China schlägt Kasachstan gemeinsame Sojaproduktion mit Export der Ernte nach China vor
Der Leiter der chinesischen Behörde für Lebensmittel- und strategische Reserven (NAFRA), Liu Huanxin, hat eine gemeinsame Sojaproduktion in Kasachstan mit anschließendem Export nach China vorgeschlagen, berichtet eldala.kz unter Berufung auf Prodcorporation. Kasachstan brachte im Gegenzug günstige Finanzierung für Erzeuger und Verarbeiter sowie große chinesische Staatskonzerne als Käufer ins Spiel. Beide Seiten wollen einen gemeinsamen Kooperationsplan erarbeiten.
China ist am Einkauf von Ölsaaten und Sojabohnen in Kasachstan interessiert und hat vorgeschlagen, in dem Land eine gemeinsame Sojaproduktion aufzubauen, deren Ernte anschließend auf den chinesischen Markt geliefert wird. Den Vorschlag machte Liu Huanxin, Leiter der staatlichen chinesischen Behörde für Lebensmittel- und strategische Reserven (NAFRA), bei einem Treffen mit einer Delegation des kasachischen Landwirtschaftsministeriums, wie der Pressedienst von Prodcorporation mitteilte und das Portal eldala.kz berichtete.
Gemeinsame Produktion statt Einzelkäufen
Eine gemeinsame Produktion unterscheidet sich von einem gewöhnlichen Kaufvertrag. Statt um jene Ernte zu bieten, die kasachische Landwirte von sich aus anbauen, wäre die chinesische Seite früher eingebunden: bei der Entscheidung, was auf welcher Fläche wächst, bei vorab festgelegtem Exportziel. Mengen, Regionen, Investitionshöhe und Zeitrahmen nennt die Mitteilung des Prodcorporation-Pressedienstes nicht.
Das Interesse beschränkt sich nicht auf Soja. Ölsaaten werden in der Mitteilung als eigene Gruppe neben Sojabohnen genannt, womit weitere in Kasachstan angebaute Kulturen in künftige Liefergespräche einbezogen werden könnten. Konkrete Kulturen außer Soja werden nicht aufgeführt.
Finanzierung und Staatskonzerne als Käufer
Kasachstan brachte eigene Vorschläge ein und regte an, zusätzliche Maßnahmen zur Förderung des Handels mit Agrarprodukten auszuarbeiten. Konkret geht es darum, kasachischen Agrarerzeugern und Verarbeitern günstige Finanzierung bereitzustellen, damit sie die Produktion jener Kulturen ausweiten können, die chinesische Importeure nachfragen. Weder Quelle noch Konditionen noch die bereitstellenden Institutionen wurden offengelegt.
Ein zweiter Punkt ist die Einbindung großer chinesischer Staatskonzerne als Käufer. Nach Angaben von Prodcorporation ließen sich damit garantierte Nachfrage bilden, langfristige Verträge schließen und stabilere Handelsströme zwischen beiden Ländern aufbauen. Namen von Unternehmen wurden nicht genannt.
- gemeinsame Sojaproduktion in Kasachstan mit anschließendem Export der Ware nach China;
- günstige Finanzierung für kasachische Erzeuger und Verarbeiter der von China nachgefragten Kulturen;
- große chinesische Staatskonzerne als Käufer mit garantierter Nachfrage und langfristigen Verträgen;
- eine gemeinsame digitale Plattform für den Getreidehandel.
Digitale Plattform und gemeinsamer Kooperationsplan
Beide Seiten erörterten zudem den Start einer gemeinsamen digitalen Plattform für den Getreidehandel. Prodcorporation bezeichnete sie als aussichtsreichen Mechanismus, um den Handelsaustausch zwischen Kasachstan und China auszuweiten. Wie die Plattform funktionieren soll, wer sie betreibt und wann sie starten könnte, bleibt offen.
Zum Abschluss des Treffens vereinbarten die Partner, einen gemeinsamen Kooperationsplan zwischen dem Landwirtschaftsministerium Kasachstans, Prodcorporation und NAFRA zu erarbeiten. Er soll die Entwicklung des digitalen Handels, die Ausweitung von Sortiment und Liefermengen sowie neue Mechanismen der Zusammenarbeit im Bereich Ernährungssicherheit umfassen.
Was die Mitteilung nicht enthält
Nichts davon ist eine unterzeichnete Verpflichtung. Verträge, Tonnagen, Preise, Anbauflächen und Termine werden nicht genannt, eine Finanzierungslinie ist nicht eingerichtet. Für Erzeuger und Verarbeiter in Kasachstan besteht der praktische Gehalt des Treffens in einem erklärten chinesischen Bedarf an Soja und Ölsaaten sowie in der Zusage, einen Kooperationsplan zu schreiben. Die Bedingungen, von denen die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines neuen Exportkanals abhängt, bleiben offen.