EPE erwartet 110 Milliarden Reais an Biokraftstoff-Investitionen in Brasilien bis 2035
Prognosen der brasilianischen Empresa de Pesquisa Energetica weisen auf 110 Milliarden Reais an Investitionen in Biokraftstoffe zwischen 2026 und 2035 und eine Ethanolproduktion von 51 Milliarden Litern pro Jahr bis 2035 hin. Mais-Ethanol machte 2024 rund 20 Prozent der brasilianischen Ethanolproduktion aus und koennte auf ueber 30 Prozent steigen, waehrend fuer Biodiesel 13,9 Milliarden Liter im Jahr 2035 projiziert werden.
Energieinvestitionen treiben die Nachfrage nach Ackerfruechten
Der brasilianische Biokraftstoffsektor duerfte zwischen 2026 und 2035 Investitionen von 110 Milliarden Reais auf sich ziehen. Das geht aus Zahlen der Empresa de Pesquisa Energetica (EPE) hervor, die fiis.com.br veroeffentlicht hat. Nach denselben Projektionen koennte die nationale Ethanolproduktion bis 2035 auf 51 Milliarden Liter pro Jahr steigen.
Fuer die Agrarwirtschaft entscheidend ist die Rohstoffbasis. Mais gewinnt als Ausgangsstoff fuer Ethanol an Bedeutung, waehrend Sojaoel einer der wichtigsten Einsatzstoffe fuer Biodiesel bleibt. Beide Kulturen beliefern bereits die Lebensmittel- und Futtermittelmaerkte, und die Energiewirtschaft fuegt derselben Ernte eine weitere Nachfragequelle hinzu. Damit entsteht eine direkte Verbindung zwischen Feld und Kraftstoffmarkt, die auch die Anbau- und Vermarktungsentscheidungen der Erzeuger veraendert.
Mais-Ethanol steuert auf ein Drittel der Produktion zu
Kraftstoff aus Mais machte 2024 rund 20 Prozent der brasilianischen Ethanolproduktion aus, so die von fiis.com.br praesentierten Daten, und der Anteil koennte bis 2035 ueber 30 Prozent liegen. Fuer Landwirte bedeutet das einen zweiten grossen Abnehmer: Neben der Futtermittelindustrie, die einen erheblichen Teil des heimischen Mais aufnimmt, konkurrieren nun auch die Anlagen um dasselbe Getreide.
Am deutlichsten zeigt sich die Verschiebung im Mittleren Westen. Dort konzentriert sich ein wichtiger Teil der brasilianischen Maisproduktion, und dort liegen auch die Betriebe von SNFZ11, einem von Suno Asset verwalteten Fiagro. Die Naehe zwischen Rohstoffaufkommen und Verarbeitungskapazitaet ist einer der Gruende, warum sich das Modell dort am schnellsten durchsetzt.
Die Verarbeitung gibt zudem Volumen an die Landwirtschaft zurueck. Mais-Ethanolanlagen erzeugen DDG, ein Koppelprodukt fuer die Tierernaehrung. Getreide, das in den Kraftstoff geht, verlaesst die Proteinkette also nicht vollstaendig: Ein Teil der Nebenprodukte fliesst in Futter fuer Rinder, Schweine und Gefluegel zurueck. In der Praxis entsteht eine integrierte Kette, in der Mais vom Feld die Anlagen versorgt, die Anlagen das Getreide in Kraftstoff umwandeln und die Reststoffe in die Tierhaltung zurueckkehren.
Sojaoel bindet die Oelsaat an die Kraftstoffpolitik
Soja kommt vor allem ueber Biodiesel ins Spiel. Das aus der Oelsaat gewonnene Oel ist einer der wichtigsten Rohstoffe fuer diesen Kraftstoff, und die von fiis.com.br zitierte Prognose weist fuer 2035 eine brasilianische Biodieselproduktion von 13,9 Milliarden Litern aus. Soja bleibt damit eine der strategischen Kulturen fuer den Ausbau der Branche.
Die Nachfrage nach der Oelsaat stuetzt sich dadurch auf eine breitere Kombination von Maerkten. Soja dient weiterhin ueber Schrot und Oel der menschlichen und tierischen Ernaehrung, waehrend das Oel zugleich in die Biodieselproduktion gelenkt werden kann. Je groesser der Bedarf an Sojaoel fuer Kraftstoff, desto mehr Gewicht erhaelt die heimische Verarbeitungskette.
Pachtvertraege in Soja bemessen
Wie eng Nachfrage und Grundbesitz verknuepft sind, zeigt die Struktur der Pachtvertraege. SNFZ11 haelt sechs landwirtschaftliche Betriebe in Mato Grosso mit einer Gesamtflaeche von 3.160 Hektar, die produktiv genutzt werden und vor allem an die im Bundesstaat dominierenden Kulturen Soja und Mais gebunden sind.
- Gesamtflaeche: 3.160 Hektar auf sechs Betrieben in Mato Grosso
- Bewaesserte Flaeche: 1.060 Hektar, was mehr Kontrolle ueber Wasserversorgung und Produktionskalender erlaubt
- Pachtkonditionen: 25 Sack Sojabohnen je Hektar auf bewaessertem Land, Untergrenze von 15 Sack je Hektar auf Trockenflaechen
Da die Zahlungen in Sojabohnen und nicht in Bargeld bemessen sind, bewegen sich die Ertraege dieser Flaechen mit der Entwicklung der Rohstoffe selbst. Je mehr Absatzmaerkte Soja und Mais bedienen, desto mehr Variablen muessen Investoren und Erzeuger neben den klassischen Lebensmittel- und Futtermittelbilanzen verfolgen.