Burjatien plant Kali- und Aluminiumoxidkomplex mit 1,7 Millionen Tonnen Jahreskapazität
Die Regierung Burjatiens und Baikal Nedra Geo haben den Bau des Kalikombinats Novouoyansky an der Lagerstätte Kalyumnoye vereinbart. Bei voller Auslastung soll das Werk jährlich bis zu 1 Million Tonnen Kaliprodukte und 700.000 Tonnen Erzeugnisse der Metallgruppe herstellen.
Vereinbarung legt Rahmen für Großprojekt fest
Die Regierung der russischen Republik Burjatien und Baikal Nedra Geo haben eine Vereinbarung über den Bau des Kalikombinats Novouoyansky im Bezirk Sewero-Baikalski unterzeichnet. Laut Kommersant wurde das Abkommen auf dem Östlichen Wirtschaftsforum geschlossen und vom burjatischen Republikchef Alexey Tsydenov bekannt gegeben.
Das geplante Werk soll auf Basis der örtlichen Lagerstätte Kalyumnoye Kalidünger und Aluminiumoxid herstellen. Zum vorgesehenen Sortiment gehören Kaliumsulfat, Kalimagnesia, Kaliumhydroxid, metallurgisches Aluminiumoxid, Eisenerzkonzentrat und gefällte Kieselsäure. Damit wäre der Betrieb gleichzeitig in den Märkten für Düngemittel, Metallurgieprodukte und Industriechemikalien aktiv und nicht von einem einzelnen Erzeugnis abhängig.
Rohstoffbasis reicht für mehr als 100 Jahre
Nach Angaben von Kommersant werden die Vorräte an Synnyrit-Erz in Kalyumnoye auf 2 Milliarden Tonnen geschätzt. Sie sollen die Produktion für mehr als 100 Jahre versorgen. Das Lizenzgebiet umfasst mehr als 41 Quadratkilometer und bildet damit die langfristige Rohstoffbasis des geplanten Komplexes.
Bei voller Kapazität soll die Anlage pro Jahr bis zu 1 Million Tonnen Produkte der Kaligruppe und 700.000 Tonnen Erzeugnisse der Metallgruppe herstellen. Die Auslegungskapazität soll 2030–2031 erreicht werden; rund 1.000 Arbeitsplätze sind geplant. Die veröffentlichten Mengen beziehen sich auf zusammengefasste Produktgruppen. Kommersant nennt keine Einzelkapazitäten für Kaliumsulfat, Kalimagnesia, Kaliumhydroxid, Aluminiumoxid, Eisenerzkonzentrat oder gefällte Kieselsäure.
Genehmigungen und Infrastruktur prägen die Umsetzung
Der Betreiber erhielt 2017 die Lizenz zur Erschließung der Lagerstätte. Sie erlaubt die Suche, Exploration und Gewinnung von Synnyrit auf der lizenzierten Fläche. Baikal Nedra Geo hat inzwischen auch ein positives Expertengutachten für sein Explorationsprogramm erhalten. Damit ist ein wichtiger Vorbereitungsschritt für die weitere Erschließung und den Bau abgeschlossen.
Geschäftsführer Daniil Bavykin erklärte, die Unterstützung der Regierung Burjatiens sowie der Entwicklungsgesellschaft für den Fernen Osten und die Arktis werde zur termingerechten Umsetzung beitragen. Wegen des Standorts im Norden Burjatiens bleibt die Infrastruktur jedoch entscheidend. Die Verarbeitung von mehreren Millionen Tonnen Erz und der Versand großer Mengen an Düngemitteln, Aluminiumoxid und Konzentraten erfordern eine zuverlässige Energieversorgung, Transportwege und industrielle Dienstleistungen. Investitionssumme, Finanzierung, Bauphasen, Aufbereitungstechnologie und Absatzmärkte wurden nicht veröffentlicht. Diese Faktoren bestimmen, wie schnell die große Ressource in marktfähige Kapazität überführt werden kann und ob das Werk vor allem russische oder ausländische Kunden bedienen wird.