Brasiliens Weinbranche nimmt nach Exportplus von 23,73 % acht Märkte ins Visier
Brasiliens Ausfuhren von Wein und Schaumwein erreichten im ersten Halbjahr 2026 einen Wert von 6,79 Millionen US-Dollar, 23,73 % mehr als im Vorjahr. Auf der ProWine São Paulo 2026 treffen rund 20 brasilianische Unternehmen auf Einkäufer aus acht Märkten.
Beide Weinkategorien legen im Export zu
Brasilien exportierte im ersten Halbjahr 2026 Wein und Schaumwein im Wert von 6,79 Millionen US-Dollar. Das waren nach Angaben von Brasil 61 23,73 % mehr als im gleichen Zeitraum 2025. Die Erzeugnisse gingen in 79 Länder. Damit verfügt die Branche bereits über eine breite geografische Basis, von der aus sie neue Kunden gewinnen und den Absatz in prioritären Märkten ausbauen will.
Den größten Teil des Exportwerts stellte Stillwein. Die Ausfuhren erreichten 5,61 Millionen US-Dollar und stiegen im Jahresvergleich um 24,66 %. Mit Schaumwein wurden 1,18 Millionen US-Dollar erlöst, 19,50 % mehr als ein Jahr zuvor. Beide Kategorien wuchsen, auch wenn der gesamte Auslandsumsatz gemessen an der inländischen Produktionsbasis weiterhin gering ist.
Die internationale Expansion steht auf der Agenda der ProWine São Paulo 2026, die vom 6. bis 8. Oktober im Expo Center Norte stattfindet. Rund 20 brasilianische Produzenten, Genossenschaften und Exporteure unterschiedlicher Größe und aus mehreren Regionen werden Gespräche mit acht internationalen Einkäufern führen.
Kampagne spricht Käufer aus acht Märkten an
Die Einkäufer kommen aus China, dem Vereinigten Königreich, Schweden, den Niederlanden, Angola, Russland, Mexiko und Paraguay. Damit umfasst die Gruppe große Verbrauchermärkte, benachbarte lateinamerikanische Ziele und Länder mit Zugang zu unterschiedlichen Kanälen im Einzelhandel, in der Gastronomie und im Vertrieb.
Die Gespräche sind Teil von Exporta Mais Brasil, einer Initiative der brasilianischen Agentur für Handels- und Investitionsförderung ApexBrasil. Partner ist der Oberste Weinrat Consevitis-RS, umgesetzt wird die Aktion über das Projekt Wines of Brazil. Sie gehört außerdem zum Plano de Diversificações de Exportações + Caminhos + Negócios.
Wines of Brazil erreicht bereits einen beträchtlichen Teil der aktiven Exporteure. Im ersten Halbjahr 2026 stellten 19 vom Projekt unterstützte Weingüter 60,81 % der brasilianischen Unternehmen, die Branchenerzeugnisse exportierten. Bei den Schaumweinexporteuren lag der Anteil bei 65,83 %. Die Kampagne arbeitet somit mit einem erheblichen Teil der bestehenden Exportbasis, wobei die Daten keinen Aufschluss über deren Anteil am Wert der Ausfuhren geben.
Mehr Weingüter verbreitern die Produktionsbasis
Die Zahl der registrierten Weingüter in Brasilien stieg zwischen 2020 und 2025 um 41,5 %. Das geht aus dem vom Ministerium für Landwirtschaft und Viehzucht veröffentlichten Weinjahrbuch 2026 hervor. Die Gesamtzahl erhöhte sich von 682 auf 965 Betriebe in 327 Gemeinden. Rio Grande do Sul blieb mit 600 Weingütern das wichtigste Zentrum, gefolgt von Santa Catarina mit 102 und São Paulo mit 86.
Die gemeldete Weinproduktion überschritt 2025 die Marke von 300 Millionen Litern; zugleich beschäftigte der Sektor 7.361 Menschen direkt. Die steigende Zahl der Betriebe vergrößert den Kreis potenzieller Exporteure. Für höhere internationale Liefermengen müssen aus den Käufergesprächen jedoch dauerhafte Geschäftsbeziehungen entstehen. Entscheidend für Produzenten und Genossenschaften ist, ob die Präsenz in 79 Ländern größere und regelmäßigere Bestellungen statt einzelner Verkäufe hervorbringt.