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Brasiliens Sojaexporte sollen 2026 den Rekordwert von 115,4 Millionen Tonnen erreichen

Abiove hat seine Prognose für Brasiliens Sojabohnenexporte 2026 gegenüber der Juni-Schätzung um 1,1 % auf rekordhohe 115,4 Millionen Tonnen angehoben. Auch die Prognosen für Verarbeitung und Exporterlöse stiegen, während die erwarteten Endbestände gesenkt wurden.

Brasiliens Sojaexporte sollen 2026 den Rekordwert von 115,4 Millionen Tonnen erreichen

Exportprognose erreicht Rekordniveau

Brasilien dürfte 2026 eine Rekordmenge von 115,4 Millionen Tonnen Sojabohnen exportieren, so der Branchenverband Abiove. Die Schätzung liegt 1,1 % über der Juni-Prognose des Verbands und festigt Brasiliens Position als weltweit größter Produzent und Exporteur von Sojabohnen.

Die Anhebung deutet auf ein weiteres Jahr mit außergewöhnlich großen Mengen hin, die von brasilianischen Betrieben über die Häfen in den Weltmarkt gelangen. Mit 115,4 Millionen Tonnen bliebe der Export der wichtigste Absatzkanal für das Sojaangebot des Landes, obwohl auch die heimischen Verarbeiter mehr Bohnen aufnehmen sollen. Das Ausgangsmaterial enthält weder eine Aufschlüsselung nach Zielländern noch eine Produktionsschätzung, auf der die Prognose beruht.

Auch Verarbeitungsprognose steigt

Abiove erhöhte seine Prognose für die brasilianische Sojaverarbeitung 2026 von zuvor 63,0 Millionen auf 63,3 Millionen Tonnen. Der Zuwachs um 300.000 Tonnen zeigt, dass die Nachfrage der heimischen Ölmühlen parallel zum Export ganzer Sojabohnen wachsen soll.

Eine höhere Verarbeitung vergrößert das Angebot an Sojaschrot und Sojaöl für den Inlandsverbrauch oder den Export. Abiove senkte jedoch seine Prognose für Sojaschrotexporte um 50.000 Tonnen auf 24,9 Millionen Tonnen. Die Verbindung aus mehr Verarbeitung und etwas geringeren Schrotexporten könnte bedeuten, dass ein Teil der zusätzlichen Produktion im Inland verbraucht, eingelagert oder anderweitig eingesetzt wird. Eine detaillierte Bilanz liefert der Bericht nicht.

Für die Verarbeiter bedeuten die neuen Zahlen einen anhaltenden Wettbewerb mit den Exporteuren um Sojabohnen. Die Werke benötigen genügend Rohstoff für ihre Auslastung, während zugleich eine Rekordmenge verschifft werden soll. Das Ausmaß beider Prognosen macht Beschaffung, Lagerung und Transportkapazitäten zu wichtigen betrieblichen Faktoren entlang der brasilianischen Sojakette.

Erlöse steigen, Bestände werden knapper kalkuliert

Die Prognose für Brasiliens Exporterlöse aus Sojabohnen, Sojaschrot und Sojaöl wurde für 2026 auf 60,6 Milliarden $ angehoben. Im Vormonat hatte Abiove noch 59,9 Milliarden $ erwartet. Die Aufwärtskorrektur um 700 Millionen $ betrifft den gesamten Sojakomplex und nicht nur Sojabohnen.

Die höhere Erlösprognose geht mit einer deutlichen Senkung der erwarteten Endbestände einher. Abiove rechnet nun damit, dass Brasilien 2026 mit Sojabohnenbeständen von 6,58 Millionen Tonnen abschließt, nach zuvor prognostizierten 7,87 Millionen Tonnen. Das entspricht einem Rückgang um 1,29 Millionen Tonnen. Trotz der Korrektur wären es die höchsten Bestände seit 2019.

Die Bestandsanpassung verkleinert den Puffer zwischen Exportverpflichtungen, dem Bedarf der heimischen Ölmühlen und dem verfügbaren Angebot. Ein Endbestand von 6,58 Millionen Tonnen läge zwar weiterhin über jedem Jahreswert seit 2019, böte aber weniger Spielraum als zuvor angenommen. Abweichungen bei Ernteverfügbarkeit, Verarbeitungsnachfrage oder Verschiffungen könnten die endgültige Bilanz daher stärker beeinflussen.

Folgen für den globalen Sojamarkt

Die neue Prognose stützt die Erwartung, dass Brasilien 2026 der zentrale Sojabohnenlieferant für internationale Käufer bleibt. Rekordexporte ganzer Bohnen bei einer Verarbeitung von 63,3 Millionen Tonnen verlangen vom heimischen Logistiksystem, Exportterminals und Verarbeitungswerke gleichzeitig in großem Umfang zu bedienen.

Für Händler und Importeure signalisiert die Marke von 115,4 Millionen Tonnen eine umfangreiche brasilianische Exportverfügbarkeit. Die niedrigere Bestandsprognose spricht jedoch gegen einen unbegrenzten Überschuss. Verarbeiter stehen vor derselben Spannung: Die Verarbeitung soll steigen, während auch mehr ganze Bohnen exportiert werden. Ihre Verteilung zwischen Häfen und Werken beeinflusst das Angebot an Schrot und Öl und damit auch, ob die leicht reduzierte Prognose für Schrotexporte erreicht wird.

Zusammengenommen beschreiben Abioves Korrekturen ein größeres Geschäftsjahr für Brasiliens Sojasektor. Die Exporterlöse sollen 60,6 Milliarden $ erreichen, die Ausfuhren ganzer Bohnen den Rekordwert von 115,4 Millionen Tonnen und die Verarbeitung 63,3 Millionen Tonnen. Gleichzeitig zeigt die niedrigere Endbestandsprognose, dass die stärkere Aktivität mehr vom verfügbaren Angebot bindet als bislang erwartet.

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