Chinas Nachhaltigkeitspolitik eröffnet Chancen für Indonesiens Palmölproduzenten
Chinas grüne Entwicklungsziele und strengere Beschaffungskriterien könnten die Nachfrage nach zertifiziertem Palmöl aus Indonesien steigern. Laut InfoSAWIT entfielen 2024 fast 12 % des chinesischen Palmölverbrauchs auf zertifiziert nachhaltige Ware.
Grüne Politik stützt die Nachfrage nach zertifiziertem Palmöl
Chinas verstärkter Kurs auf eine grüne Entwicklung schafft einen größeren potenziellen Markt für zertifiziert nachhaltiges Palmöl und neue Möglichkeiten für Erzeugerländer, insbesondere Indonesien. InfoSAWIT zufolge dürfte der Bedarf an Rohstoffen, die Nachhaltigkeitsstandards erfüllen, mit dem Beginn der Umsetzung des 15. Fünfjahresplans im Jahr 2026 weiter steigen.
Diese politische Ausrichtung gehörte zu den zentralen Themen des 10. RSPO-China-Forums, das am 3. Juli 2026 in Shanghai stattfand. Die Veranstaltung markierte mehr als ein Jahrzehnt Arbeit des Roundtable on Sustainable Palm Oil zur Förderung nachhaltigen Palmöls in China. InfoSAWIT bezeichnet das Land als weltweit größten Palmölverbraucher. RSPO-Geschäftsführer Joseph D’Cruz erklärte, China trete in eine neue Phase seines Übergangs zu einer grünen Wirtschaft ein. Die Beschaffungspolitik und Einkaufsentscheidungen des Landes könnten daher die Entwicklung der weltweiten Lieferketten für nachhaltiges Palmöl wesentlich beeinflussen.
Finanzierung und Beschaffung erfassen die gesamte Lieferkette
Mehrere 2026 eingeführte chinesische Maßnahmen könnten den Markt unterstützen. Der 15. Fünfjahresplan greift das Entwicklungsthema „Beautiful China“ auf. Zudem hat die Regierung mit dem Ecological Environment Code eine neue Rechtsgrundlage für den Umweltschutz geschaffen. Ein Katalog für durch grüne Finanzierungen unterstützte Projekte erweitert außerdem den Zugang zu Kapital entlang der gesamten Palmöl-Wertschöpfungskette, von der Produktion über den Handel bis zum Verbrauch.
Xu Yingming, Direktor der Chinese Academy of International Trade and Economic Cooperation beim chinesischen Handelsministerium, erklärte auf dem Forum, grüner Handel könne die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit stärken und zugleich den Klimaschutz unterstützen. Die RSPO will ihre Zusammenarbeit mit der chinesischen Industrie vertiefen. Vorgesehen sind eine stärkere Beteiligung der Mitglieder, die Einbindung von Nachhaltigkeitsgrundsätzen in Beschaffungs- und Investitionsregeln sowie zusätzliche strategische Partnerschaften, um auf regulatorische Veränderungen und internationale Marktanforderungen zu reagieren.
Zertifizierter Verbrauch erreicht 550.000 Tonnen
Bis 2026 zählte China mehr als 540 RSPO-Mitglieder und 510 zertifizierte Einrichtungen in der Lieferkette, wie aus den von InfoSAWIT veröffentlichten Zahlen hervorgeht. Der chinesische Verbrauch von zertifiziert nachhaltigem Palmöl erreichte 2024 rund 550.000 Tonnen. Das entsprach fast 12 % des gesamten Palmölverbrauchs im Land. Zertifizierte Ware hat damit eine messbare Marktposition erreicht, während der größte Teil des chinesischen Verbrauchs weiterhin außerhalb des ausgewiesenen zertifizierten Volumens lag.
Lifeng Fang, Leiterin der RSPO-Markttransformation in China, erklärte, verantwortungsvolle Beschaffung könne die Widerstandsfähigkeit der globalen Palmöl-Lieferketten stärken und die Nachfrage nach zertifizierten Produkten ausweiten. Elaine Chan, Leiterin für Klimawandel und Berichterstattung im Nachhaltigkeitsbereich von SD Guthrie, sagte, nachhaltiges Palmöl könne durch regenerative Landwirtschaft, Biodiversitätsschutz, transparente Lieferketten und integrierte Dekarbonisierungsstrategien zu Chinas Ziel beitragen, 2030 den Höchststand seiner Kohlenstoffemissionen zu erreichen. Für Indonesien, das InfoSAWIT als weltgrößten Palmölproduzenten bezeichnet, bietet eine stärkere chinesische Nachfrage die Chance auf breiteren Marktzugang und höherwertige zertifizierte Exporte nach Asien. Voraussetzung sind belegbare Regelkonformität, durchgehend zertifizierte Lieferketten und die Anpassung an chinesische Beschaffungs- und Finanzierungsvorgaben.