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Brasiliens Maisernte könnte 2026/27 den Rekord von 144,96 Millionen Tonnen erreichen

Safras & Mercado erwartet für Brasiliens Maisproduktion 2026/27 einen Anstieg um mehr als 3 % auf rekordhohe 144,96 Millionen Tonnen. Eine größere Zweiternte und höhere Durchschnittserträge sollen die kleinere Fläche der ersten Ernte ausgleichen, während Kreditknappheit und El Niño Risiken bleiben.

Brasiliens Maisernte könnte 2026/27 den Rekord von 144,96 Millionen Tonnen erreichen

Produktion soll um mehr als 3 % steigen

Brasilien könnte 2026/27 eine Rekordmaisernte von 144,96 Millionen Tonnen einfahren, mehr als 3 % über dem Ergebnis der Vorsaison. Das geht aus einer Schätzung von Safras & Mercado hervor, über die Reuters berichtete und die Forbes Brasil veröffentlichte. Die Beratung berücksichtigt eine leicht größere Anbaufläche und höhere Durchschnittserträge.

Die gesamte Maisfläche wird auf 21,95 Millionen Hektar geschätzt, 0,3 % mehr als 2025/26. Hinter dem geringen Gesamtzuwachs steht eine Verschiebung im Anbau: Die größere Zweiternte im mittleren Süden sowie Flächenzuwächse im Norden und Nordosten sollen den Rückgang der ersten Ernte um 1,3 % mehr als ausgleichen.

Damit liegt Safras & Mercado über der Mai-Prognose des US-Landwirtschaftsministeriums. Laut InfoMoney erwartete das USDA für 2026/27 eine brasilianische Ernte von 139 Millionen Tonnen, nach 135 Millionen Tonnen in der laufenden und 136 Millionen Tonnen in der vorangegangenen Saison. Die Differenz zeigt, wie stark das Ergebnis von den endgültigen Anbauentscheidungen und den tatsächlich erzielten Erträgen abhängt.

Zweiternte liefert den größten Zuwachs

Safras & Mercado rechnet bei der ersten Maisernte mit einem Flächenrückgang auf 3,56 Millionen Hektar. Berater Paulo Molinari erklärte, die gegenwärtigen Produktionskosten und Maispreise böten keinen Anreiz für einen umfangreicheren Sommeranbau. Der schwierige Kreditzugang fördert zudem Tauschgeschäfte, bei denen Landwirte ihre künftige Ernte gegen Betriebsmittel eintauschen.

Nach Angaben von Molinari bietet Soja der neuen Ernte in diesen Geschäften die bessere Rechnung. Die Produzenten dürften deshalb im Sommer Soja bevorzugen und Mais verstärkt als Zweitkultur anbauen. Diese Entscheidung ist bedeutsam, weil die Zweiternte im mittleren Süden den größten Teil der brasilianischen Maisfläche stellt.

Für die dortige Zweiternte werden 15,8 Millionen Hektar erwartet, 0,3 % mehr als im vorherigen Zyklus. Safras & Mercado prognostiziert eine Rekordproduktion von 103,969 Millionen Tonnen, verglichen mit 99,610 Millionen Tonnen in der laufenden Saison. Dieser Zuwachs würde den größten Teil des landesweiten Produktionsanstiegs liefern und die zentrale Rolle der Zweiternte weiter stärken.

Exporte und Weltmarktbilanz stützen den Ausblick

Nach der von InfoMoney zitierten USDA-Prognose sollen Brasiliens Maisexporte 2026/27 von 43 Millionen auf 44 Millionen Tonnen steigen. Der weltweite Verbrauch könnte einen Rekord von 1,315 Milliarden Tonnen erreichen und die Produktion um 19,4 Millionen Tonnen übertreffen. Die Endbestände könnten auf 277,5 Millionen Tonnen und damit auf den niedrigsten Stand seit 2013/14 fallen. Das dürfte die Nachfrage nach brasilianischer Ware stützen, auch wenn USDA und Internationaler Getreiderat die Weltproduktion unterschiedlich einschätzen.

InfoMoney nannte für das USDA eine globale Produktionsprognose von 1,295 Milliarden Tonnen. Reuters berichtete später über Forbes Brasil, dass der IGC seine Schätzung auf 1,310 Milliarden Tonnen angehoben habe, weiterhin unter den 1,339 Milliarden Tonnen der Vorsaison. Das Wetter bleibt ein entscheidender Faktor: Laut IGC hat El Niño begonnen und könnte sich in der zweiten Jahreshälfte verstärken, wodurch die Erträge auf der Südhalbkugel stärker schwanken könnten. Für Produzenten, Händler und Exporteure hängt der Rekord daher sowohl vom Ausbau der Zweiternte als auch von einem günstigen Verlauf der Aussaat und Ernte ab.

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