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Brasiliens Sojaölexporte dürften Prognosen für 2026 deutlich übertreffen

Brasiliens Sojaölexporte könnten 2026 mit 2 Millionen Tonnen die frühere ABIOVE-Prognose von 1,6 Millionen Tonnen übertreffen, da höhere Biodiesel-Vorgaben in Indonesien und Malaysia die weltweite Nachfrage steigern. Höhere Exporterlöse ziehen das Öl von den heimischen Biodieselherstellern ab, so Argus.

Brasiliens Sojaölexporte dürften Prognosen für 2026 deutlich übertreffen

Ausfuhren könnten 2 Millionen Tonnen erreichen

Brasiliens Sojaölexporte könnten 2026 die zu Jahresbeginn abgegebenen Prognosen deutlich übertreffen, getrieben von der steigenden weltweiten Nachfrage, wie Zerno Online unter Berufung auf Argus berichtet. Verarbeiter schätzen inzwischen, dass die Ausfuhren im Jahresverlauf 2 Millionen Tonnen erreichen könnten – mehr als die zuvor vom brasilianischen Verband der Ölsaatenverarbeiter (ABIOVE) genannte Prognose von 1,6 Millionen Tonnen. Nach Angaben des brasilianischen Außenhandelsministeriums beliefen sich die Sojaöl-Verschiffungen im ersten Halbjahr auf 1 Million Tonnen.

Selbst bei dem erwarteten Exportanstieg dürfte das inländische Angebot ausreichen, um den Bedarf der Biodiesel- und Lebensmittelbranche zu decken. Der stärkere Wettbewerb um das Öl dürfte jedoch dessen Verfügbarkeit verringern, die Preise steigen lassen und die Kosten der Biodieselhersteller erhöhen.

Export lohnt sich mehr als Biodiesel

Die hohe Rentabilität des Sojaölgeschäfts fördert die Ausfuhren. Für vertikal integrierte Unternehmen, die auf mehreren Stufen der Lieferkette tätig sind – vom Rohstoff bis zum Kraftstoff –, ist der Verkauf des Öls auf dem internationalen Markt lohnender als dessen Einsatz zur Biodieselproduktion.

In der vergangenen Woche lag der Durchschnittspreis für Sojaöl im Hafen Paranaguá laut Argus bei 5.958 Real (1.170 US-Dollar) je Tonne, während der durchschnittliche Biodiesel-Vertragspreis in der Region Paraná–Santa Catarina 5.628 Real je Tonne betrug. Ein ähnlicher Abstand zeigte sich im Bundesstaat Mato Grosso: Sojaöl kostete im Schnitt 5.725 Real je Tonne, gegenüber Biodiesel-Kontrakten von 5.405 Real je Tonne im Norden und 5.551 Real je Tonne im Süden des Bundesstaats.

Den Verarbeitern fällt es zudem schwer, die Ölpreise mit Biodieselherstellern abzustimmen, die nicht vertikal integriert sind oder nicht über ausreichende Kapazitäten zur Deckung des eigenen Rohstoffbedarfs verfügen. Vertreter der Branche berichten, dass solche Werke in ihren Gegenangeboten auf niedrigere Preise dringen, da ihre Margen bei zweimonatigen Lieferverträgen für Biokraftstoff geschrumpft sind.

Biodiesel bleibt der wichtigste Absatzmarkt

Trotz der Zurückhaltung der Biodieselhersteller gegenüber höheren Sojaölpreisen bleibt die Branche der größte Absatzmarkt für die Sojaverarbeiter. Argus schätzt, dass 2025 rund 6,7 Millionen Tonnen Sojaöl in die Biodieselproduktion flossen – etwa 56 % der gesamten brasilianischen Erzeugung. Die Ausfuhren beliefen sich im selben Zeitraum laut Abiove auf 1,3 Millionen Tonnen oder fast 11 % der Produktion.

Vorgaben in Indonesien und Malaysia treiben die Nachfrage

Die wachsende Auslandsnachfrage nach brasilianischem Sojaöl hängt mit den höheren Biodiesel-Beimischungsvorgaben in Indonesien und Malaysia zusammen, die die Aufmerksamkeit der Pflanzenölimporteure auf Brasilien gelenkt haben. In Indonesien wurde der Biokraftstoffanteil in der Mischung mit herkömmlichem Kraftstoff von 40 % auf 50 % angehoben. Die Maßnahme dürfte den heimischen Palmölverbrauch erhöhen und das Angebot auf dem Weltmarkt verringern; sie fällt in eine Phase, in der die indonesische Palmölproduktion aufgrund alternder Plantagen, zu langsamer Neuanpflanzung und sinkender Erträge voraussichtlich zurückgeht.

Malaysia, ein weiterer großer Palmölproduzent, erwägt ebenfalls, den verpflichtenden Biodieselanteil im Diesel auf 50 % anzuheben. Das Land will den Biokraftstoffanteil im Kraftstoff für den Landverkehr bis 2030 schrittweise auf 30 % erhöhen. Der landesweite Standard liegt derzeit bei 10 %, in einigen Regionen gilt jedoch bereits eine Vorgabe von 20 % Biodieselgehalt.

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