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Brasiliens Maisethanol-Produktion soll 2026/27 auf 11,8 Milliarden Liter steigen

Datagro erwartet für Brasiliens Maisethanol-Produktion 2026/27 ein Wachstum von 14,6 % auf 11,8 Milliarden Liter. Neue Kapazitäten erhöhen das Kraftstoffangebot und den Bedarf an Mais und Biomasse; zugleich könnte die Schifffahrt einen neuen Absatzmarkt schaffen.

Brasiliens Maisethanol-Produktion soll 2026/27 auf 11,8 Milliarden Liter steigen

Produktion soll um 14,6 % wachsen

Brasiliens Produktion von Maisethanol dürfte in der Saison 2026/27 insgesamt 11,8 Milliarden Liter erreichen. Das geht aus einer von NovaCana veröffentlichten Schätzung des Datagro-Präsidenten Plinio Nastari hervor. Gegenüber den 10,3 Milliarden Litern von 2025/26 entspricht dies einem Plus von 14,6 %. Das schnell wachsende Segment gewinnt damit weiter an Bedeutung für die brasilianische Kraftstoffversorgung.

Getragen wird der Zuwachs von neuen Industrieanlagen und zusätzlichen Absatzmärkten. In Brasilien arbeiten derzeit 33 Maisethanol-Anlagen: 20 verarbeiten ausschließlich Mais, während 13 flexible Werke sowohl Mais als auch Zuckerrohr einsetzen können. Laut Nastari ist die Produktionskapazität allein in diesem Jahr um rund 1,5 Milliarden Liter gestiegen. Damit nimmt die Nachfrage nach Mais zu, während die Verarbeiter einen weiteren Absatzweg für die brasilianische Getreideernte erhalten.

Zusätzliches Angebot verändert die Marktbilanz

Maisethanol trägt auch zum Wachstum der gesamten Ethanolproduktion im zentralen Süden, Brasiliens wichtigster Erzeugerregion, bei. Datagro prognostiziert für 2026/27 einschließlich des Kraftstoffs aus Mais ein Volumen von 37,12 Milliarden Litern. Das wären rund 3,4 Milliarden Liter mehr als die 33,7 Milliarden Liter der Vorsaison.

Das zusätzliche Volumen kann die Kraftstoffversorgung verbessern, erhöht aber zugleich den Bedarf an Absatzkanälen jenseits des bestehenden Straßenverkehrs. Maisethanol-Anlagen können nach einem anderen Kalender als Zuckerrohrmühlen arbeiten und deshalb auch außerhalb der traditionellen Zuckerrohrernte liefern. Für Hersteller und Händler betrifft das Wachstum somit nicht nur die verfügbare Menge, sondern auch Lagerung, Logistik und Verkaufszeitpunkte.

Der industrielle Ausbau verknappt außerdem die Biomasse, mit der die Anlagen ihre Energie erzeugen. Nach Angaben Nastaris ist der Preis für Eukalyptushackschnitzel in sechs Jahren von rund R$ 60 auf R$ 150 bis R$ 250 je Kubikmeter gestiegen, ein Zuwachs von 150 %, der teilweise auf die Expansion der Branche zurückgeht. Die Produzenten erweitern ihre Eukalyptusflächen, um Holz aus genehmigten Rodungen heimischer Vegetation zu ersetzen. Dieses kann zwar legal sein, erfüllt aber nicht die strengeren Nachhaltigkeitsvorgaben bestimmter Märkte.

Schifffahrt könnte neuen Absatz schaffen

Die Seeschifffahrt könnte zu einem deutlich größeren Absatzmarkt werden, wenn Reedereien Alternativen zu fossilem Bunkerkraftstoff suchen. Nastari beziffert das potenzielle Marktvolumen für Ethanol als Bunkerersatz bis 2050 auf 50 Milliarden Liter. Seinen Angaben zufolge war Ethanol 2026 in drei nicht aufeinanderfolgenden Wochen für Reedereien günstiger als Bunkerkraftstoff, selbst unter Berücksichtigung des unterschiedlichen Energiegehalts.

Rund 70 Schiffe verfügen bereits über flexible Motoren, die verschiedene Kraftstoffe einschließlich Ethanol und Methanol nutzen können, erklärte der Datagro-Präsident. Weitere 400 Schiffe sollen bis Ende 2027 bestellt oder in der Inbetriebnahme sein. Daraus ergibt sich eine Chance für brasilianische Anbieter, doch Umfang und Zeitpunkt der Nachfrage hängen vom Einsatz der Schiffe, der Kraftstoffinfrastruktur und den Nachhaltigkeitsanforderungen der Käufer ab. Kurzfristig führt die Expansion vor allem zu einem höheren Inlandsangebot und zu mehr Wettbewerb um Mais, Biomasse und Logistikkapazitäten.

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