Mais, Weizen und Sojabohnen steigen in Chicago nach Meldung über Tankerangriff
Die Chicago-Futures auf Mais, Sojabohnen und weichen roten Winterweizen legten am 28. Juli zu, nachdem die Huthi einen Angriff auf den saudischen Tanker NCC Ghazal gemeldet hatten. Auch US-Bestandsnoten und neue Prognosen für Brasilien, Russland und die EU prägten den Handel.
Geopolitisches Risiko kehrt an die Agrarmärkte zurück
Die Chicago-Futures auf Mais, Sojabohnen und weichen roten Winterweizen stiegen am Dienstag, dem 28. Juli 2026, als geopolitische Spannungen eine neue Risikoprämie an den Agrarmärkten auslösten. Die jemenitische Huthi-Bewegung Ansar Allah erklärte, den saudischen Öltanker NCC Ghazal mit ballistischen Raketen angegriffen zu haben, berichtete zol.ru. Die Märkte warteten zudem auf Gespräche zwischen den USA und dem Iran sowie auf eine Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank.
Die einzelnen Weizenklassen entwickelten sich unterschiedlich. September-Weizen der Sorte Soft Red Winter schloss in Chicago bei 6,62-1/2 $ je Bushel und gewann 2 1/2 Cent; der Dezember-Kontrakt stieg um 2 1/4 Cent auf 6,79-3/4 $. Roter Hartwinterweizen für September verlor in Kansas City 2 3/4 Cent auf 7,26-1/4 $, während Sommerweizen in Minneapolis um 3 3/4 Cent auf 7,02-1/2 $ fiel.
Je Tonne gerechnet schloss der September-Weizen in Chicago 0,38% höher bei 243,42 $. September-Mais stieg um 1,50% auf 180,51 $ je Tonne, November-Sojabohnen um 0,51% auf 448,27 $. Europas Märkte liefen in die andere Richtung: Pariser Mahlweizen für September sank um 0,62% auf umgerechnet 259,00 $ je Tonne, August-Mais um 2,90% auf 282,03 $.
US-Bestandsnoten stützen Mais und Sojabohnen
September-Mais schloss 6 3/4 Cent höher bei 4,58-1/2 $ je Bushel, der Dezember-Kontrakt gewann 6 1/2 Cent auf 4,80-1/2 $. Das US-Landwirtschaftsministerium meldete außerdem den privaten Verkauf von 197.272 Tonnen Mais der neuen Ernte an unbekannte Bestimmungsländer.
Nach Angaben von NASS hatten bis zum 26. Juli 78% des US-Maises die Blüte erreicht, vier Prozentpunkte mehr als im Fünfjahresmittel; 25% befanden sich in der Milchreife. Der Anteil der mit gut oder ausgezeichnet bewerteten Bestände sank jedoch um vier Prozentpunkte auf 63%. Auch die Sojabohnen waren ihrer normalen Entwicklung voraus: 80% blühten und 47% hatten Hülsen gebildet, acht Prozentpunkte mehr als im Fünfjahresmittel. Die Bewertung gut bis ausgezeichnet fiel um drei Prozentpunkte auf 63%.
August-Sojabohnen gewannen 3 1/2 Cent auf 12,12 $ je Bushel, September-Kontrakte 5 Cent auf 12,04-3/4 $ und November-Kontrakte 6 1/4 Cent auf 12,20 $. Chinas Sinograin wollte am 31. Juli 504.000 Tonnen importierte Sojabohnen versteigern und lieferte Händlern damit einen weiteren kurzfristigen Angebotsindikator.
Exportprognosen verändern das globale Angebotsbild
Der brasilianische Exportverband ANEC schätzte die Maisausfuhren im Juli auf 3,3 Millionen Tonnen. Das waren 0,4 Millionen Tonnen weniger als in der Vorwochenprognose, aber mehr als die 2,43 Millionen Tonnen des Vorjahres. Die Schätzung für Brasiliens Sojabohnenexporte wurde zugleich um 1 Million Tonnen auf 12,5 Millionen Tonnen gesenkt; im Juli 2025 waren es 12,257 Millionen Tonnen.
Abiove erwartet für Brasilien 2026 eine Verarbeitung von 63,3 Millionen Tonnen Sojabohnen, 0,3 Millionen Tonnen mehr als zuvor. Die Exportprognose liegt bei 115,4 Millionen Tonnen und damit 1,3 Millionen Tonnen über der Juni-Schätzung. Die erwarteten Endbestände wurden um 1,29 Millionen Tonnen auf 6,58 Millionen Tonnen reduziert.
Beim Weizen meldete NASS, dass 81% der US-Winterweizenernte eingebracht waren, zwei Prozentpunkte mehr als üblich. Die EU exportierte vom 1. bis 26. Juli 0,57 Millionen Tonnen Weichweizen, laut Europäischer Kommission 0,89 Millionen Tonnen weniger als im entsprechenden Zeitraum 2025. SovEcon senkte seine Prognose für russische Weizenexporte um 1,9 Millionen Tonnen auf 44,6 Millionen Tonnen und für die gesamten Getreideexporte von 56,1 Millionen auf 53,8 Millionen Tonnen, erhöhte aber die Maisprognose auf 3,6 Millionen Tonnen.