Brasiliens Sojaexporte im September bei 7,74 Millionen Tonnen erwartet
ANEC erwartet für September brasilianische Ausfuhren von 7,74 Millionen Tonnen Sojabohnen und rekordhohen 2,6 Millionen Tonnen Sojaschrot. Die Maisexporte dürften wegen stärkerer Konkurrenz und hoher Inlandsnachfrage bei 5,2 Millionen Tonnen liegen.
Sojabohnenexporte bleiben auf Rekordkurs
Brasilien dürfte im September 7,74 Millionen Tonnen Sojabohnen exportieren, rund 760.000 Tonnen mehr als im selben Monat 2025. Das geht aus der ersten monatlichen Verschiffungsprognose des brasilianischen Verbands der Getreideexporteure ANEC hervor. Eine feste Nachfrage und die brasilianische Rekordernte stützen das hohe Exporttempo.
Laut ANEC erreichten die Sojabohnenexporte im August 9,6 Millionen Tonnen. Auf Basis der bisherigen Verschiffungen und der ersten Septemberprognose sollen die Ausfuhren in den ersten neun Monaten 2026 insgesamt 102 Millionen Tonnen betragen. Brasilien läge damit noch vor Beginn des Schlussquartals nahe am Jahresrekord von 108,68 Millionen Tonnen aus dem Jahr 2025.
Eine neue Prognose für das Gesamtjahr legte ANEC in seinem jüngsten Bericht nicht vor. Zuvor hatte der Verband für 2026 Rekordausfuhren von 110 Millionen Tonnen erwartet. ANEC wies zudem darauf hin, dass Sojabohnenexporte in den letzten Monaten des Jahres saisonal zurückgehen und dadurch Hafen- und Logistikkapazitäten für den Export der zweiten Maisernte frei werden.
Sojaschrot steuert auf Monatsrekord zu
Die Sojaschrotexporte werden für September auf 2,6 Millionen Tonnen geschätzt. Das wären 673.000 Tonnen mehr als ein Jahr zuvor. Nach Angaben von ANEC wäre dies sowohl das höchste Monatsvolumen 2026 als auch ein neuer historischer Rekord oberhalb des im Mai erreichten Werts.
Bis Ende September sollen Brasiliens Sojaschrotlieferungen 20 Millionen Tonnen übersteigen. ANEC sieht die Branche damit auf Kurs, den 2025 aufgestellten Jahresrekord von 23 Millionen Tonnen zu übertreffen, nannte jedoch keine genaue Prognose für das Gesamtjahr 2026.
Die Marktbedingungen stärken dem Verband zufolge die Exportprämien für Sojaschrot im Hafen von Paranaguá und fördern Verhandlungen über Lieferungen im vierten Quartal. Sorgen über die Ernte in den Vereinigten Staaten stützten zudem die Chicagoer Futures und die positive Preisentwicklung südamerikanischer FOB-Lieferungen. Brasilianische Verarbeiter und Exporteure erhalten dadurch die Möglichkeit, mehr Schrot auf den internationalen Futtermärkten abzusetzen.
Maisexporte bleiben hinter dem Vorjahr zurück
Bei Mais zeigt sich ein anderes Bild als bei Sojabohnen und Sojaschrot. ANEC rechnet im September mit brasilianischen Maisexporten von 5,2 Millionen Tonnen, nach fast 7 Millionen Tonnen im September 2025. Im August wurden 5 Millionen Tonnen verschifft.
Bis Ende September werden die kumulierten Maisexporte auf 19,35 Millionen Tonnen geschätzt. Das ist weniger als die Hälfte der 41,59 Millionen Tonnen, die Brasilien im gesamten Jahr 2025 ausführte. ANEC verwies auf eine Prognose von S&P Global Energy über 39 Millionen Tonnen im laufenden Vermarktungsjahr, veröffentlichte aber keine eigene aktualisierte Jahresschätzung.
Brasilianischer Mais steht in diesem Jahr unter stärkerem Wettbewerbsdruck aus Argentinien und den Vereinigten Staaten. Exporteure konkurrieren zugleich mit inländischen Käufern, insbesondere Maisethanolanlagen, während Landwirte Ware zurückhalten. Laut ANEC wurden frühere Ausfuhren durch diese Zurückhaltung, attraktivere Preise am physischen Markt und knappe Exportmargen begrenzt. In der zweiten Augusthälfte nahm die Handelsaktivität zu, da Handelshäuser, Genossenschaften und Ethanolanlagen intensiver um Mais aus der zweiten Ernte konkurrierten. Der saisonale Rückgang der Sojabohnenexporte könnte später Logistikkapazität für Mais schaffen. Entscheidend bleiben jedoch Exportmargen und Inlandsnachfrage.