30 Grad. Die Kultur wächst selbst auf stark versalzten Böden mit einem pH-Wert von 8 und einem Salzgehalt von mehr als 20 g je Kilogramm.

Der natürliche Kautschukgehalt der Wurzeln liegt zwischen 3% und 12%. Ein Team unter Leitung des Akademiemitglieds Li Jiayang von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften erhöhte ihn mittels Genomeditierung auf nahezu 30%. Chao News berichtete, dass 2026 unter anderem in Kashgar, Altay und Zhaosu Versuche auf insgesamt mehr als 13 Hektar liefen.

Der mittel- und langfristige Plan sieht eine Ausweitung auf mehr als 1.330 Hektar vor, darunter ungenutzte Salz- und Alkaliböden im Norden Xinjiangs. Selbst dieses Programm bliebe gegenüber Chinas Jahresverbrauch und Importvolumen eine frühe Entwicklungsstufe. Kurzfristig geht es wirtschaftlich vor allem darum, Erträge, mechanisierte Ernte und Extraktionskosten zu prüfen. Für südostasiatische Exporteure ist das Projekt deshalb ein langfristiges Signal zur Diversifizierung und noch kein unmittelbarer Ersatz für etablierte Lieferungen aus Kautschukbäumen.

Vollständige Marktanalyse

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.