Burkina Faso startet zweite Agraroffensive für 2026 bis 2028
Burkina Faso hat für 2026 bis 2028 eine neue Phase seines Programms für Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Fischerei gestartet. Zugleich setzt die Regierung die Einfuhr von Mehl und verwandten Lebensmitteln aus, um den Absatz heimischer Erzeugnisse zu fördern.
Zweite Phase konzentriert sich auf vorrangige Wertschöpfungsketten
Burkina Faso hat die zweite Phase seiner Offensive für Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Fischerei gestartet und führt das Regierungsprogramm damit 2026 bis 2028 fort. Sie folgt auf die erste Phase von 2023 bis 2025, in der die Behörden die Erzeugung von Agrar-, Vieh- und Fischereiprodukten steigern und die inländische Lebensmittelversorgung verbessern wollten.
Die neue Phase richtet sich auf acht vorrangige Wertschöpfungsketten: Reis, Milch, Sojabohnen, Sesam, Erdnüsse, Weizen, Maniok und Sheanüsse. Sechs weitere Bereiche sollen konsolidiert werden, darunter Kartoffeln, Vieh, Fisch und Geflügel. Weitere sechs gelten als aufstrebende Branchen; als Beispiele nannte die Regierung Kaninchen, Sonnenblumen und Kochbananen.
Die Auswahl umfasst Grundnahrungsmittel, tierisches Eiweiß und exportorientierte Kulturen. Reis, Weizen und Maniok sind für die Binnenversorgung wichtig, während Sesam und Sheanüsse die Produzenten Burkina Fasos mit regionalen und internationalen Märkten verbinden. Für den Ausbau reicht eine höhere Ernte nicht aus: Lagerung, Verarbeitung, Kühlketten und zuverlässige Transporte entscheiden darüber, welcher Anteil Verbraucher und gewerbliche Abnehmer erreicht.
Regierung meldet höhere Produktion und niedrigere Maispreise
Nach offiziellen Daten, die RFI anführt, produzierte Burkina Faso zwischen 2023 und 2025 mehr als 7 Millionen Tonnen Getreide. Im selben Zeitraum wurden mehr als 1,8 Millionen Tonnen Rohreis, mehr als 18 Millionen Stück Geflügel und rund 58.000 Tonnen Fisch erzeugt.
Amos Kiénou, Exekutivsekretär der Regierungsoffensive, erklärte auf einer Pressekonferenz, ein Sack Mais koste derzeit höchstens 20.000 CFA-Franc. Zuvor habe der Preis bei 35.000 bis 40.000 CFA-Franc gelegen. Die Angaben zeigen eine deutliche Verbilligung eines wichtigen Grundnahrungsmittels, allerdings nennt die Quelle weder das Sackgewicht noch regionale Preisunterschiede.
Für Produzenten können größere Mengen die landesweite Verfügbarkeit verbessern, bei unzureichenden Lager- und Verarbeitungskapazitäten aber auch die Erzeugerpreise belasten. Verarbeiter und Händler könnten von niedrigeren Rohstoffkosten profitieren. Die wirtschaftliche Wirkung hängt von Qualität, Erfassungskosten und der Möglichkeit ab, Waren aus den Anbaugebieten in die städtischen Märkte zu transportieren.
Importe mehlhaltiger Produkte ausgesetzt
Parallel zum Neustart des Programms hat die Regierung die Einfuhr von Mehl und verwandten Produkten bis auf Weiteres ausgesetzt. Betroffen sind unter anderem Säuglingsmehl, Couscous und Grieß. Die für Landwirtschaft, Handel und Gesundheit zuständigen Ministerien erklärten gemeinsam, die Maßnahme solle den Absatz von Mehl aus heimischer Produktion unterstützen.
Händler, die Einfuhrverfahren bereits eingeleitet haben, erhalten eine Übergangsfrist von zwei Monaten. Dieses Zeitfenster erlaubt begrenzt den Abschluss laufender Geschäfte; anschließend soll die unbefristete Aussetzung die Nachfrage zu örtlichen Mühlen und Lebensmittelherstellern lenken. Importabhängige Vertriebsgesellschaften müssen Lieferverträge prüfen und klären, ob heimische Anbieter die benötigten Mengen, Spezifikationen und Termine erfüllen können.
Die Importmaßnahme verknüpft die Agrarpolitik unmittelbar mit dem Marktzugang lokaler Verarbeiter. Ihre Wirkung hängt davon ab, ob die heimischen Mühlen mehr Getreide aufnehmen und zugleich stabile Preise und Qualität gewährleisten können. Das gesamte Programm für 2026 bis 2028 steht vor derselben praktischen Prüfung: Produktionszuwächse müssen durch Sammelnetze, Lagerhäuser, Verarbeitungsbetriebe und Transportdienste ergänzt werden, damit daraus eine stabile Versorgung und tragfähige Erzeugereinkommen entstehen.