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Cargill erweitert Spezialfett-Kapazität in Port Klang bei volatilen Kakaopreisen

Cargill ergänzt sein Werk im malaysischen Port Klang um eine Produktionslinie für Spezialfette. Sie soll Kakaobutteräquivalente, Ersatzfette und weitere palmölbasierte Zutaten herstellen; Investitionssumme und Kapazitätszuwachs bleiben vorerst offen.

Cargill erweitert Spezialfett-Kapazität in Port Klang bei volatilen Kakaopreisen

Neue Linie erweitert die Palmölverarbeitung

Cargill erweitert sein Speiseölwerk in Port Klang, Malaysia, um eine neue Produktionslinie für Spezialfette in Schokoladen-, Backwaren- und Molkereianwendungen. Nach Angaben von The Star wird die Anlage Palmöl verarbeiten und ein breiteres Sortiment herstellen, darunter Kakaobutteräquivalente, Kakaobutterersatzstoffe mit niedrigem Gehalt an Transfettsäuren sowie Spezialfette für mehrere Produktkategorien.

Cargill hat weder die Höhe der jüngsten Investition noch das zusätzliche Produktionsvolumen genannt. Kashan Rashid, Vice President und Managing Director von Cargill Food für Südostasien, Australien und Neuseeland, erklärte, das Projekt solle die Fertigungsflexibilität erhöhen und mehr regionale Kundenanforderungen abdecken. Port Klang wird innerhalb des globalen Speiseölnetzwerks von Cargill das erste Werk mit dieser Verarbeitungstechnologie für Spezialfette.

Ausbau folgt auf Investition von 20 Millionen US-Dollar

Das Projekt setzt ein mehrjähriges Programm in Port Klang fort. Cargill investierte 2020 insgesamt 20 Millionen US-Dollar in die Modernisierung der Produktion und den Ausbau der technischen Fähigkeiten. Spätere Arbeiten erweiterten den Standort um eine mehrstufige Palmölfraktionierung, mit der sich Fette mit unterschiedlichen Schmelz- und Verarbeitungseigenschaften für konkrete Lebensmittelanwendungen herstellen lassen.

Zum Werk gehört außerdem ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für Lipide, in dem Kunden auf das Öl- und Fettwissen sowie die Pilotanlagen von Cargill zugreifen können. Laut Rashid kann der Standort dadurch neben der Belieferung auch die Rezepturentwicklung, Leistungstests von Zutaten und komplexere Anwendungen unterstützen. Für Hersteller, die Schokolade, Backwaren oder Milchprodukte neu formulieren, sind dabei Kosten, Geschmack, Textur, Qualität und regulatorische Vorgaben entscheidend.

Knapper Kakao stärkt die Nachfrage nach Alternativen

Die Nachfrage nach Spezialfetten wächst, weil Lebensmittelhersteller angesichts volatiler Kakaopreise nach Kakaobutteräquivalenten und Ersatzprodukten suchen. The Star zufolge lag der Kakaopreis in der ersten Juliwoche bei rund 5.360 US-Dollar je Tonne und damit fast doppelt so hoch wie am Tiefpunkt Ende Februar. Mehr als 70 % des kommerziellen Kakaos stammen aus Westafrika, wo ungünstiges Wetter, Krankheiten und schwache Ernten das Angebot nach mehreren Defizitjahren eingeschränkt haben.

Cargill stellt Spezialfette nicht als universellen Ersatz für Kakao dar. Rashid betonte, dass Kakao wegen seines Geschmacks, seines sensorischen Profils und seiner Akzeptanz bei Verbrauchern für viele Produkte relevant bleibt. Die Rezeptur hängt vom jeweiligen Produkt und Markt ab; Cargills Portfolio aus Kakao, Schokolade, Fetten, Süßungsmitteln und Texturgebern ermöglicht Kunden die Prüfung verschiedener Zutatenkombinationen.

Malaysia dient als regionale Versorgungsbasis

Malaysia verfügt über eine etablierte Palmöl- und Lebensmittelindustrie, erfahrene Fachkräfte und gute Logistikverbindungen. Cargill betreibt dort zwei Speiseölwerke, die Kunden im asiatisch-pazifischen Raum, in Europa, im Nahen Osten und in Afrika beliefern. Der Ausbau in Port Klang schafft damit eine Plattform sowohl für regionale Produzenten als auch für weiter entfernte Märkte.

Zusätzliche Nachfrage dürfte aus dem wachsenden Schokoladenkonsum im asiatisch-pazifischen Raum kommen. Der Anteil der Region am weltweiten Schokoladenmarkt soll, getragen von steigenden Einkommen, Urbanisierung und veränderten Verbraucherpräferenzen, von 19,6 % im Jahr 2025 auf 22 % bis 2030 steigen. Für Zutatenhersteller entstehen dadurch Chancen bei Schokolade, Gebäck und anderen Backwaren, während die Kakaovolatilität flexiblere Rezepturen und Beschaffungsstrategien begünstigt.

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