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Brasilien erwartet Rekordernte von 60.000 Tonnen Hass-Avocados, 90 % gehen in den Export

Brasiliens Hass-Avocadoernte dürfte 2026 mit 60.000 Tonnen einen Rekord erreichen und damit doppelt so groß ausfallen wie 2025. Rund 90 % der Produktion gehen in den Export, während neue Plantagen und besseres Wetter das Angebot erhöhen.

Brasilien erwartet Rekordernte von 60.000 Tonnen Hass-Avocados, 90 % gehen in den Export

Ernteprognose doppelt so hoch wie 2025

Brasilien dürfte 2026 eine Rekordmenge von 60.000 Tonnen Hass-Avocados ernten, berichtet O Globo unter Berufung auf den Branchenverband Abacates do Brasil. Die Prognose entspricht dem Doppelten des Volumens von 2025; rund 90 % der nationalen Produktion sind für Auslandsmärkte bestimmt.

Das Wachstum beruht sowohl auf höheren Erträgen als auch auf neu angelegten Plantagen, die ihre kommerzielle Produktionsphase erreichen. Hass-Avocadobäume tragen ab dem vierten Jahr Früchte. Abacates do Brasil schätzt die Anbaufläche 2026 auf 10.000 bis 11.000 Hektar, verglichen mit lediglich 1.000 Hektar vor zehn Jahren.

Nach Angaben des Statistikamts IBGE umfasst die gesamte brasilianische Avocadofläche 18.100 Hektar, wobei die Daten nicht zwischen Hass-Plantagen und tropischen Sorten unterscheiden. Hass-Avocados sind kleiner als tropische Avocados und besitzen eine dunkle, raue Schale sowie festeres Fruchtfleisch.

Besseres Wetter stützt die Produktion

Übermäßige Hitze und fehlender Regen hatten die Erträge in den vergangenen fünf Jahren gedrückt, erklärte Rodrigo de Paiva Stockler Barbosa, Präsident von Abacates do Brasil, gegenüber O Globo. 2025 verlor das in Bauru ansässige Unternehmen Jaguacy Avocado wegen der Trockenheit 70 % seiner Ernte.

Günstigere Wetterbedingungen ermöglichen Jaguacy nun voraussichtlich die größte Ernte seiner Geschichte. Das Unternehmen rechnet mit einer Eigenproduktion von 6.000 Tonnen, nach durchschnittlich 4.000 Tonnen pro Jahr, und erwartet einen Umsatz von 150 Millionen R$, doppelt so viel wie im Vorjahr. Die brasilianische Avocadoernte läuft von Februar bis September.

Jaguacy hat zudem in Mikrosprinkler-Bewässerung investiert, um rund um die Bäume ein kühleres Mikroklima zu schaffen. Die Temperatursteuerung ist besonders wichtig, weil Hass-Plantagen kühlere Bedingungen und größere Höhenlagen benötigen. Die Betriebe des Unternehmens erreichen bis zu 12 Tonnen je Hektar.

Lange Haltbarkeit erschließt Auslandsmärkte

Hass-Avocados bleiben bis zu 45 Tage vermarktbar. Exporteure können deshalb Seefracht nutzen und sind nicht ausschließlich auf schnellere, aber teurere Transporte angewiesen. Jaguacy erwartet, dass sein Exportgeschäft einschließlich der Ware von Partnerbetrieben in diesem Jahr 800 Container beziehungsweise 16.800 Tonnen nach Europa, Argentinien, Uruguay, Chile und Indien liefert.

Das Unternehmen bewirtschaftet 1.200 Hektar in Bauru und Timburi im Bundesstaat São Paulo sowie in Roca Sales in Rio Grande do Sul. Exportpartnerschaften mit rund 30 Erzeugern in Minas Gerais, Paraná, Espírito Santo und Goiás umfassen weitere 1.500 Hektar. Das Liefernetz reicht damit deutlich über Jaguacys eigene prognostizierte Ernte hinaus.

Brasilien ist derzeit der zehntgrößte Avocadoproduzent der Welt, während Mexiko die Rangliste anführt, berichtet O Globo. Die Branche betrachtet die USA, den weltweit größten Avocadoimporteur, als Zielmarkt. Lieferungen sind jedoch wegen fehlender spezifischer Handelsabkommen weiterhin blockiert. Der Marktzugang könnte wichtiger werden, wenn neue brasilianische Plantagen in den kommenden Jahren das exportfähige Angebot erhöhen.

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