Canfor schließt Zellstoffwerk Northwood dauerhaft und streicht 300.000 Tonnen Jahreskapazität
Canfor wird sein Zellstoffwerk Northwood in Prince George in British Columbia nach einer geordneten Stilllegung dauerhaft schließen, voraussichtlich Ende des vierten Quartals 2026. Damit entfallen rund 300.000 Tonnen jährliche NBSK-Kapazität; etwa 300 Beschäftigte sind unmittelbar betroffen.
Northwood soll Ende des vierten Quartals 2026 schließen
Canfor Corporation wird sein Zellstoffwerk Northwood in Prince George in der kanadischen Provinz British Columbia dauerhaft schließen. Damit verschwinden rund 300.000 Tonnen jährliche Kapazität für gebleichten Langfaser-Sulfatzellstoff, kurz NBSK, vom kanadischen Markt. Das Unternehmen gab die Entscheidung am 14. Juli 2026 bekannt. Nach einer geordneten Stilllegung soll das Werk Ende des vierten Quartals 2026 schließen.
Etwa 300 Beschäftigte in Prince George sind unmittelbar betroffen. Canfor-Präsidentin und CEO Susan Yurkovich erklärte, das Unternehmen werde Abfindungen zahlen und nach Möglichkeit Versetzungen an andere Standorte prüfen. Die Schließung sei kein Urteil über die Belegschaft von Northwood, die unter schwierigen Bedingungen an besseren Betriebsergebnissen gearbeitet habe.
Die Mitteilung enthält keine Angaben zur aktuellen Produktion, zu Kundenverträgen oder zu den Absatzmärkten von Northwood. Die genannte Kapazitätskürzung liefert Einkäufern und Analysten dennoch eine klare Größenordnung: Dauerhaft entfallen rund 300.000 Tonnen NBSK pro Jahr. Dieser international gehandelte Zellstoff wird typischerweise aus kanadischen Nadelholzfasern hergestellt.
Globales Überangebot belastet Zellstoffpreise
Canfor begründete die Schließung unter anderem mit erheblichen neuen Produktionskapazitäten, die weltweit in Betrieb gegangen seien. Nach Angaben des Unternehmens hat diese Expansion ein Überangebot geschaffen und die globalen Zellstoffpreise unter Druck gesetzt. Für Importeure erfolgt die Stilllegung somit in einem Markt, in dem das weltweite Angebot stärker gewachsen ist als die Nachfrage, die einigen Herstellern auskömmliche Preise sichern könnte.
Der Wegfall von Northwood kann die Verfügbarkeit aus dieser konkreten kanadischen Quelle verknappen. Canfors Begründung deutet jedoch darauf hin, dass der Weltmarkt insgesamt gut versorgt bleibt. NBSK-Käufer müssen prüfen, ob andere kanadische Werke oder Anbieter aus Übersee die Northwood-Mengen ersetzen können. Konkurrierende Exporteure können um bisherige Kunden des Werks werben, doch die schwachen Weltmarktpreise begrenzen weiterhin die Margen der Branche.
Die Schließung zeigt zugleich, wie ungleich neue globale Kapazitäten auf Produzenten wirken. Neue Anlagen können Importmärkten mehr Ware oder niedrigere Preise bieten. Ältere Werke oder Standorte mit begrenztem Faserzugang geraten dagegen stärker unter Druck, wenn Referenzpreise fallen. Canfor sieht auf absehbare Zeit keine Verbesserung, die Northwood wieder einen nachhaltig rentablen Betrieb ermöglichen würde.
Schwieriger Faserzugang verschärft Verluste
Neben niedrigen Preisen nannte Canfor anhaltende Schwierigkeiten beim Zugang zu Holzfasern als zentralen Entscheidungsgrund. Fasern sind der wesentliche Rohstoff des Werks; ihre Verfügbarkeit und Kosten bestimmen daher die Produktionsökonomie und die Zuverlässigkeit der Exportlieferungen. Laut Canfor haben der eingeschränkte Rohstoffzugang und das globale Überangebot bei Canfor Pulp über längere Zeit zu untragbaren finanziellen Verlusten geführt.
Die Folgen reichen über Zellstofflieferungen hinaus. Canfor verwies auf Belastungen für die Beschäftigten, ihre Familien, Zulieferbetriebe und die Standortgemeinden. Nach Abschluss der Stilllegung verliert Prince George einen großen industriellen Abnehmer von Holzfasern sowie etwa 300 direkte Arbeitsplätze.
Canfor bleibt ein diversifizierter Forstproduktehersteller mit mehr als 50 Standorten in Kanada, den Vereinigten Staaten und Europa. Das Sortiment umfasst Schnittholz, Holzwerkstoffe, Zellstoff und Papier, Holzpellets sowie grüne Energie. Die Schließung von Northwood verkleinert jedoch das kanadische Zellstoffgeschäft und verdeutlicht den Druck auf Werke, die gleichzeitig unter knappem Rohstoffzugang und überschüssigen Kapazitäten im Welthandel leiden.