Brasiliens Baumwollexporte erreichen 2025/26 Rekord von 3,37 Millionen Tonnen
Brasilien exportierte im Wirtschaftsjahr 2025/26 die Rekordmenge von 3,37 Millionen Tonnen Baumwolle, 19 % mehr als im Vorjahr. China blieb wichtigstes Zielland, während das USDA Brasilien auch 2026/27 an der Spitze des weltweiten Exports sieht.
Ausfuhren übersteigen erstmals 3 Millionen Tonnen
Brasilien exportierte im Wirtschaftsjahr 2025/26, das von August 2025 bis Juli 2026 lief, die Rekordmenge von 3,37 Millionen Tonnen Baumwolle. Das geht aus Daten des brasilianischen Baumwollproduzentenverbands Abrapa hervor. Die Lieferungen nahmen gegenüber der Vorsaison um 19 % zu und erlösten rund 5,3 Milliarden US-Dollar, berichtete Brasil 247 unter Berufung auf CNN Brasil.
Damit überstiegen die brasilianischen Baumwollexporte erstmals in einem einzigen Wirtschaftsjahr die Marke von 3 Millionen Tonnen. Das jüngste Ergebnis lag zudem 132 % über den 1,45 Millionen Tonnen von 2022/23. Bereits 2023/24 waren die Ausfuhren auf 2,68 Millionen Tonnen und 2024/25 auf 2,84 Millionen Tonnen gestiegen. Brasilien baut seine Präsenz am internationalen Baumwollmarkt damit kontinuierlich aus.
Der Handelsüberschuss der Branche erreichte 2025/26 insgesamt 5,29 Milliarden US-Dollar und lag damit 9 % über dem Vorjahreswert. Abrapa-Präsident Gustavo Piccoli führte den Rekord auf die größere Größenordnung, höhere Wettbewerbsfähigkeit und das Vertrauen internationaler Käufer zurück. Brasilien habe sich als strategischer Lieferant der weltweiten Textilindustrie etabliert.
China steigert seine Käufe um 67 %
China war mit einem Anteil von 23 % an den Lieferungen der größte Absatzmarkt für brasilianische Baumwolle. Chinesische Käufer importierten 770.500 Tonnen, 309.200 Tonnen beziehungsweise 67 % mehr als 2024/25. Dieses Wachstum trug wesentlich zum Exportrekord bei und unterstrich die Bedeutung der asiatischen Textilnachfrage für brasilianische Erzeuger und Händler.
Auch Bangladesch steigerte seine Käufe und nahm 173.200 Tonnen ab. Dagegen sanken die Lieferungen nach Vietnam und Pakistan auf 137.400 beziehungsweise 79.200 Tonnen. Die Türkei und Indien blieben ebenfalls wichtige Verbrauchermärkte. Nach Angaben von Abrapa erhöhte Indien seinen Anteil deutlich.
Der Absatz in China, Bangladesch, der Türkei, Indien, Vietnam und Pakistan verschafft Brasilien Zugang zu mehreren der weltweit wichtigsten Textilverarbeitungszentren. Zugleich verringert diese Verteilung die Abhängigkeit von einem einzelnen Zielmarkt. Wegen Chinas Anteil von 23 % werden die Nachfrage der dortigen Spinnereien, Lagerbestände und Einkaufsentscheidungen die brasilianische Exportleistung dennoch weiterhin deutlich beeinflussen.
USDA erwartet anhaltende Exportführerschaft
Das US-Landwirtschaftsministerium erwartet, dass Brasilien 2026/27 mit Ausfuhren von 3,33 Millionen Tonnen weltweit führender Baumwollexporteur bleibt. Für die Vereinigten Staaten prognostiziert das USDA 2,68 Millionen Tonnen. Damit läge der Abstand zwischen den beiden Exporteuren bei 650.000 Tonnen.
Zugleich soll Brasilien 2026/27 mit einer Produktion von 3,97 Millionen Tonnen der drittgrößte Baumwollerzeuger der Welt hinter China und Indien bleiben. Nach diesen Prognosen würde der Export den Großteil der brasilianischen Produktion aufnehmen. Logistik, Qualitätskontrolle und der Zugang zu ausländischen Spinnereien bleiben deshalb für den wirtschaftlichen Erfolg der Branche entscheidend.
Piccoli zufolge sind weitere Investitionen in Qualität, Nachhaltigkeit, Rückverfolgbarkeit, Innovation und Käuferbeziehungen nötig, um Brasiliens Position zu sichern. Nachdem sich die Exportmenge von 2022/23 bis 2025/26 mehr als verdoppelt hat, muss die Lieferkette nun auch bei jährlichen Ausfuhren von über 3 Millionen Tonnen Zuverlässigkeit und Wettbewerbsfähigkeit gewährleisten.
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