Brand stoppt PraimKartonPak-Werk, Wettbewerber sollen Ausfälle auffangen
PraimKartonPak hat die Produktion nach einem Brand am Standort im Leningrader Gebiet eingestellt; die Anlagen sind nicht mehr reparierbar. Freie Kapazitäten der Konkurrenz, Importe aus Kasachstan und China sowie alternative Verpackungen sollen einen landesweiten Engpass verhindern.
Anlagen nach Lagerbrand nicht mehr reparierbar
PraimKartonPak, einer der größten russischen Hersteller von Verpackungen für Milchprodukte, hat nach einem Brand in einem Lager im Leningrader Gebiet den Betrieb eingestellt. Das Feuer brach am 24. Juli aus, am selben Tag, an dem Drohnen ein benachbartes Logistikzentrum von Wildberries angriffen. Die vorliegenden Berichte stellen keinen Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen her.
Das Unternehmen bestätigte Schäden an den Produktionsräumen und erklärte, dass die Anlagen nicht wiederhergestellt werden könnten. Ein Termin für die Wiederaufnahme der Produktion ist nicht bekannt. Der Vermieter hat PraimKartonPak wegen höherer Gewalt über die Auflösung des Mietvertrags informiert; das Unternehmen bereitet Unterlagen für eine entsprechende Bescheinigung vor.
Das Werk verfügte laut Business FM über eine Jahreskapazität von 1 Milliarde Verpackungen und war zu 50 % ausgelastet. Grobe Schätzungen, die der Sender anführt, beziffern den Marktanteil von PraimKartonPak im betreffenden russischen Segment auf ein Viertel. Bis 2022 gehörte das Werk zum norwegischen Unternehmen Elopak, danach übernahm das russische Management die Kontrolle.
Wettbewerber und Importe bieten Ersatzkapazitäten
Branchenvertreter erwarten keinen dauerhaften Verpackungsengpass. Alexey Gruzdev, Geschäftsführer von Streda Consulting, sagte Business FM, dass andere Hersteller über Reserven verfügten. Lambumiz und MoloPak könnten ihre Produktion erhöhen; zusätzliche Verpackungen könnten aus Kasachstan und China importiert werden.
Gruzdev verwies zudem darauf, dass das Werk 2022, damals noch als Elopak, bereits mehr als ein halbes Jahr stillstand, ohne eine unkontrollierbare Marktstörung auszulösen. Falls einzelne Molkereien nicht genügend Kartons desselben Formats erhalten, könnten sie Mengen auf Flaschenlinien oder andere Verpackungsarten verlagern.
Artem Belov, Geschäftsführer des Nationalen Verbands der Milcherzeuger Soyuzmoloko, erklärte, seit 2022 umgesetzte Projekte hätten die russische Produktion vergleichbarer Verpackungen ausgebaut. Die vorhandenen Kapazitäten dürften ausreichen, allerdings werde der Lieferantenwechsel Zeit beanspruchen und könne vorübergehend die Transaktionskosten erhöhen. Molkereien seien zudem selten ausschließlich von einem Verpackungslieferanten abhängig und diversifizierten üblicherweise ihren Einkauf.
Molkereien müssen Lieferanten wechseln
PraimKartonPak ist für seine Pure-Pak-Technologie bekannt, deren Kartons einen charakteristischen Giebelverschluss besitzen. Sie werden vor allem für pasteurisierte Milch verwendet. Zu den genannten Kunden zählen Ekomilk, die Molkereien Kirovsky, Tulsky, Nalchiksky und Korenovsky, das Orenburger Milchwerk von A7 Agro, das Jaroslawler Milchproduktewerk und Altaiskaya Burenka.
Diese Verarbeiter müssen möglicherweise Materialien neuer Lieferanten freigeben, Abfüllanlagen anpassen oder Produktionsmengen zwischen Verpackungslinien verschieben. Freie Kapazitäten und Importmöglichkeiten senken das Risiko leerer Verkaufsregale, doch die Umstellung kann Beschaffungspläne und Kosten einzelner Werke belasten.
Nach von Business FM zitierten SPARK-Daten erzielte PraimKartonPak im vergangenen Jahr 2,5 Milliarden Rubel Umsatz und 28 Millionen Rubel Nettogewinn. In den vergangenen zwei Jahren erhielten die Eigentümer insgesamt 366 Millionen Rubel an Dividenden. Da die Anlagen nicht reparierbar sind und der Mietvertrag endet, bleibt eine Rückkehr zur Produktion ungewiss.
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