Knappes Angebot treibt Reispreise in Rio Grande do Sul auf 11-Monats-Hoch
Der monatliche Durchschnittspreis für Rohreis in Rio Grande do Sul stieg im Juli auf den höchsten Stand seit 11 Monaten. Ein begrenztes Angebot, zurückhaltende Erzeuger und zusätzliche Nachfrage von Verarbeitern aus anderen Bundesstaaten verschärften den Wettbewerb um verfügbare Ware.
Juli-Durchschnitt erreicht 11-Monats-Hoch
Der monatliche Durchschnittspreis für Rohreis in Rio Grande do Sul ist im Juli auf den höchsten Stand seit 11 Monaten gestiegen, teilte das Zentrum für angewandte Wirtschaftsforschung Cepea mit. Nach Angaben von Notícias Agrícolas waren die begrenzte Verfügbarkeit und eine feste Nachfrage die entscheidenden Preistreiber im wichtigsten Reismarkt Brasiliens.
Die Entwicklung spiegelt einen Mangel an kurzfristig verfügbarer Ware wider und nicht fehlendes Kaufinteresse. Verarbeiter, die Rohstoffe benötigten, erhöhten im Monatsverlauf mehrfach ihre Gebote. Der Handel blieb dennoch begrenzt, weil die Lagerhalter nur wenig Reis anboten. Höhere Gebote führten daher nicht zu einem vergleichbaren Anstieg der Abschlüsse.
Erzeuger warten auf weitere Preissteigerungen
Nach Einschätzung der Cepea-Forscher blieben die Erzeuger verkaufszurückhaltend, weil die aktuellen Preise aus ihrer Sicht die Produktionskosten noch nicht angemessen deckten. Zudem setzten sie auf weitere Preissteigerungen in der Zeit zwischen den Ernten. Diese Haltung verknappte das kurzfristige Angebot und stärkte die Position der Verkäufer, während die Verarbeiter ihre Versorgung mit Rohreis sichern mussten.
Zusätzlicher Wettbewerb entstand durch die Nachfrage von Unternehmen außerhalb Rio Grande do Suls. Diese Käufer suchten im Bundesstaat nach Rohstoffen und unterstützten damit die Preiserholung. Der Wettbewerb um die begrenzten Bestände betraf sowohl lokale Reismühlen als auch Verarbeiter aus anderen Bundesstaaten. Die Quelle nannte allerdings weder Handelsmengen noch einen genauen Wert für den Juli-Durchschnitt.
Staatliche Käufe prägen die Erwartungen
Die Ankündigung künftiger staatlicher Käufe von Reis und Mais verstärkte laut Cepea die Erwartung steigender Preise unter den Landwirten. Einige Erzeuger verschoben ihre Verkäufe daraufhin weiter und reduzierten das Angebot für private Käufer. Die Ankündigung beeinflusste das Marktverhalten damit bereits vor Veröffentlichung der operativen Einzelheiten.
Bis Ende Juli waren weder die Ausschreibung noch die Regeln für die geplanten Käufe veröffentlicht. Der Markt wartete deshalb weiter auf den Beginn und die konkrete Ausgestaltung der Maßnahmen. Ohne diese Angaben konnten Erzeuger und Verarbeiter weder die mögliche staatliche Kaufmenge noch die Teilnahmebedingungen oder die direkten Folgen für das kommerziell verfügbare Angebot einschätzen.
Verarbeiter treffen auf einen engen Spotmarkt
Für die Verarbeiter ist der Zugang zu Rohstoffen die unmittelbare Herausforderung. Die wiederholten Gebotserhöhungen zeigen, dass einige Betriebe mehr zu zahlen bereit waren. Die geringen Verkäufe der Landwirte verhinderten jedoch, dass daraus ausreichende Einkaufsmengen entstanden. Die Konkurrenz durch Unternehmen aus anderen Bundesstaaten erschwerte die Beschaffung zusätzlich und stützte den Anstieg des Cepea-Indikators.
Für die Erzeuger bestätigt das 11-Monats-Hoch, dass das Zurückhalten von Ware zur Preiserholung beigetragen hat. Die Cepea-Ergebnisse erklären zugleich den weiterhin schleppenden Handel: Die Landwirte bezweifeln, dass das aktuelle Preisniveau ihre Kosten angemessen vergütet. Der weitere Marktverlauf hängt von den Angebotsmengen zwischen den Ernten und von der Veröffentlichung der Regeln für staatliche Käufe ab. Bis dahin bleiben das knappe Angebot und die industrielle Nachfrage die wichtigsten Preisfaktoren in Rio Grande do Sul.