BSR sucht 600 Millionen $ für den Ausbau der Dung-Quat-Raffinerie
BSR hat internationale Banken und Finanzinstitute aufgefordert, rund 600 Millionen $ für die Modernisierung und Erweiterung der Dung-Quat-Raffinerie bereitzustellen. Das 1,489-Milliarden-$-Projekt soll die Verarbeitungskapazität von 148.000 auf 171.000 Barrel pro Tag erhöhen und Kraftstoffe auf Euro-V-Niveau bringen.
Internationale Kreditgeber zur Finanzierung eingeladen
Der vietnamesische Raffineriebetreiber BSR hat internationale Banken und Finanzinstitute offiziell aufgefordert, für die Modernisierung und Erweiterung der Dung-Quat-Raffinerie Fremdkapital von rund 600 Millionen $ zu arrangieren. Laut CafeBiz und Soha veröffentlichte das Unternehmen Anfang August 2026 seine Aufforderung zur Einreichung von Finanzierungsvorschlägen.
Das geplante Darlehen entspricht etwa 40 % der gesamten Projektinvestition von rund 1,489 Milliarden $. BSR sucht ein Bankenkonsortium einschließlich einer federführenden Arrangeurbank. Damit ist die Finanzierung ein zentraler Bestandteil des Raffinerieausbaus, dessen Umsetzung beschleunigt wird.
Das Unternehmen prüft mehrere Strukturen. Dazu zählen ein von der Multilateralen Investitions-Garantie-Agentur der Weltbankgruppe, MIGA, versichertes Darlehen, eine durch Exportkreditagenturen gedeckte und mit dem EPC-Paket verbundene Finanzierung sowie ein internationaler Geschäftskredit. BSR zufolge sollen die Varianten den Zugang zu internationalem Kapital verbessern und projektgerechte Kosten und Konditionen ermöglichen.
Auswahl im vierten Quartal geplant
BSR will die Bewertung abschließen und das Finanzierungskonsortium einschließlich der federführenden Arrangeurbank im vierten Quartal 2026 auswählen. Anschließend sollen die Kreditunterlagen fertiggestellt werden, damit die Darlehensmittel ab dem dritten Quartal 2027 abrufbar sind.
Bis Fremdkapital verfügbar ist, will BSR Eigenmittel einsetzen, um den Projektzeitplan einzuhalten. So können die baubezogenen Arbeiten weiterlaufen, während die Verhandlungen mit Kreditgebern, Versicherern und potenziellen Exportkreditagenturen fortgeführt werden.
Eine MIGA-Delegation hatte das Projektgelände bereits im Juni 2026 besichtigt. Der Besuch erfolgte vor der formellen Ausschreibung und zeigt, dass eine versicherte Finanzierung konkret geprüft wird. Über die endgültige Struktur und die beteiligten Institute ist jedoch noch nicht entschieden.
Kapazität steigt auf 171.000 Barrel pro Tag
Nach Abschluss des Projekts soll Dung Quats Rohölverarbeitung von 148.000 auf 171.000 Barrel pro Tag steigen. Das entspricht einem Zuwachs von 23.000 Barrel pro Tag. Zugleich soll die Produktion den Euro-V-Kraftstoffstandard erreichen und damit die Qualität der für den vietnamesischen Binnenmarkt bestimmten Erzeugnisse verbessern.
Der Ausbau soll der Raffinerie außerdem mehr Flexibilität bei der Annahme und Verarbeitung verschiedener heimischer und importierter Rohölsorten geben. Für den Einkauf bedeutet dies eine breitere Auswahl nutzbarer Einsatzstoffe und eine geringere betriebliche Abhängigkeit von wenigen Sorten. Konkrete ausländische Lieferländer oder erwartete Importmengen nannten die Quellen nicht.
Dung Quat ist Vietnams erste Raffinerie und wird von BSR verwaltet und betrieben. Sie ist zugleich die größte Raffinerie, die derzeit einem vietnamesischen Unternehmen gehört. BSR erwartet höhere Betriebseffizienz, ein größeres inländisches Angebot an Raffinerie- und Petrochemieprodukten sowie einen Beitrag zur nationalen Energiesicherheit. Für Kraftstoffproduzenten, Rohöllieferanten und Händler folgt der nächste wichtige Schritt mit der Kreditgeberauswahl im vierten Quartal 2026 und danach mit der Fertigstellung der Unterlagen für die geplante Mittelverfügbarkeit ab dem dritten Quartal 2027.