Cemex investiert über 450 Millionen Euro in klimaneutrales Zementprojekt in Spanien
Cemex investiert mehr als 450 Millionen Euro in das CO₂-Abscheideprojekt SOMZERO im Zementwerk Alcanar in Tarragona. Das Vorhaben erhält 200 Millionen Euro staatliche Förderung und soll in der ersten Phase jährlich über 500.000 Tonnen CO₂ abscheiden.
Öffentliche Förderung für ein Projekt von über 450 Millionen Euro
Cemex investiert mehr als 450 Millionen Euro in SOMZERO, ein CO₂-Abscheideprojekt zur Herstellung von Zement mit Netto-Null-Emissionen im Werk Alcanar in der spanischen Provinz Tarragona. Laut Merca2 erhält das Vorhaben 200 Millionen Euro vom spanischen Ministerium für Industrie und Tourismus. Die Mittel stammen aus dem mit europäischen NextGenerationEU-Geldern finanzierten PERTE-Programm zur industriellen Dekarbonisierung.
Nach Angaben von Merca2 gehört die Investition zu den größten europäischen Industrieprojekten für die Dekarbonisierung der Zementproduktion. Private Mittel und öffentliche Förderung finanzieren eine Technik für Prozessemissionen, die sich allein durch Energieeffizienz oder erneuerbare Energien kaum vermeiden lassen. Zement wird im Wohnungs- und Bürobau sowie für Infrastruktur und öffentliche Einrichtungen eingesetzt. Seine Herstellung ist damit für die Klimabilanz der Bauwirtschaft und die Klimaziele der Europäischen Union relevant.
Erste Phase zielt auf 500.000 Tonnen CO₂ pro Jahr
SOMZERO umfasst Anlagen zur Abscheidung, zum Transport und zur dauerhaften Speicherung von Kohlenstoff. In der ersten Phase soll das Werk Alcanar jährlich mehr als 500.000 Tonnen CO₂ abscheiden. Merca2 zufolge würde es damit zu den ersten klimaneutralen Zementwerken Südeuropas zählen. Cemex will die entwickelte Technik später auch auf andere Industriestandorte übertragen können.
Geplant ist zudem ein CO₂-Hub in Katalonien. Die Infrastruktur soll den Transport und die Speicherung des abgeschiedenen Kohlenstoffs ermöglichen und künftig auch anderen Industrien offenstehen. Damit reicht das Projekt über ein einzelnes Zementwerk hinaus: Eine gemeinsam genutzte Infrastruktur könnte benachbarten Betrieben Zugang zu CO₂-Systemen geben, deren eigenständige Entwicklung schwierig und kostspielig wäre.
CO₂-ärmerer Baustoff für die gesamte Wertschöpfungskette
Der kommerzielle Nutzen für Zementhersteller und Bauunternehmen hängt davon ab, ob sich die Technik im industriellen Maßstab bewährt. Projektentwickler, Baukonzerne und Investmentfonds verlangen zunehmend Materialien mit geringerem ökologischem Fußabdruck. Zertifizierungssysteme wie LEED und BREEAM machen materialbedingte Emissionen zudem zu einem Faktor in der Gebäudeplanung. Klimaneutraler Zement könnte den gebundenen Kohlenstoff reduzieren, ohne einen der wichtigsten Konstruktionsbaustoffe ersetzen zu müssen.
Cemex erwartet, dass SOMZERO die Wettbewerbsfähigkeit der spanischen Industrie stärkt, qualifizierte Arbeitsplätze schafft und Alcanars Rolle als strategisches Werk festigt. Fernando Enríquez, Cemex-Betriebsvorstand für Europa, den Nahen Osten und Afrika, erklärte, die europäischen Mittel würdigten den Beitrag der Industrie auf dem Weg zu einer CO₂-armen Wirtschaft. Technische Innovation, öffentlich-private Zusammenarbeit und ein geeigneter Regulierungsrahmen seien entscheidend für eine schnellere Umstellung der Branche. Für Hersteller und Investoren wird das Projekt zeigen, ob sich CO₂-Abscheidung von einer geförderten Demonstrationsanlage zu einem übertragbaren Produktionsmodell für Zement entwickeln kann.