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Brasiliens Rindertalgbranche fordert Ausnahme vom US-Zoll von 25 %

Brasiliens Tierkörperverwertungsbranche will Rindertalg und verwandte Erzeugnisse vom neuen US-Zoll von 25 % ausnehmen lassen. Die USA bezogen 2025 insgesamt 389.000 Tonnen brasilianischen Rindertalg, sodass auch amerikanische Hersteller von erneuerbarem Diesel betroffen sind.

Brasiliens Rindertalgbranche fordert Ausnahme vom US-Zoll von 25 %

Branche verlangt Streichung von der Zollliste

Brasiliens Tierkörperverwertungsbranche drängt darauf, Rindertalg und verwandte Erzeugnisse vom neuen US-Importzoll von 25 % auszunehmen. Der brasilianische Verband für die Verwertung tierischer Nebenprodukte Abra erklärte, er werde weiterhin institutionelle und technische Wege nutzen, um die Produkte von der Liste der betroffenen brasilianischen Waren streichen zu lassen.

Wie BeefPoint berichtete, bestätigte das Büro des US-Handelsbeauftragten in der vergangenen Woche, dass der Zoll ab Mittwoch, dem 22. Juli, auf die Einfuhr mehrerer brasilianischer Produkte angewendet wird. Abra stimmt sich mit der brasilianischen Bundesregierung ab, verfolgt die bilateralen Verhandlungen und stellt technische Unterlagen für eine ausgehandelte Lösung bereit.

Der Verband vertritt Hersteller von Tiermehlen, Fetten, Blutderivaten, hydrolysierten Proteinen und Geschmacksstoffen für Tierfutter sowie Anbieter von Fetten für die Biokraftstoffproduktion. Der Zoll betrifft damit eine breitere Wertschöpfungskette tierischer Nebenprodukte, auch wenn Rindertalg die Verkäufe der Branche in die USA klar dominiert.

US-Markt nimmt Großteil der Lieferungen auf

Brasilien exportierte laut Abra 2025 insgesamt 424.000 Tonnen Produkte aus der Verwertung tierischer Nebenprodukte in die USA. Davon entfielen 389.000 Tonnen oder 91,8 % auf Rindertalg. Allein der in die USA gelieferte Talg entsprach 42 % der gesamten brasilianischen Ausfuhren dieser Produktkategorie in alle Absatzländer.

Diese Konzentration macht brasilianische Verarbeiter besonders anfällig für den Wettbewerbsverlust durch den Zoll von 25 %. Wenn Exporteure, US-Käufer oder andere Beteiligte die zusätzlichen Kosten nicht übernehmen, könnten alternative Lieferanten attraktiver werden. Zugleich würde es schwieriger, einen erheblichen Teil der brasilianischen Produktion abzusetzen.

Pedro Bittar, Vorsitzender des Abra-Verwaltungsrats, bezeichnete die Maßnahme als Handelsbarriere für eine Lieferkette, die für beide Länder strategisch sei. Der Verband argumentiert, wettbewerbsfähiger Zugang sei nicht nur für brasilianische Verwertungsbetriebe, sondern auch für industrielle Abnehmer in den USA wichtig.

Erneuerbarer Diesel verbindet beide Märkte

Die USA importierten nach Angaben von Abra im Jahr 2025 insgesamt 1,07 Millionen Tonnen Rindertalg. Brasilien lieferte 36,4 % dieses Volumens und war damit eine wichtige Bezugsquelle. Dieser Anteil deckt sich weitgehend mit den gemeldeten brasilianischen Lieferungen von 389.000 Tonnen.

US-Unternehmen beschaffen auf dem Weltmarkt Rohstoffe für erneuerbaren Diesel. Dieser Kraftstoff stammt aus erneuerbaren Quellen, besitzt aber dieselbe Molekülstruktur wie fossiler Diesel. Rindertalg und gebrauchtes Speiseöl gehören zu den eingesetzten Rohstoffen, womit der Zoll unmittelbar die Beschaffung für die amerikanische Kraftstoffproduktion berührt.

Die Bedeutung von Rindertalg innerhalb der US-Einfuhren tierischer Fette nimmt weiter zu. Laut Abra entfielen im ersten Quartal 2026 bereits 88 % dieser Importe auf Rindertalg, verglichen mit 83 % im Gesamtjahr 2025.

Verhandlungen entscheiden über Belastung

Abra führt nach eigenen Angaben intensive Gespräche mit der brasilianischen Regierung und verlangt die Herausnahme der Produkte aus dem Zusatzzoll. Der Verband verweist dabei auf das bestehende Handelsvolumen und die Abhängigkeit der US-Industrie von eingeführten Rohstoffen.

Die unmittelbaren Folgen hängen davon ab, ob eine Ausnahme erreicht wird und wie Käufer während der Geltung des Zolls reagieren. Für brasilianische Produzenten geht es um den Zugang zu einem Markt, der in Form von Rindertalg 42 % ihrer weltweiten Ausfuhren in dieser Kategorie aufnimmt. Für amerikanische Hersteller von erneuerbarem Diesel erhöht die Maßnahme das Kostenrisiko bei einem Rohstoff, dessen Importvolumen 2025 zu mehr als einem Drittel aus Brasilien stammte.

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